Wo bin ich? Was ist passiert? Was soll der ganze Kram um mich herum?

Wie kann man Gedanken zusammenfassen und ordnen, um einen Text zu verfassen, wenn alles mögliche in meinem Kopf herumgeistert? Geburtstag, Erev Mitnadev, Tod, Freude, Lachen Verzweiflung, Reisen, Bus fahren, Baden gehen, streicheln, Erziehen, reinigen, Kaffee, Aufstehen, Tränen, Wasser, Action, Verwandlung,…. Es geht weiter. Ich könnte nur mit dieser Aufzählung den kompletten Blog in seinen Wörtern verdoppeln.

Ich bin hier! Alles mögliche ist passiert und der Kram um mich herum, steht schon seit 11 Monaten und 23 Tagen hier. Ein einziger Unterschied besteht darin, dass der Kram anders angeordnet ist. Wo ich vor ein paar Tagen noch in binnen von Sekunden, oder seien es Minuten (wenn nicht aufgeräumt war) zugreifen konnte, ist nun alles kombrimiert. Soweit komprimiert, dass es mit ausreichendem Kraftaufwandt möglich ist, alles mit einmal durch die 1,30m breite Tür, nach draußen ans Tageslicht zu befördern.

Will ich das?

Ich werde Träge. Meine Handlungen zögern sich heraus. Alles wird doppelt im Kopf nachgegangen. Vor mir liegt ein Zettel. Neben mir ein Kabel. Ist das meine? Auf dem Zettel ist eine Liste zu erkennen. Schuhe,  Hosen, Shisha, Kamera, Laptop,…. Alles Mögliche steht da drauf. An den meisten Dingen ein Hacken. Wo ist das Kabel verzeichnet? Es passt in meine Kamera. Bei Kamera ist ein Hacken auf der Liste. Mit einmal bin ich auf der Wiese in Kfar Tikva. Neben mir liegt Andres. Er sagt mir einen sehr wohl bekannten Satz: „ I love you!“ Diesen Satz hörte ich dieses Jahr ungefähr doppelt so oft, wie ich Tage hier verbracht habe. Dabei habe ich nicht einmal jeden Tag mit ihm gearbeitet. Er legt seine Hand auf mein Herz und ich springe zurück an meinen ersten Arbeitstag, als ich das erste einmal Andres wecken musste. Auch and diesem Tag sagte er mir den gleichen Satz. Meine innere Stimme sagt:“ Jeremias!!!! Sachen packen!“ Ich mach die Augen wieder auf. Vor mir liegt immer noch der Zettel auf dem meine Augen das Wort Kamera fokusiert haben. Das Kabel habe ich immer noch in der Hand. Auch die Kamera, mit einem Bild von Andres auf dem Display. Kürzlichst erst „geschossen“: Ich schalte die Kamera aus und packe sie samt dem Kabel ein. Weiter schaue ich auf der Liste, ob ich alles habe. Alles abgehackt. Hab ich auch wirklich alles? Mein Kopf? Ist der da? Keine Antwort. Weiß er wohl selber nicht so richtig. Was muss ich noch mitnehmen? Ich weis es nicht. Nala? Ja auf jeden Fall! Aber wie? Was soll sie machen, wenn ich nicht mehr da bin. Was soll ich machen, wenn sie nicht mehr da ist? Ich stehe vor ihr. Das letzte mal Tschüss sagen. Ich nehme sie fest in den Arm und sie schaut auch ein wenig zu spüren, dass da was in der Luft liegt. Sie legt mir die linke Wange ab. Ihre einzigste Möglichkeit mir zu zeigen, dass sie mich gern hat. Ich streichele sie. Meine innere Stimme sagt:“ Jeremias!!!! Sachen packen!“ Ich hab die Liste immer noch in der Hand. Ich sitz auch immer noch in meinem Zimmer und weis nicht vor und nicht zurück. OK. Jetzt drink ich einen Kaffe und versuche mich zu sammeln. 3 Esslöffel arabischer Kaffe mit einer Teelöfelspitze Gewürze und 1 Esslöffel Zucker, alles in das kochende Wasser, 3 Mal aufkochen lassen – in die Tasse ***schluck schluck*** Wieder ein Kinofilm. Tausende Bilder in Windeseile durch meinen Kopf. Was ist passiert? Zuviel. Es fliest eine Träne über meine Wange. Oder ist es doch nur Schweiß? Nicht mal annähernd alles kann ich verarbeiten und mitnehmen. Nicht einmal annähernd alles konnte ich genießen. Niemals wäre die Zeit dafür da gewesen. So taktisch ich auch immer meine Zeit verplant hätte. Jetzt weis ich was auf jeden Fall auf der Liste Fehlt: Gedanken und Errinerungen. Die sind nicht komplett. Die können nicht alle mitgenommen werden. Das würde das Gewicht übersteigen, welches ich mit ins Flugzeug nehmen darf.

Ich möchte gehen können müssen, nicht wollen, oder auch doch – Keine Ahnung.

Wenn ich die Möglichkeit hätte zu entscheiden? Ich würde noch hier bleiben, auch wenn nur noch ein paar Wochen. Doch auch dann kommt der Abschied und genau der ist Grund dafür. Die neue Umstellung, das Einleben, das Abschied nehmen, das ist alles Grund für Unklarheit und Unwissenheit über Gefühle und Willen. Der Gedanke etwas zu beenden, was niemals Rückgängig gemacht werden kann ist ein Entscheid, dem man am liebsten aus dem Weg gehen wolle. Doch früher oder später stellt einem das Leben vor diese Entscheidung. Und das nicht nur einmal. Versuchen wir ein Gefühl dafür zu entwickeln und nehmen es auf uns.

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Slums schöner machen

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possibly to be continue in Story…and good bye Kar Tikva

Published in: on 4. August 2010 at 23:43  Hinterlasse einen Kommentar  

Der Urlaubsmai

Man möge glauben, dass ich nichts zutun habe. Der junge ist ja nur noch im Urlaub. Doch ganz so ist es nicht. Der Junge arbeitet viel. Bloß bekommt man in seinem Blog darüber nicht viel zu lesen.

Die Hitze tendiert immer mehr zur Dauerhaftigkeit und steigt zu dem noch an. Das arbeiten in der Pinat Chai, ist wie Baden. Das Wasser läuft an einem herunter und drängt den so trockenen, kalkhaltigen Boden Israels. Die Tierfarm KfarTikva´s vergrößert sich durch den Einsatz der Volontäre und soll auch noch in Zukunft, viel von uns geschenkt bekommen. Aber um dies zu bewältigen muss man fit sein. Das bedeutet immer auf Abwechslung achten und auch die Interessen, die des weiteren für einen jeden anliegen, Befriedigung zu schenken. Das Gewissen muss besänftigt werden, so gut es geht. Das bedeutet in Kurzform: Immer wieder Urlaub nehmen, um so viel zu sehen wie möglich. Ein Jahr ist absolut nicht viel Zeit, wenn man nebenbei arbeitet, um ein Land kennen zu lernen.

Ganz davon abgesehen, sind zwar darauf folgende Erzählungen, über das Auslandsjahr, bestimmt für den ein oder anderen interessant und bereichernd, jedoch können sich wohl die wenigsten ein Bild davon machen, was man erzählt, wenn man es nicht einmal selber wenigstens für Kurzzeit unter die Lupe genommen hat. Diesen Punkt könnte man als positiven Nebeneffekt sehen, wenn ein Freund aus Deutschland zu Besuch kommt, um wenigstens mal 11 Tage in das meinige Leben hineinzuschauen. Das Gehalt für Volontäre im Ausland ist nicht derart großzügig, dass man sich von Hotel zu Hotel fahren lassen kann, aber wir als jugendliche, junge Spunde, finden auch auf anderen Wege, vielleicht auch noch eine angemessener Möglichkeit Länder zu bereisen, deren Nahrungspreise zum Teil das doppelte darstellen, wie in Deutschland (und dann auch noch Kosher). Richtig Robert kommt nach Israel

Am 6. Mai des noch aktuell geschriebenem Jahres, verschwitzte ich die Erde Israels in 9h Arbeit ausreichend, um anschließend ohne schlechtem Gewissen in den Urlaub fahren zu können. Doch der Urlaub, beginnt für mich wo anders, als für Robert. Verständlich, denn wir leben in 2 unterschiedlichen Ländern. Sogar unterschiedlichen Kontinenten. Während er wohl begann sich auf den Weg zu machen, um nach Berlin zu fahren, saß ich noch im Krankenhaus, um einen Member Medizinisch versorgen zu lassen und dabei die erforderliche Obhut zu geben, damit alles Ordnungsgerecht abläuft.

Aber kurze Zeit darauf 23Uhr israelischer Zeit, startete auch ich meine Tour in Richtung Tel Aviv. Jedoch hab ich ca. 6h Zeit zu überbrücken, die nur dadurch zustande kommen, da der Bus sehr früh, die letzte Runde dreht. Also ein kleiner Stopp am Strand. Ein paar Fotos von komisch aufeinandergeordneten Steinen, ein Bierchen und letztendlich eine nette Unterhaltung mit einem orthodoxen Juden, bis auf einmal die Zeit verstrichen war.

5:30Uhr (Freitag 7. Mai) bekam ich das erste und einzigste mir bekannte Gesicht aus der elektronisch bewegten Tür der Empfangshalle des Tel Aviv Air Ports zu sehen. Robert war heil und sicher mit10min Verspätung auf israelischen Teritorium gelandet und ich konnte ihn mit voller Freude und einem festen umarmen als erster deutscher Besucher, von mir, in Israel herzlich Willkommen heißen.

Für uns stand fest, dass diese Nacht kein Schlaf mehr zu finden sein sollte. Und das geschah auch. Immerhin hatten wir nicht viel Zeit und eine kurze Gemüdserholung sollte uns aufgrund des darauf folgendem Shabbats eine große erschwerliche Zeit hervorrufen. Zur Begrüßung, auch wenn es nicht die richtige Zeit war, wurde mit einem hebräischen Bier angestoßen. Wir zögerten unsere Tour gar nicht weit heraus. Und starteten anschließend gleich mit einer kleinen Einführungstour in KfarTikva wo Robert mein reguläres Arbeitsleben einsehen durfte und meinen geliebten Hund Nala kennen lernen konnte, sowie das essen in der Chader Ochel.

Anschließend begannen wir mit der Stadtbesichtigung in Haifa. Wo? Am Strand. Das Wetter verlangte es uns ab. Was sich eigentlich als Schwierigkeit herausstellen sollte, der Shabbat, zwang uns zu unserem Glück. Da zum Shabbat keine Busse fahren und der Weg zum Strand unmöglich zu Fuß zu bewältigen ist, stellten wir uns an den Straßenrand und versuchten es per Tramp. In kürze waren wir in Haifa. Dort ist der Busverkehr trotz Shabbat noch am laufen und so konnten wir eine Gesamtstrecke von ungefähr 30 km für einen Personenpreis von 1€. Wenn man an tagen, wo alle Busse fahren die komplette Strecke hinterlegt sind es pro Person 2,50€. Wir genossen die Sonne, das Wasser, den Sand, die Musik und erholten uns ein wenig, von der Schlaflosen Nacht. Als wir aufbrechen wollten bekamen wir den letzten Bus, der schon gar nicht mehr in unsere eigentliche Richtung fuhr auf den Carmel. Von der Bushaltestelle aus führte uns ein arabisches Kind, dem ich so gut es ging, auf hebräisch unser Wunschziel erläuterte, zur Masadastreet. Die „kleine Neustadt“ Haifa´s. Die Straße wurde mit ein paar Fotos und einem Zeitaufwand von 20min als 2tes Ziel abgelegt. Anschließend begaben wir uns zum Checkpost. Eine bedeutende Kreuzung für den Verkehrsverlauf von Haifa, sowie auch für uns. Nicht als Besichtigungsziel. Diese Kreuzung bietet nichts interessantes, außer ein paar arabische Läden, denen der Shabbat aufgrund ihrer Religion egal ist und somit trotzdem offen haben, sowie einer Brücke, deren Verkehrswege, die zweite von Norden ausgehende Auffahrtsmöglichkeit bietet, um Verkehrsfahrzeuge auf den Carmel zu bringen. Doch für uns stand ganz allein im Vordergrund von dort aus, aus Haifa wieder heraus zu gelangen, in Richtung Tivon, unsere aktuelle Heimatstelle (für mich schon seit 10 Monaten). Ein Taxifahrer fragte uns und bot uns wahrhaftig einen günstigen Preis an. Wir lehnten ab. Ein Busfahrer hielt an (arabisches Busunternehmen) und konnte uns für 2€ pro Person nachhause bringen – Wir lehnten ab. Der stolz, bis jetzt so günstig durch Haifa gefahren zu sein, forderte von uns, weiter mit dem bis dahinstehendem Ergeiz zu arbeiten kein Geld sinnlos auszugeben. Die Müdigkeit hätte uns ohne weiteres in den Bus einsteigen lassen können, aber der Urlaub begann erst und es war Obhut über unser Budget zu halten. Nach geraumer Zeit fanden wir den Heimweg über 2 verschieden Privatfahrzeuge, von dem der letzte so „happy“ war, da er gerade Vatergeworden ist, dass er uns direkt vor die Haustür gefahren hat. Wir kochten ein sehr sehr leckeres Pastagericht aus den einfachen Mitteln, die uns zur Verfügung standen und anschließend begaben wir uns zur Reiterstature im Wadi (Tal). Es war Dunkel. Wir genossen den Ausblick über Israel und setzten die schon über den ganzen Tag andauernden Gespräche über Geschehnisse, Erlebnisse, Erkenntnisse, usw fort. Anschließend begaben wir uns zu Bett.

8.Mai Samstag und immer noch Shabbat

Kein Bus wenig Möglichkeiten. Doch wie wir schon festgestellt haben, verwenden die Araber den Shabbat um den Umsatz der Woche herauszuholen. Auch arabische Busse fahren. Jedoch fahren diese nur in bestimmte Regionen, wie Nazareth, welches sich aber dennoch als Besuchsziel durchaus eignet. Eine Falafel leitete den Tag ein. Ein Spaziergang über den Schuk (arabischer Straßenmarkt) setzte ihn fort und verlief in eine Wanderung auf den Berg, an dem Nazareth anliegt, ein. Oben angekommen genossen wir lange die Aussicht nach Norden, sowie auch mit einer 180Grad Drehung nach Süden. Die Moshe, keine 20 Meter hinter uns, begann ihre Gebetsaufforderung, und mehrere Moscheen im Tal stimmten darauf ein. Innerhalb von 2 min war ganz Galilei in einem kompletten Tonmantel von arabischen Gebetsgesängen eingehüllt. Beeindruckend beim Abstieg war, ebenso wie auch beim aufsteigen, dass Beobachten der Unterschiedlichen Kultur und Lebensweise. Der Verkehr, der doch etwas „lockerer“ stattfindet, die Hausbauten, die Ordnung,… zu guter letzt bestiegen wir einen kleinen Hügel gegenüber, des großen Berges, an dem Nazareth liegt und besichtigten die Zugepflasterte Bergesseite, welche Nazareth darstellt.

Am Abend unternahmen wir was mit den anderen Volontären von Kfar Tikva mit denen wir zusammen wieder ins Wadi stiegen und uns an einem gemütlichen Plätzchen mit eine Shisha in der Runde nett unterhielten.

Sonntag der 8.Mai 2010

Wir packten alle unsere Sachen, tranken einen arabischen Kaffe und begannen uns auf den Weg nach Haifa zu machen. Die Busse fuhren wieder, der Shabbat war vorbei. Dennoch stellten wir uns aus Kostengründen an die Straße und brauchten ca. 30minum eine kostenlose Mitfahrgelegenheit nach Haifa zu kommen. Ziel war der Strand. Ausruhen, Sonne tanken, baden und darüber nachdenken, wo wir denn eigentlich diese Nacht schlafen. Wir waren daran, nach dem Strandbesuch nach Jerusalem zufahren, jedoch hatten wir noch keine Unterkunft sicher, bis mich ein Volontär aus Jerusalem anrief und sagte, dass wir bei ihm schlafen könnten. Kurzdarauf saßen wir in einem mit blauer Innenbeleuchtung schwach beleuchteten Reisebus, dessen Endstation Tachana Merkasit ba Jerusalem hieß. 43 Scheckel (8€ 70cent pro Person) kostete uns die Fahrt über 140km.Als wir ankamen wurden wir herzlichst empfangen. Aber nicht von unserem Freund (Fabian) sondern von den Soldaten, die am Checkpoint standen, Reisepass sehen wollten, unsere Taschen röntgen und uns selbst durchfilzten, bis wir letztendlich noch durch den Metalldetektor gehen mussten. Nach dieser Prozedur, war es uns erlaubt das Gebäude der Central Busstation zu betreten. Vor uns ein McKosher. Ich glaubte meinen Augen nicht. Ein Mcdonalds in blauer Farbe, der voll und ganz Kosher war. Ich verstehe nur den Unterschied nicht zum normalen Mc Donalds, denn auch der ist Kosher in Israel (Kein Käse auf dem Burger). Hier gleich noch mal eine Anregung zum nachdenken, da ich mich schon lange mit dieser Frage beschäftige. Warum kann man in Israel einen Cheeseburger bestellen, wenn da gar kein Käse drauf ist? Mir leuchtet das nicht ein.

Wir nahmen den richtigen Bus. Jedoch in die falsche Richtung. Somit wurden wir vom Busfahrer auf eine einstündige, rasante und adrenalinreiche Stadtrundfahrt unfreiwillig eingeladen. Egal ob Schnellstraße, Hauptstraße oder Seitengasse eines Wohngebietes. Die Geschwindigkeitsanzeige sank nur unter 60 wenn er anhalten musste. Der Busfahrer fuhr wie ein gestörter. Um Kurven, wo niemals einen Unfall hätte verhindert werden können, wenn Gegenverkehr gekommen wäre, oder gar ein Kind über die Straße gelaufen wäre. Einfach auf gut glück mit 70km/h im Wohngebiet bis kurz vor die Ampel und dann voll auf die „Klötzer“. 23 Uhr sind wir letztendlich trotzdem ohne Schaden und allem Reisegepäck da angekommen, wo unsere Ruhestädte sich befinden sollte. Ein Bierchen und Gespräche mit Fabian unter dem Vordach eines verlassenen Kiosks verlängerten den Abend noch bis 3Uhr.

Montag verbrachten wir den Vormittag in der Altstadt von Israel und besichtigten die Klagemauer, die Gebetskirche, den Schuck und diverse andere Dinge. Nach der mittaglichen Falafel mitten auf der Straße, besuchten wir das St Paulushaus des DVHL um vom Dach direkt auf die Altstadt zu schauen. Wir verspürten eine immer stärker anfallende Trägheit in den Beinen. Es war nicht möglich aufzustehen und weiterzulaufen. So verweilten wir eine ganze Weile auf dem Dach mit Chlorhaltigem Wasser aus der Leitung und einem starkem Wind um unseren Kopf. Diese Trägheit wurde wohl durch das Wetter auch stark beeinflusst. Die Wüstenwinde der Sahara, Sinai und Negev wehten durch Israel und brachten eine unangenehme schwüle Luft, mit extrem hohen Staubfaktor hevor. Die Altstadt konnte man sehen, doch weiter war es nicht möglich, da ganz Jerusalem in einem weißen Staubmantel umhüllt war.

Letztendlich entschlossen wir uns alle Kraft zu sammeln und den Weg zum Ölberg anzutreten. Von der Ostmauer liefen wir um die Altstadt bis zur Südmauer, wo wir uns dann auf den Ölberg begaben. Ein kurzer Abstecher im Garten Gezemaneh und dann weiter bis auf die Aussichtsplattform, von wo an sich uns ein fabelhafter Blick über die Altstadt von Jerusalem bot. Auf dem Rückweg hielten wir bei einem kleinem arabischen Strßencafé und kauften uns ein Eis und einen Kaffee zur Stärkung und Belohnung, des langen absolviertem Fußmarsches. Der Tag endete in seinen Erlebnissen hier. Wir aßen Abendbrot in unserer Unterkunft und hingen noch ein wenig aufm Spielplatz ab, denn der Folgetag, sollte mit vielen Eindrücken bestückt sein, für die man Munter sein sollte um alles aufzunehmen, was geht.

10.Mai 2010 – Erkundung der Konflikgebiete des Palästina-territorium und Siedlungsbau

Laut Teilungsplan sollte direkt an Jerusalem die Grenze sein. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Die Israelies erobern stück für Stück Land um ihr Heiligtum, in irgendeiner Form, wiederzubekommen. Hinzu kommt die Kontrolle des Palästinagebietes in Zonen, wo die IDF (israelie defence force) eigentlich gar nichts zu suchen hat. Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass ob Siedlungsbau oder nicht, die israelichen Extremisten mit den arabischen Extremisten nicht gerne Kirschen essen gehen. Kirschen gibt es hier sowieso nicht. Eine Hochburg der Hamas und Hisbollah befindet sich in Hebron, unweit von Jerusalem. Wir wollten uns Einblick gewähren und schauen, was es Bedeutet, wenn man von der Kategorisierung Zone A spricht. Viele denen es bewusst war, dass wir an diesen Platz fahren warnten uns zuvor und gaben uns mit auf den Weg, dass wir Achtsam sein sollten.

Wie wir dahin kommen? Mit einem israelischen Bus. So paradox das klingt, aber neben Hebron und auch zum Teil in Hebron, drücken auch die Israelies ihre Siedlungen durch. Ich fragte mich, wie ein Bus in ein solches gefährliches Konfliktgebiet der Feinde fahren kann. Aber diese Frage beantwortete sich von selbst, als der Bus angefahren kam. Die Scheinwerfer waren mit Metallkäfigen bestückt, die Seitenwände des Busses doppelt so dick, wie bei herkömmlichen Bussen und die Frontscheibe sowie Seitenscheiben komplett gepanzert. Wir stiegen ein, zahlten jeder ungefähr 6€ und zogen unsere Jacken an, um uns an der Klimaanlage nicht zu erkälten. Der Bus fuhr los, auf dem kürzesten Wege in Richtung Osten aus Jerusalem hinaus in die Wüste. 10Minuten an der Mauer entlang bis hin zum Kontrollpunkt. Der Bus hält an. Die Vordertür geht auf und 2 Soldaten steigen mit ernster Mine in den Bus. Die Vordertür geht wieder zu. Die Soldaten laufen langsam durch den Bus und töden jeden einzelnen Businsassen mit ihren Blicken. Am Ende angekommen, geht die Hintertür auf und sie steigen wieder aus. Anschließend wird der Grenzgang zur Durchquerung geöffnet und unserer Weiterfahrt steht nichts mehr im Wege.

In Hebron angekommen steigen wir aus und der Bus macht sich auf dem schnellsten Wege wieder aus dem Territorium heraus. 3 Deutsche stehen nun in einer nahezu Geisterstadt. Hinter uns erklingen Hebräische Probagandalieder aus einem Megafon. Darunter ca. 5 Vollgepanzerte Soldaten, die Wache schieben. Hinter ihnen Sperrzäune zum arabischen Viertel von Hebron. Ein etwa 20 jähriger Araber spricht auf uns in Englisch ein: „Kommt mit mir, ich zeige euch was Hebron bedeutet. Ich führe euch durch das arabische Viertel und zeige euch, was die Israelies mit uns machen und wie wir deswegen leben müssen. Habt keine Angst, euch passiert nichts….“ Wir lehnten dankend ab und sahen, wie ein kleines vielleicht 12 jähriges Kind von einem Soldaten aufgefordert wird, seine Hände vom Sperrzaun zu nehmen. Der Soldat wird Handgreiflich und reist ihm die Hände vom Zaun weg. Aber das arabische Kind versteht nicht, warum es sich jetzt auch noch vom Zaun entfernen soll. Der Soldat stellt sich wie eine Mauer auf Körpernähe vor den jungen und nimmt seine Hände auf bedrohliche Weise an sein Maschienengewehr. Nach langen bösen Blicken schreitet der junge gezwungener Maßen ein paar Schritte zurück, bis er sich letztendlich umdreht und mit dem Araber, der uns eine Tour anbot weggeht. Wir gingen in eine Synagoge, die zweigeteilt ist. In diesem wohl einzigartigen Haus befindet sich eine Synagoge und eine Moschee zusammen. Das der Synagogenteil ursprünglich auch mal Moschee war, ist an den arabischen Schriften auf den Fließen zu erkennen, die immer noch die Wände und Torbögen verzieren. Wir gingen wieder raus auf die Straße, in die unerträgliche Hitze. Die Probagandamusik läuft immer noch. Ich beginne ein wenig auf der Straße entlang zu laufen. Hebron ist schon Tod. Kein Mensch zu sehen. Alte, total in sich zusammenfallende Häuser. Mauer an Mauer. Auf dem gegenüberliegendem Hügel sieht man die gelben und grünen Flaken der Hisbollah und Hamas. Einzelne Schüsse Fallen. Die Straßen sind leergefegt. Außer Dreck, der durch den Wind herumgewirbelt wird ist nichts zu sehen. Aller 5min im Wechsel kamen 2 Soldaten vorbeigejoggt oder ein Militärsfahrzeug vorbeigefahren. Eine Frau mit Kopftuch läuft über die Straße und biegt in der nächsten Gasse schnell wieder ab. Ich entdecke eine Treppe, die auf das Dach eines verlassenen Hauses führt. Die Angst war in den Beinen zu spüren, aber der Drang zu wissen was da oben ist, trieb mich an. Auf dem Dach angekommen, sah ich eine Treppe, die in das Haus hineinführte. Wieder dachte ich kurz nach. Letztendlich tat ich auch diesen Schritt und stieg die ersten Stufen herab. Doch nicht weit und ich hielt an. Ein widerlicher Geruch stieg aus dem Haus heraus. Ich nahm mein T-Shirt und zog es mir über die Nase, sonst hätte ich mich durch den Geruch nach Verwesung übergeben müssen. Ich stieg den nächsten Absatz herunter. Vor mir noch ein paar Stufen bis zum ersten Raum. Der Geruch wurde immer intensiver und ich begann durch den Mund zu atmen um es nicht zu riechen. Ein kurzer Blick um die Ecke und dann hielt mich nichts mehr an diesem Ort und ich ging so schnell es ging wieder Treppen aufwärts an die frische Luft. Ich sah einen total ausgebrannten Raum. Auf dem Boden ein haufen Müll und mehrere Magazine einer Waffe. Der Grund warum ich raus rannte, war der Geruch – ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich registrierte ihn zwar nicht, da ich durch den Mund atmete, aber mir ist so schlecht geworden, dass ich raus musste. Ich dachte mir: Genug gesehen. Auf dem Rückweg sah ich auf einer Nebenstraße 2 Soldaten, so vollgepackt, wie ich sie nur aus amerikanischen Kriegsfilmen kannte, auf einem Haus stehen und wie sie 2 arabische Bauarbeiter dabei Beobachteten, wie diese die Mauer neuer Häuser hochziehen sollten. Wir gingen zurück zu dem gebiet, wo die Israelischen Soldaten standen. Dort waren auch 3 kleine Geschäfte, wo Araber versuchten an Besucher ihren Schwarzmarktkram loszuwerden. Wir fragten nach einem Kaffee. Der Ladenbesitzer zögerte nicht. Innerhalb von 2 min, stand ein kleiner Tisch, für jeden ein Hocker und ein Kaffe bereit. Wir unterhielten uns sehr nett über Sprachen. Verbindungen zwischen Hebräisch und Arabisch und über Deutschland und viele, viele andere Sachen.

Ende verabschiedeten wir uns von dem Gastfreundschaftlichen Herren und gaben ihm ein großzügiges Trinkgeld. Wir liefen zum Bus, der uns nach Kiryat Arba bringen sollte. Ein israelisches Siedlungsgebiet, direkt an Hebron angrenzend.

Vor dem Siedlungsbau gehörte es sogar mal zu Hebron. Als wir aus dem Bus ausstiegen schien uns der größte Kontrapunkt vor Augen zu stehen. Kleine Geschäfte, Familien auf den Straßen, Kinder, die fröhlich lachend auf der Straße herumfuhren. Die Straßen – alle voll betoniert mit Blumen und Palmen auf dem Mittelstreifen. Die meisten Wohnungen in einem sehr guten Zustand. Ein Schulzentrum gab es auch. Wir kauften uns zuersteinmal ein Eis, um die Innentemperatur wieder ein wenig herunter zu schrauben. Wir setzten uns auf eine Bank. Hinter uns Maschendrahtzaun mit Bewegungssensoren. Sobald jemand den Zaun anfasst, kommt das Militär angefahren. Nach unserer kleinen Gemütserholung liefen wir an dem Zaun entlang bis wir letztendlich uns in einer Gegend befanden, wo es uns nicht geheuer war. Die Häuser von Kiryat Arba verschwanden hinter dem Hügel und wir sahen nur Häuser auf der arabischen Seite, vom Zaun. Keine 5 Meter von uns entfernt. Man hörte Stimmen, aber man konnte niemanden sehen. Ein jeder von uns schaute jedes Fenster der Häuser doppelt ab. Das Herz schlug so stark, dass ich es mehr hörte wie die Vögel, die im Hintergrund zwitscherten. Wir gingen zügig, um so schnell wie möglich, aus dieser Gefahrenzone zu entrinnen. Am Schluss befanden wir uns auf einem Sportplatz und um uns herum begannen unzählige Muizime die Luft mit ihrem Gesang zu füllen. Wir liefen die Runde noch bis zur Bushaltestelle und fragten uns oft, ob dies nun gerecht, oder ungerecht ist. Ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Wir fuhren mit allen Eindrücken voll gestopft nachhause zu unserer Unterkunft und erholten uns zu erst ein wenig. Der Tag sollte noch mehr bringen. Abends liefen wir in die German Colony von Jerusalem. Dort kannte ich drei Volontäre, die wir besuchten und mit denen wir den Abend in der Neustadt fortleben wollten. Wir tranken dort ein Bier und liefen anschließend in die Altstadt. Dort trafen wir weitere Volontäre, die in einer Bar gerade Geburtstag feierten. Als wir auch nach diesem Stopp weiterliefen, ist unsere Gruppe von Anfangs mal 3 Leuten auf 8 gestiegen. Noch ein kleiner Stopp im Sirra (meine Lieblingsbar) jeder kurz getanzt und noch ein Bier getrunken, liefen wir mittlerweile zu neunt weiter in Richtung Altstadtmauer. Ich schrieb schon in dem Artikel, als ich im St. Charles arbeitete, dass ich einen Aufgang auf die Stadtmauer kenne, wo man nichts zahlen muss. Ich führte unsere kleine Gruppe an den Platz. Auf dem Wege sahen wir vor dem Jaffa Gate eine rießen Gruppe orthodoxer Juden im Greis tanzen und laut Lieder singen. Wir liefen weiter bis an den richtigen Platz und stiegen alle zusammen auf die Mauer. Ich und Robert machten noch einen kleinen Spaziergang auf der Mauer, bis wir letztendlich vor einem Zaun standen. Unter uns konnten wir das Blaulicht der Polizei sehen und dachten, dass diese vielleicht wegen uns gekommen sei. Also überlegten wir nicht lange und kletterten über den Stacheldrahtzaun um den Mauerverlauf zu folgen, bis zum nächsten Abgang. Auf dem Wege, sahen wir wie die Polizei zu einer Gruppe jugendlicher fuhr und somit waren unsere schlechten Gedanken in Luft aufgelöst. Dennoch verlangte die Uhrzeit, dass wir schnellstmöglich das Bett aufsuchen sollten. Den nächsten Tag schliefen wir aus und machten uns anschließend auf den Weg zur  Central Bus Station um dort mit dem Bus weiter ans Tode Meer zu fahren.

Alles war perfekt. Wir fuhren mit dem Bus zur Central Bus Station und aßen dort erst einmal Mittag. Während Robert und Fabian uns allen ein Kaffe bestellten, versuchte ich in Erkundung zu bringen, wann denn der nächste Bus fährt. Hier entstand ein kleines Missverständnis, welches uns viel Zeit kostete. Ich bekam zwar die richtigen Zeiten des Busses, welcher am Toden Meer (en Gedi) anhält und dann weiterfährt nach Eilat, jedoch nicht für die Busse, welche nur bis zum En Gedi fuhren. Somit stellten wir 13:05 Uhr fest, das der letzte Bus 13:00Uhr gefahren ist und der nächste 15:40Uhr fährt. Also hatten wir diesen Zeitraum zu überbrücken. Aber das war nicht das Problem, sondern das große Problem bestand darin, dass die Ankunft am En Gedi um etwa 17 Uhr stattfinden sollte und der letzte Bus nach Eilat (welches unser nächstes Schlafziel war) vom En Gedi aus 18:30Uhr abfuhr. Nun gut. So verbrachten wir die 2 Stunden auf einer Bank mit schönem Ausblick und einer Bankfiliale von „Discount“ wo es ein Kaffeeautomaten gab zum kostenlosen Preis. Direkt vor uns, das Gebäude des höchsten Gerichtes in Israel. Wir verabschiedeten uns an dieser Stelle von Fabian und dankten ihm für die freundschaftliche Aufnahme in seinem trautem Heim (Danke Fabian Schmidtmeier). Nun hatten wir nach einer Aussichtsvollen Busfahrt eine Stunde zum Baden. Aber mal ganz ehrlich – in diesem Salzsirup, reicht das auch vollkommen aus, denn alles andere wird irgendwann unangenehm für die Haut, Augen und Mund. Aber dennoch, die Tatsache wirklich auf dem Wasser zu schwimmen ist famos. Es war sehr warm, dass Wasser. Und die Lufttemperatur stand bei 36Grad Celsius. Dennoch mussten wir an diesem Ort die Freude mit einem Bier besiegeln. Schließlich hatten Wir Ferien und waren an einem der schönsten Naturereignisse, die ich je kennen gelernt habe. Pünktlich zur Abreise, standen wir an der Bushaltestelle, damit uns der letzte Bus auch ja nicht durch die Lappen ging. Der Busfahrer, erkannte schnell, dass wir deutsch sind und begann mit uns zu reden, da er früher jedes Jahr Deutschland besucht hat. Mit vorliebe Berlin. Aber er wr un schon seit 7 Jahren nicht mehr dort. Er meinte in 2 Wochen, fährt er aber wieder mit seiner Frau hin. Anschließend kam ein Schaffner, zum Fahrkarten kontrollieren, der ebenfalls feststellte, dass wir deutsche sind und uns fragte, was dunkel bedeutet. Weil er in einem Lied von Ramstein immer „dunkle Haut“ gehört hätte. Dann erzählte er noch wie er diese Band liebt und mit seinem Sohn zusammen sogar nach Tschechien zu einem Konzert gefahren wäre, bis er letztendlich unsere Fahrkarten sehen wollte. Auch diese Busfahrt bot uns ein schönen Ausblick in die Negevwüste bei Sonnendämmerung mit 2 Pausen bis hin zur Ankunft in Eilat um 20:15Uhr an der Central Busstation.

Wir liefen zur Wg meiner israelischen Freundinnen. Die Treppen aufgestiegen, stehen wir nun vor der Tür, klopfen höflich an und öffnen langsam die Tür. Dahinter schon Stimmen zu hören. Wir schauten in 5 überraschte Gesichter. Da gab es wohl mal wieder Absprachenmissverständnisse. Es war aber nicht weiter schlimm. Die Mädels hatten nur ein meeting mit freunden und Chef von der Arbeit. Somit waren wir allein in der Wohnung, genossen die Ruhe bei einem Bier, machten uns frisch und gingen noch einmal raus, um einen Spaziergang in der südlichsten Spitze Israels zu machen.

Wir ließen nicht lange auf uns warten. Am nächsten Tage zogen wir nach dem aufstehen sofort durch die Hitze Eilats zum Strand. Im Gepäck ein paar Bier und Schnorchelequipment zur Besichtigung der Unterwasserwelt im Roten Meer. Ca 2h tauchten wir bis zum totalen Erschlaffen des Körpers. Neben uns Windsurfer, Wasserskifahrer, Taucher und normale Badegäste. Vor uns das Rote Meer und die Kulisse der Jordanischen Gebirge. Anschließend genossen wir die Sonne an diesem Ort. Auf dem Heimweg kauften wir ein paar Nahrungsmittel ein und kochen für uns, die Mädels und einem weiteren Besuchergast der Mädels. Am Abend zogen wir wieder durch die Stadt und besuchten Einkaufspassagen, ein Hafen und landeten letzt endlich wieder am Strand. Dort saßen auch noch andere jugendliche, die uns zu heranwinkten. Ca. 2Uhr saßen wir wieder zuhause und stellten uns langsam auf ins Bett gehen ein. Plötzlich fand ich eine Gitarre, dessen Seiten, die ich begann zu zupfen, viel Freude in mir hervor ruften. Ich konnte nicht widerstehen. Ich wollte unbedingt auf die Straße und anderen Leuten eine Freude bereiten, indem ich ihnen meine Gitarrenkünste (die ungefähr bei null oder noch weniger liegen) kostenlos präsentiere. Gesagt getan. Ein Spätshop, in dem der Verkäufer sehr gelangweilt drinstand, bekam das erste Ständchen. Er hatte viel Freude und belustigte sich stark an unseren Liedern und Texten. Als wir weiter zogen, wünschte er uns noch viel Erfolg und gab uns den Tipp vor der Polizei aufzupassen. Eine Gruppe von Arbeitern, Straßenkehrer, eine Frau im Park, Die Security vorm Airport und noch 2 weitere Spätshops bekamen ebenfalls ein paar Ständchen. Auch die Polizei kam. Wahrscheinlich nicht wegen uns, aber wir zogen es trotzdem vor die Mülltonne als Sichtschutz und Deckung vor Ärger zu nutzen. 7:20Uhr fanden wir dann Ruhe in unserem Quartier und noch Heute lachen wir über den so außergewöhnlichen Abschluss des Urlaubs.

Was bleibt noch zu sagen:

Wie ich es schon so oft versucht habe zu sagen. Es gibt Dinge, die kann man nicht schreiben, die kann man auch nicht erzählen, sondern die muss man einfach erlebt haben.

Published in: on 21. Juli 2010 at 20:10  Hinterlasse einen Kommentar  

Einfach losfahren…

Es macht wirklich süchtig. Der Adrenalinausstoß, erzeugt durch die Unwissenheit, was als nächstes kommt. Geht alles gut? Wird’s schön? Ein Land wie Jordanien ist nun nicht der sicherste Ort zum Bereisen. Gerade für Touristen stellt sich Jordanien als ein nicht ganz ungefährliches Land heraus, was Bombenanschläge auf Touristenzentren widerlegen. Der „Adrenalinkick“ war da!

Mehr als mit welchem Bus wir zur Grenze kommen wussten wir bei unserem Start noch nicht. Und selbst da waren noch Lücken improvisatorisch zu füllen. Letztendlich kamen wir jedoch da an, wo wir hinwollten. Zumindest für den ersten Tag.

Es ist 20 Minuten vor Jordanien

An und für sich steht Israel ja nicht unbedingt schlecht mit Jordanien. Dennoch halten sich äußerlich die Kontakte wohl eher nur auf das nötigste beschränkt. Auch die Grenze ist getrennt. Zwischen ausreisen und einreisen wird man mit dem Bus gefahren. Doch auf den müssen Kai und ich ca. 20min warten. Aus langer weile packte ich meinen Haggisack aus und begann zu spielen. Eine gute Runde. Ca 10 minuten brauchte ich um meinen Ball auf dem Dach des Wartehauses der Grenzzone zu platzieren. Ich suchte den nächsten Soldaten auf und fragte ihn, ob ich denn kurz auf das Dach klettern dürfte. Er schaute mich verdutzt an. Er wollte wohl glauben, dass er geträumt habe und war vollkommen verwirrt. Sein Gesichtsausdruck verriet, dass er die Frage gerade für sich noch mal wiederholte um auch wirklich sicher zu gehen, ob er das jetzt richtig verstanden hatte, was ich ihn fragte. Nach einer Weile bedenkzeit wurde mir dann letztendlich genehmigt unter Waffenaufsicht einen kurzen Abstecher auf das Grenzhaus zu machen. Das ganze folgte noch ein 2tes mal ca.30 Sekunden, nach dem ich wieder vom Dach herunterkam. Nun hatten wir somit die 20min gut mit viel Spaß ausgefüllt, und begaben uns zu dem zur Abreise mittlerweile fertig stehenden Bus, um einzusteigen. Die Reisepasskontrolle vorm Bus stellte heraus, dass wir hätten die 20 Minuten lieber damit verbringen sollen, die Genehmigung zur Ausreise zu organisieren und unseren Reisepass hätten stempeln sollen. Wir wurden nicht in den Bus hineingelassen, sondern in das Grenzgebäude zurückgeschickt um da alle formellen Dinge zu erledigen. Man nennt es in Hebräisch „balagan“ (chaos), was wir da an der Grenze veranstaltet hatten. Denn der Bus zuzüglich aller Insassen und Fahrer mussten auf uns warten

An der Jordanischen Grenze angekommen kauften wir uns für ca 10€ pro Person das notwendige Visum und liesen uns 30min lang von Zollangestellten und Polizei zutexten.

Jordanien


Mittlerweile Stock dunkel. Ein riesen Parkplatz vor uns. Die nächste Stadt 10min mit dem Auto entfernt. Aber welches Auto? Wir haben keins. Auf dem Parkplatz stehen ein paar Taxis. Ist ja auch nicht schlecht. Bloß funktioniert ein Taxi immer nur mit einem gewissen Geldaufwandt. Das stellte sich als schwierig heraus. Wir standen schon ca 5 min auf Jordanischem Grund. Aber Geld kam keins. Alles leer. Für 2 Personen hatten wir ungefähr 5 Schekel. Das sind auf die Person umgerechnet 50 Cent. Und das noch in einer Währung, die niemand sehen will. Standort Jordanien. Mitten in der Wüste, auf einem großem Parkplatz am ende des Grenzüberganges. Vor uns schon die ersten Taxifahrer, die auf uns zu gerannt kamen wie hungrige Geier. Sie fragten uns alle das selbe. Wo wollt ihr hin? Amman? Wir bejaten die Antwort und gaben die kleine Bemerkung dazu, dass wir aber kein Geld haben. Plötzlich waren wir wieder allein.

Wir fanden glücklicherweise einen Taxifahrer, der uns das Vertrauen schenkte, um uns ersteinmal nach Amman (130km) zu fahren und darauf zu hoffen, dass unsere Bankverbidung in Jordanien funktioniert. Der erste Geldautomat wollte nicht einmal unsere Karte lesen. Auch der zweite gab das Geld nicht heraus. Der Adrenalienpegel stieg enorm. Wir befanden uns in einem Unbezahltem Taxi, ohne Geld, in einem fremden Land, wo die Gesetzgebung und die Gesetzausführung sehr stark voneinander abweichen. Das mein gesamter Körper vor Adrenalinüberfluss begann zu zittern war wohl ein Zeichen, welches mir deutlich machte, dass ich in einem schwarzem Loch, ein Urlaub ohne Zukunft, nur der jetzige Augenblick und die Geschrieben Geschichte bestehen. Erst am Ende wird sich zeigen, wie ich und Kai zusammen das schwarze Loch bunt angemalt haben.

Arabic Bank of Jordan war unsere Erlößung. Nach dieser Aktion, mir ein sehr sympatisches Unternehmen. Auch das Gesicht des Taxifahres schaute etwas zufriedener aus, als Kai von dem Geldautomaten wiederkam und mit 300 Dinar in der Hand rumwedelte.

Der Taxifahrer fragte uns auf schlechtem englisch, ob wir schon wüssten wo wir schlafen. Ich schaute Kai fragent an bis wir Zeitsynchron diese Frage verneinten. Das Kommunizieren mit dem Taxifahrer verlief über Handy. Auch wenn ich dierekt neben ihm saß. Ich sagte meine Fragen und vorstellungen auf Englisch in das Telefon zu einer unbekannten Person und diese Übersetzte es dann dem Taxifahrer auf Arabisch.

Wir fanden eine Unterkunft in Downtown für 16 Dinar pro Person. Ich könnte auch Euro sagen, dass macht vom Wert her keinen Unterschied.

An diesen Abend verspürte uns das verlangen das arabische Nachtleben, in einer 2Millionen Einwohnerstadt, zu erkunden. Dieses Vorhaben erwies sich als sehr Kostenintensiev. Großes Problem war das Umdenken von Schekel auf Dinar. So konsumierten wir in einer Bar, in der permanent irgendwelche Frauen sich zu uns an den Tisch setzten, um einen Trink spendiert zu bekommen nur 2 Bier und eine Shisha für 60 €. Das es im Wert wie Euro ist, wurde uns erst nach dem Bezahlen bewusst. Die Frauen kamen keineswegs wegen unserem schönen aussehen zu uns (obwohl das gut möglich wäre). Wir befanden uns auch nicht in einem Nachtclub. Das ist schlicht weg mal eine sehr kreative Idee der araber den Konsumumsatz in Bars anzuheben. Wir wechselten den Club und bekamen das gleiche Schema noch einmal zu sehen. Wir spendierten abermals wieder nur uns selbst die Trinks und die Shisha und überliesen die „Umsatzsteigerungsfrauen“ Den einheimigen Menschen. Wir achteten diesmal schlicht weg ein wenig mehr auf das Umrechnen und liesen den Abend bis 3Uhr morgens langsam bei arabischer Musik ausklingen.

Der Schlaf wurde nach 2h unfreiwillig unterbrochen. Die Gebetsaufforderung der Muizime aus den Moscheen liesen die Stadt zum Leben erwachen. 15min später setzten wir den schlaf fort.

Der Morgen begann mit einer Stadterkundung bei sattem Sonnenschein. Nach hundert Metern brachen wir dies jedoch ab. Wir sahen das Eingangsschild eines Hotels, welches ich im Internet schon einmal gesehen hatte und dessen Name mir aufgrund seiner extrem billigen Preise im Kopf geblieben ist. Das „Sunrise Hotel“ bot uns ein Zimmer für nur 5 Dinar, anstatt 16. Wir kehrten zu unserem Hotel zurück, packten unsere Sachen und zogen in das billigere Hotel ein. In dem Zimmer war keines falls an „Sunrise“ zu denken, aber wenn man auf die Preise schaute, dann schon. Zumindest für junge Volontäre wie uns. Wir hatten ja nicht wirklich großen Anspruch. Wir wollten lediglich nur ein Zimmer mit einem Bett, um das, sich als gefährlich erweisende outdoorschlafen nicht doch anwenden zu müssen. Denn die Polizei wies uns anfangs schon darauf hin, als sie unsere Isomaten und Schlafsäcke sah, dass dies unsere letzte Nacht sein würde, wenn wir draußen schlafen würden. Nicht dass man uns umbringen würde. Aber wir hätten wohl dann wirklich kein Geld mehr, laut Polizei. Im Hotel eingecheckt, setzten wir den Tag mit arabischem Kaffee und netten Unterhaltungen mit Arabern fort. So erfuhren wir ersteinmal, was man in Jordanien alles machen kann und planten den nächsten Tag mit einer Txirundfahrt durch den Norden Jordaniens mit Jerash und Grade. Zwei Altertumsstädte aus der Zeit, wo noch die Römer dieses Land besetzt hatten.

Anschließend setzten wir unsere Stadterkundungstour fort. Mit dem Vorteil zu wissen, wo man hingehen sollte. So besuchten wir das Zentrum, in dem ein rießen Verkehrschaos herrschte und ein altes Amphibientheater standt, sowie auf dem Berg, die Ruinen des Davidstempels zu sehen waren. Nebenbei bot sich ein fantastischer Ausblick über die Großsstadt sowie für mich die Gelegenheit 7 jährigen arabischen Kindern zu zeigen, was Haggisack spielen ist.

Wir entschlossen uns für diesen Tag essen einzukaufen, um mal vom ständigem Fast Food weg zu kommen. Dies stellte sich aber als äußerst schwierig heraus.

Der Dosenöffner

Das einkaufen war so noch kein Problem. Ein rießen Supermarkt, gleich um die Ecke vom Hotel, bot uns eine große Vielfalt Auch die Preise waren bezahlbar. Wir kehrten in unser Hotel mit insgesamt 1,5KG Fleisch in Dosen, 20 Pietabrote und 500Gramm Käse (alles die billigste Variante) zurück. Im Hotel stellte sich die Frage, wie man am besten Dosen öffnet, ohne einen Dosenöffner zu besitzen. Mein kleines Taschenmesser verhalf lediglich zum verbeulen der Dose und einem ganz kleinem Loch aus dem der Geruch von Fleisch hervordrang. Nun hatten wir genug Anreiz um einen weiteren Trip in die Stadt zu machen um einen Dosenöffner zu organisieren. Vor dem Hotel stand der Hotelbesitzer, ein sehr netter Mann der uns auch viel über Jordanien erzählte, holte seinen Laufburschen ran, dass er uns doch bitte dahin fahren soll wo wir wollen. Wir dachten einfach und sagten, wir wollen einen Dosenöffner kaufen. Der junge fuhr los. Ersteinmal 5 Runden ums Hotel mit lauter arabischer Musik, zum „rumposen“. Anschließend eine 20 minütige fahrt zu seinem Freund, wo er nur schnell eine CD abholen wollte. Dort angekommen stellte er fest, dass er die CD in der Seitentür stecken hatte. Mir kam schon der Gedanke: „Warum sind wir nicht einfach gelaufen?“ Anschließend, dachte sich unser luxuriöser Taxifahrer, wohl, dann lassen wir sie doch am besten in der größten Einkaufspassage am „Arsch von Jordanien“ raus. Er erklärte uns noch kurz wie wir das Hotel finden würden und verzog sich wieder. Nach dieser Atemberaubenden „Sinnloskutsche“ waren wir guter Dinge, denn es befanden sich wirklich viele Läden um uns herum. Doch es kam anders als erwartet. Wir suchten und suchten. Unser Maagen fand mittlerweile Gefallen daran sich mit Luft zu begnügen. Total verhungert und erfolglos standen wir letztendlich doch wieder in einem Falafelladen und waren nicht mehr weit davon entfernt wieder auf Fast Food umzusteigen, als wir entdeckten, dass da einen Dosenöffner hing. Der Ladenbesitzer nutzte ihn zum öffnen von Dosen für die Zutaten seiner Falafel. Er sah wohl die Verzweiflung in unserem Auge und hatte Mitleid. Er gab uns den Dosenöffner und wir gaben ihm einen Dankesdinar. Glücklich kehrten wir nach Stundenlanger Suche wieder ins Hotel zurück und machten uns über die Dosen her. Welch freude in unserem Gesicht zusehen gewesen sein muss, als wir den Dosenöffner ansetzten nd sich die Dose butterweich öffnen lies. Diese Freude hielt jedoch nur solange an, bis wir es verkostet hatten. Das wohl wiederlichste Fleisch, welches mir je unter die Augen gekommen ist, stand nun offen vor mir und wir wollten es nicht wahr haben. Auch der Käse schmeckte mehr oder weniger nach nichts.

Es klingt ein wenig verzweifelnd, aber diese ganze Aktion, hatte soviel Anreiz, dass wir noch den ganzen Abend darüber lachen konnten und sie diesen Umfang im Bericht verdient hat.

Auf Erkundungstour in Nord-Jordanien.

Wir lernen natürlich aus unseren Fehlern. Wir sind ja nicht dumm.

Wir bezahlten diesmal mit unserem letzten Geld, das Taxi im Vorraus und gaben dem Taxifahrer bescheid, dass er auf dem Weg doch bitte wiedermal an einer Bank anhalten soll, damit wir Geld für Eintritte der Sehenswürdigkeiten und was halt so gebraucht wird decken können. Heute verschwörte sich aus unerklärlichem Grunde auch die Arabic Bank of Jordan gegen uns. Wir bekamen kein Geld. Der Taxifahrer bekam ein ähnliches Gesicht wie es auch der Taxifahrer nach Amman zuerst hatte. Nun waren wir schon auf dem Weg und auch dieser Taxifahrer (zu unserem Glück) war zu gutmütig, um die Fahrt einfach abzubrechen. Er hatte ja schon das Geld. Gehindert hätte ihn nichts daran. Nein. Er zahlte alle Eintritte und lud uns noch bei einem Freund auf einen Kaffee ein. In der Hoffnung sein Geld natürlich wiederzubekommen. Doch zuerst besuchten wir Grade und Jerash. Beides Römische Altertumsstädte mitten in der Wüste, die zu dieser Zeit keine Wüste war, sondern durch die Regenzeit grün blühte.

Am Ende des Tages hielt unser Taxifahrer an einem Echangeladen. Da wir auf die Banken nicht mehr zählen konnten versuchten wir es mit Travelerchecks umtauschen. Wir klapperten jegliche Exchangeläden ab, doch keiner wollte tauschen. Der aggresieve Fahrstil des Taxifahrers wurde langsam aber sicher Lebensmüde. Zum Glück fanden wir letztendlich einen Laden, der uns weiterhal und Geld auszahlte. Jedoch zu sehr schlechten Konditionen. Anschließend wurden wir zum Hotel zurückgefahren. Wir kauften noch eine Shisha und beendeten den Tag mit Sachen packen, einem gemütlichem Bierschen auf dem Balkon und der nun endlich eigenen Shisha. Letztendlich gingen wir Zeitig ins Bett, denn der morgige Tag sollte 6 Uhr mit der Weiterreise nach Petra beginnen.

Petra


Wir fuhren 6 Uhr von Amman mit südlichem Kurs los, auf die kleine Stadt Petra. In Petra begannen wir mit dem einchecken in einem Hotel und einem gutem Frühstück. Anschließend begaben wir uns in die Schlucht, in der die so Traumhafte alte Felsenstadt liegen sollte. Die Hitze war schon fast unerträglich. Nur der Gedanke zu laufen, lies einen schon in seinem eigen Schweis ertrinken. Dennoch brachen wir auf und liefen langsam aber stetig immer weiter in die Schlucht hinein. Die Felswände links und rechts neben uns wurden immer größer. Kaum vorstellbar, dass an einem solchen Ort eine Stadt sein soll. Doch die Erzählungen waren war. Da ist wahrhaftig eine Stadt. Zwischen den Felswänden der Schlucht treten im Hintergrund langsam systematische Steingebilde hervor. Es wird immer größer. Man erkennt nach und nach mehr Verzierungen bis hin zu dem Punkt, an dem wir auf einem großen Platz in der Schlucht uns wieder befanden und vor uns sich das Gewaltige Tor der Schatzkammer der Nabeäer wieder fand. Manch einer von euch kennt dieses Wunderwerk vielleicht aus dem Film „Indiana Jones“. Es gehört zu den sieben modernen Weltwundern und ist noch 10mal schöner, wie es Bilder beschreiben könnten.

Wir beschlossen an diesem Ort unsere Shisha auszupacken und den Augenblick mit Wasserdämpfen von Apfeltabak zu versüßen. Damit lösten wir viel aufsehen aus. Zuerst die Araber, die in Petra arbeiteten. Sie schauten etwas neidisch und gleichzeitig verstutzt. Eine Shisha an sich ist ja eher Hauptbestandteil, der Araber (Jeder, wirklich jeder raucht Shisha und Zigaretten ohne Ende), als irgendetwas Besonderes. Auch Touristen sehen die Araber in Petra mehr als genug. Aber die Kombination, war außergewöhnlich. Auch für andere Touristen. Wir wurden von Chinesen mit gefilmt und von einer Familie aus Singapore gefragt, ob die denn ein Foto mit uns machen dürfen. Anschließend trauten sich auch die Araber uns zu fragen, ob sie ein Foto mit uns machen dürfen.

Die Tour ging weiter. Laufen Laufen Laufen. Zwischendurch mal klettern und viele Fotos machen. Wirklich Traumhaft und unbeschreibbar schön. Man versucht sich bildlich vorzustellen, wie doch einmal vor mehr als 10000 Jahren Menschen hier gelebt haben müssen.

Wir endeckten in diesem Urlaub noch oft, wie schnell man mit Leuten ins Gespräch kommt, allein nur, weil die sehen, dass du eine Shisha mit dir herumschleppst. Aber dazu mehr, wenn wir an den Zeitpunkten sind. Total erledigt kehrten wir in unser Hotel zurück, nahmen ein sehr gutes Essen zu uns und packten ein weiteres mal unsere Sachen zur Weiterreise nach Wadi Ramm – Die Rote Wüste.

Wadi Ramm

Wiedermal um 6 Uhr im Bus zur Weiterreise, befanden sich 2 deutsche total verschlafene Gesichter von mir und Kai. Schon in Amman organisierte man uns einen Guide im Wadi Ramm, ohne den ein Eintritt in die Wüste nicht erlaubt ist. Er sollte uns vom Bus abholen und die Tour beginnen. Doch da kam keiner. Wir standen da und wurden von hunderten Leuten angesprochen, weil denen auffiel dass wir eine Shisha als Touristen mit uns herumschleppten. Letztendlich kam ein Guide, der noch keine Gruppe hatte und nahm uns mit, damit wir auch in die Wüste können. Ein kurzer Stop am Shop, um alle Wasserkanister aufzutanken. Ein weiterer Kurzer Stop an der „Tankstelle“. Wahnsinn. So wie die Tanken, hab ich früher mit meinem Papa und Bruder Das Swimmingpool aus gpummt. Die nehmen (aufgrund nichtvorhandener Tanksäulen) einen Kanister mit Benzin, stellen ihn höher, als der Tank, stecken ein Schlauch hinein und ziehen am anderem Ende so lange, bis die ersten Tropfen Benzin in ihrem Mund angekommen sind. Dann wird der Schlauch ganz schnell in die Tanköffnung gesteckt und gewartet bis alles Benzin in den Tank geflossen ist. Dabei wird sich eine Zigarette angesteckt und wenn es sein muss auch noch ein zweitesmal Benzin mit dem Mund angezogen. Endlich konnte die Tour starten. Wir fuhren auf der Ladefläche des Jeeps quer durch die Wüste bis hin zum ersten Haltepunkt. Ein Felsen an dem Bäume wuchsen. Mitten in der Wüste. Aus dem Felsen entsprang eine kleine Wasserquelle, die dieses Nautererlebniss möglich machte. Über diese Quelle versorgten sich auch die Beduinen in der Wüste mit Wasser. Die Wüste ist bezaubernd schön. Wir fuhren viele Orte ab und lagen unteranderem auf dem Staubfeinem Roten Sand einer Wüstendüne und genossen einen weiteren Shishahut mit den Arabern. Wir kletterten auf eine Steinbrücke, wir halfen einer Engländerin, die sich beim stürzen von einem Kamel beide Arme brach, lagen auf den Felsklippen und genossen die Aussicht, hatten eine Reifenpanne, begutachteten Steinritzerein der Nabeäer und kletterten auf viele Berge sowie in den Canyon von Ramm. Dieses Klettererlebnis war eine unbeschreiblich große Herausforderung und hätte ungelogen uns beiden das Leben kosten können, da wir kein Kletterequipment dabei hatten. Wir stellten auf dem Rückweg fest, das Hochklettern durchaus was anderes ist wie herunterklettern. Und die Schlucht bot richtig gefährliche Stellen, sowie eine Masse weiteren Adrenaliens für unser Herz. Letztendlich sind wir beide nur mit Schirfwunden davongekommen. Na gut, OK ich gebe es zu. Sicherlich stellte ich mich als der bessere Kletterer von uns beiden heraus. Das liegt wohl auch an den früh gesammelten Klettererfahrungen junges Kndheitsalters in dem Elbsandsteingebirge. Dennoch war ich blöd genug auf den letzten 50 Meter, die gerade aus, aus der Schlucht herauszulaufen waren, einen kleinen Abstecher in den Bach neben uns zu machen.

Nein, es ist noch nicht genug für diesen Tag. Der langsam dämmernde Tag hatte so viele Impressionen für einen jeden von uns beiden. Doch gab es nur kurz Zeit beim Pause machen in einem Beduinenzelt, dieses zu verarbeiten. Für diese Nacht stand uns der totale Eintritt in das Beduinenleben bevor. In dem Zelt in dem wir uns befanden, sollte auch die Ruhestädte für uns, diese Nacht sein. Ein Bier, nochmals eine Shisha und ein Abendessen nach Beduinen art lies den Abend mit Feuer einläuten. Es folgten, lange, interessante Gespräche über das Leben der Beduinen, über Jordanien, über Israel, über Reisen und Aktivitäten bis hin zu einer kleinen Witzerunde und der anschließendem Gemütserholung durch einen sehr, sehr, sehr, sehr angenehmen Schlaf in der Wüste.

Am nächsten Morgen standen wir 6:30 Uhr auf, packten unsere Sachen und verließen die Wüste um den Bus in Richtung Aquaba zu schaffen. Ein wenig hecktig und eine weitere mehr als rasante Fahrt durch die Wüste mit dem guten 4 x 4 Gtriebe Jeep brachte uns rechtzeitig zum Bus.

Aquaba

Ein Reiseziel, welches uns schlicht weg zur Erholung dienen sollte und auch tat. Ziel für diesen Tag war es alles Geld, was Dinar heißt rauszuschmeißen, da der Wechselkurs uns zuviel Verlust bereiten würde. Das sollte sich als weniger Kompliziert herausstellen. Vorallem in einer Grenzstadt wie Aquaba, welche als „Duty free“ Zone zu betrachten ist. Aufgrund der 3 Länder, die an dieser Stadt grenzen gibt es in dieser Stadt keine Mehrwertsteuer.

Wir wollten vorsichtig beginnen und kauften uns in einem kleinen Shop ein Twix zum Frühstück.

Der Ladenbesitzer sah unsere Shisha und das ganze Spiel begann von vorn: Er machte arabischen Kaffee, gab uns Wasser und einen Gasbrenner, schenkte uns Tabak und lud uns ein sich mit ihm hinzusetzen und zu unterhalten. Er selber rauchte nicht. Er war auch viel zu viel damit beschäftigt uns von seinen Kindern zu erzählen und uns auszufragen. Was komisch war. Jeder araber, der erfuhr, dass wir aus Deutschland kam, sagte auf deutsch „Scheiße“. Diese Vokabel scheint auf der ganzen Welt verbreitet und bekannt zu sein, denn auch in Israel ist das die Vokabel, die jeder kennt.

Weiterhin verbruten wir unser Geld im Mc Donalds beim 2ten Frühstück. Auf der Straße beim Tee und Kaffee trinken, am Strand beim Bierschen, beim Friesuer für einen neuen Haarschnitt und eine Gesichtsrasur und letztendlich in einem Restaurant beim Abendessen und dem letzten arabischem Taxi in Richtung Grenzgang zu Eilat.

Eilat

In Eilat angekommen standen wir vor der Wohnung einer mir sehr wohl bekannten Person. Ronny. Ein israelisches Mädchen, die aus Tivon (meiner Wohnstädte in Israel) kommt und in Eilat ebenfalls ein Volontariat macht. Doch die Tür blieb vor uns verschlossen. Niemand zuhause. Das war auch wenig verwunderlich, denn das ganze spielte sich auf einer Überraschungsebene ab. Also war ich gezwungen sie anzurufen und am Telefon darüber zu informieren, dass wir gerne bei ihr hausen würden. Ihre Freude war am Telefon schon sehr gut herauszuhören.

An diesen Abend gingen wir lediglich raus in die Stadt und kochten mit einem Gasbrenner wieder mal Tee und Kaffee. Dabei unterhielten wir uns alle sehr lustig und erzählten von unserem Urlaub, lernten den Standart Hip Hop Tanzschritt und erfuhren noch ein wenig über die große Fehlerziehung, oder auch Nichterziehung israelischer Kinder, besonders aus Eilat, mit denen Ronny und ihrer Mitvolontärinnen zusammen arbeiten.

Den Folgetag nutzten wir (also ich und Kai), während Ronny und ihre Mitbewohnerinnen arbeiten mussten um einen Berg zu besteigen, von dem wir aus über Israel, Jordanien, Ägypten und Saudi Arabien schauen konnten. Nach dem wir uns satt gesehen hatten, genossen wir noch die Ruhe auf dem Berg mit Sonnen und schlafen.

Sinai Küste und Wüste (Sinai/ Israel)

Saudi Arabien und Jordanien

Israel (Eilat) Und Jordanien (Aqaba)

Und hier endet mein Blog. Aber nicht mein Urlaub. Wir verbrachten noch 2 weitere schöne Tage mit den Mädels und weiteren Freundinnen der Mädels (insgesammt 9) beim Sonnen am Strand, beim tauchen mit Korallenriffe anschauen, und Abendprogrammen wie ein Pub und einem Diskobesuch. Das Beste ist wohl das tauchen. Unvorstellbar wie traumhaft das aussieht, wenn man sich in mitten einem Fischschwarm befindet. Der Hintergrund gebildet durch Gestein und Pflanzen.

Noch zu erwähnen, dass ich und Kai an 2 Abenden der Damengesellschaft deutsche Küche präsentierten, die trotz unkosherheit, großen Eindruck erweckte.

Published in: on 11. April 2010 at 14:49  Hinterlasse einen Kommentar  

Ein unvergessliches Wochenende 2.0

Es ist Winter. Die Luft ist Kalt, sowie trägt sie auch Ruhe. Alles schläft. Auch mein Blog. Doch im Gegensatz zu dem Winter in Deutschland, läuft mein Blog nach israelischen Temperaturen. Sicherlich wird’s hier nicht so kalt, wie bei euch, aber dennoch genug um zu frieren. Krank war ich auch schon. So hart das für den ein oder anderen in Deutschland sein muss, wenn er diese Zeilen liest, aber in Israel, steigen die Temperaturen stetig wieder nach oben in Richtung nächste 10ner Grenze. Die letzten Tage waren im Pullover unerträglich. Den Strand hab ich auch schon mal kurz wieder besucht. Aber darüber jetzt noch nicht zuviel. Denn der Bericht startet noch ein paar wenige, aber sehr, sehr interessante Tage zuvor. Und davor greif ich noch mal viel weiter zuück

Vor wenigen Wochen, waren wir als Volontäre mal wieder alle zusammen in Haifa und haben nachts die ganze Stadt unsicher gemacht. Na ja gut, wenn wir ehrlich sind, nur einen ganz bestimmten Club. Und dort fanden wir ein Plakat von dem Konzert von Balkan Beat Box. Dieses Plakat hab ich sofort abgemacht und mitgenommen. Sowie auch kurze Zeit darauf mit der Kreditkarte einer Mitvolontärin 7 Karten für das Konzert bestellt wurden, befanden wir uns in noch viel viel kürzerer Zeit in Tel Aviv am alten Hafen in einer Halle umgeben von tausenden Menschen wieder, um den balkanischen Klängen der Musiker zu lauschen und durch tanzen, pfeifen und springen sie zu unterstützen. Glücksgefühle hoch drei. Und ungefähr doppelt so hoch bin ich gesprungen, vor Freude. Ganze 3h „rocken“, um anschließend 1 ½ h mit dem Taxi nachhause zu fahren und dort nahezu schon schlafend noch die Liegeposition einzunehmen. Noch Nichtmahl lang geschlafen, ging es 9:30Uhr aus dem Bett zur allgemeinen Lagebesprechung. Das Wochenende sollte eigentlich dazu dienen, den Hermond bis auf 3000 Meter zu erklimmen. Denn das was ihr zuviel habt, haben wir zu wenig. Wir wollten auch auf den gefrorenen Wasserkristallen einmal mit Brettern rumrutschen. Doch es blieb uns verwehrt. Ein zu hoher Kostenaufwand, denn ohne Übernachtung wäre es zu diesem Zeitpunkt nicht gegangen. Jerusalem? Für eine Nacht? Nein – Lohnt sich nicht. Plötzlich schoss es wie aus der Waffe in meinen Kopf und von dort aus genauso schnell wieder heraus, in die Ohren aller derer, die in meiner unmittelbaren Nähe standen. „Lasst uns doch auf den Karmel klettern. Da oben gibt’s schöne Drusendörfer.“ Gesagt, getan. Im Kfar durch ein wohltuendes Mittag gestärkt und mit…… ach, hab ich euch ja ganz vergessen zu erzählen…….

Der neue Mitbewohner:

Vor ca 5 Wochen: Ein ganz normaler Tag. Vorerst. Doch der Tag bringt etwas mit sich, was mein Leben in Israel stark beeinflussen wird. Das Kfar  bekommt einen neuen Mitbewohner. Aber keinen normalen, denn der Mitbewohner hat vier Beine, einen Schwanz und keine Ohren. Und er ist ganz bunt. Was kann das sein? Ich sag es euch: es ist ein vollkommen bemalter Kein-Ohr-Hund. Mittlerweile hat Sie den Namen: Nala bekommen und ist offizieller Mitbewohner der Pinat Chai. Ja sie füllt unseren Arbeitstag wieder ein wenig mehr und beschäftigt sich intensievst mit allen Tieren, die außer ihr noch an diesem Ort wohnen. Was ihr widerfahren ist, weis niemand von uns. Doch wir wissen, weil wir es sehen, dass ihr die Ohren abgeschnitten wurden. Sowie, dass sie bunt bemalt wurde (die Farbe ist jetzt weg). Und das ich diesen Hund (wie auch der Spike in Stuttgart) sehr sehr mag und deswegen pflegen werde. Sie hört zumindest erst einmal auf mich. Und das nach 5 Wochen, mit einem Hund, der absolut keinen guten Draht zu Menschen anfangs hatte und selbst gerade mal 8 Wochen in der Geschichte schreibt (laut Tierartzt). ……..

Zurück zum unvergesslichem Wochenende….

Im Kfar durch ein wohltuendes Mittag gestärkt und mit Nala an der Leine zogen wir los durch das Wadi in Richtung Karmel. Auf dem Weg dahin, merkten wir, wie die Regenzeit (die in den letzten Tagen sich mehr als ausgiebig gezeigt hatte) uns das Leben schwer machen wollte. Der lehmige Boden war total pappig und nass. Zum Teil regelrechte Strömungen von Wasseransammlungen die sich einen Weg bahnten, um gemeinsam den tiefsten erreichbaren Punkt zu finden. Wir flüchteten auf einen kleinen „Buggel“. Da oben fanden wir unter anderem einen alten Luftschutzbunker mit Sofas oben drauf. Und auf den Sofas wiederum befanden sich 2 israelische Bürger unseres Alters.

Wir machten Rast und unterhielten uns kurz mit den Israelis. Nach einer halben Stunde bräunen saßen wir plötzlich im Geländewaagen der beiden und wurden durch unbegehbares Gelände sowie auch durch die Wasserströmung gefahren. Während wir uns immerwieder im Auto für diese Hilfe bedankten, brachte Nala ihren Missfallen an dieser Autofahrt zum Ausdruck, indem sie mich und die Polster des Autos mit ihrem Mageninhalt bedeckte. Eine durchaus peinliche Situation. Jetzt kam zu dem ständigem Danke sagen noch ein ununterbrochenes Entschuldigen dazu. Letztendlich hat der Autofahrer selbst es mit Gelassenheit gesehen und wir waren einfach nur froh am Fuße des Gebirgszuges zu stehen und die eigentliche Tour nun endlich beginnen zu können.

Der Karmel ist noch schöner in seiner Landschaft, als ich je gedacht hätte. Wir sind nun wohl auch zum günstigstem Zeitpunk zu dieser Tour angetreten, denn was bei euch Winter genannt wird, muss man hier als deutscher paradoxer Weise als Frühling zugleich bezeichnen. Von Israel über “bayrische Landschaft” bis hin in ein chinesisches Restaurant, in dem man uns das Abendessen servierte. Zuhause angekommen, ging es bald ins Bett. Der lange anstrengende Fußmarsch sollte nur die Einwärmung sein, für den bevorstehenden Ausflugstag, der zugleich den Höhepunkt des reich gefülltem Wochenende bot, als auch einer der Ziele beinhaltete, die wohl noch so gut wie kein Volontär vor uns in Angriff nahm und für mich schon seit Beginn meines Auslandsjahres auf der Wunschliste stand.

4:30Uhr standen Roman, Kai und ich auf, um unseren Magen mit einer Kleinigkeit zu füllen und anschließend mit dem Bus noch die Golanhöhen zu besuchen. Die Betonung liegt auf Höhe. Denn wir suchten den Hermon als Ziel, auf dem wir schon aus der ferne den weißen Schnee, wie auf den Alpen glitzern sahen. Ca 10 Uhr standen wir nach einem 2tem Frühstück und einer schönen, warmen Taxifahrt an dem Skiverleih. Für mich ein noch viel viel mehr besonderer Tag, wie für alle anderen. Denn ich vielleicht der einzigste Mensch, der sagen kann: „Ich habe Ski fahren ins Israel gelernt.“ Zumindest als deutscher. Ja ich bin auch gefahren wie ein Anfänger. Das war schmerzhaft. Die permanenten Stürtze die Kälte (5 Grad), bei schlechter Kleidung machten es zum teil wirklich schmerzhaft. Ich hab nichts mehr erkannt, weil mir die Tränen aus dem Auge liefen. Doch anders wie bei allen anderen Abfahrten musste ich feststellen, dass ich schneller wie alle anderen war. Das machte mir Angst. Ich beschloss mich einfach seitlich umkippen zu lassen. Das hat erstmal geholfen ich verlor an Geschwindigkeit. Doch nicht ganz so schnell wie ich mir das vorgestellt hab. Die Skier flogen quer über den Hermon und ich rutschte „straight on“ weiter. Nach vielleicht 15metern erlaubte auch mir die Trägheit endlich eine Auszeit von dem Adrenalinkick. Anschließend befasste ich mich mit Bremstechniken beim Ski fahren. Das lenken im Gegensatz lernt man sofort auf dem Hermond. Gezwungener Maßen. Der Gedanke daran, dass am Vortag 2 jugendliche dabei gestorben sind, weil sie eine Mine erwischt haben macht einem diese Lektion extrem einfach. Ganz im Gegensatz zu mir leistete sich Roman mit einem Amerikaner ein Wettrennen auf der schwarzen Piste. Ich bevorzugte die blaue. Weiterhin war der Ausflug schon deswegen sein Geld wert, wenn man die Aussicht gesehen hat. Ich vermisse sie schon jetzt. Die Rückfahrt im Bus, diente als sofortige Ruhestädte 3er vollkommen erledigter deutscher Volontäre. Der nächste Tag sollte ja schließlich wieder zum arbeiten dienen. Aber nicht für mich. Mir reichte die Zeit nicht aus. Der Hermon gab mir als Abschiedsgeschenk noch eine kleine Krankheit mit auf den Heimweg. Ich schlief mehr als 15 Stunden und konsumierte mehr als 2 Liter Tee am Folgetag. Dies führte zu einem deart enormen Erholungsschub, dass ich das anstehende Seminar über die Bildung in Israel antreten konnte und dort meine nächsten neuen Erlebnisse haben durfte.

Published in: on 19. Februar 2010 at 20:54  Hinterlasse einen Kommentar  

Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Meines erachtens ja. Bei den deutschen zwar erst in einer halben Stunde, aber für mich schon seit 34min. Da das meine letzte Möglichkeit ist, möchte ich allen Lesern, allen Freunden sowie auch ganz ganz doll meiner Familie zu Weihnachten alles gute Wünschen.

Ich schenk euch eine kurze Zwischenstatistik:

Bis zum heutigem Tage, haben 1.551 Besucher, die Seite aufgerufen.

Also ich find das mal gar nicht so schlecht.

Liebe Grüße:

ירמיו (Jeremias)

Published in: on 23. Dezember 2009 at 22:40  Hinterlasse einen Kommentar  

כופש – Urlaub

Freitag der 4.12.2009.

(bevor es losgeht nochmal der Hinweis, dass man die Bilder rießen groß machen kann, wenn man drauf klickt)

Ein guter, letzter Arbeitstag, der schon regelrecht nach Ferien rief. 3 Morgenjobs, von denen 2 nicht gemacht werden mussten. Mein Workshop in der Pinat Chai, Mittagessen, ein letzter Kontrollgang durchs Kfar und Feierabend. Viele Member waren nicht da. Und somit viele Jobausfälle, für diejenigen, die, die Member beschäftigen müssen. Doch für mich hieß es trotzdem nicht ausruhen, oder Feierabend machen. Ich nutzte die mir zusätzlich in die Hand gefallene Zeit um meinen Urlaub vorzubereiten. Einkaufen, Sachen waschen und zusammenlegen, Sachen packen, und so weiter und sofort……

Am Samstag schlief ich gut aus, stand auf und ging mit einem Liedchen zwischen den Lippen, pfeifend duschen. Ein gutes Frühstück wärmte mich auf, um dann, trotz des Widerwillens meines etwas durch die eingeleuteten Ferien trägen Gemüts, die Wohnung zu putzen, weiterhin Sachen zu packen und letztendlich noch ein hervorragendes Abendbrot zu zaubern. Denn der Besuch stand schon 19 Uhr vor der Tür. Ein junger Spund, namens Timo. Selbst Zivildienstleistender in Deutschland und Freund Romans kam zu Besuch und verbrachte den Urlaub mit uns. Ein Bierchen am Abend, letzte Absprachen und letztendlich zeitiges ins Bett gehen, schloss den ersten Abend bald ab.

Sonntag, der 06.Dez 2009

Unser deutscher Besuch, kam natürlich nicht ohne Mitbringsel. Zum Frühstück gab es häbreische Eier zum Rührei verarbeitet mit angebratenem Baconfleisch von Timo, Weißbrot und Nutella. Jeder nahm seinen ca. 15kg schweren Reiserucksack, gefüllt mit: Zelt, Gaskocher, Topf, Löffel, Becher, Teller, Nahrungsmittel, Anziehsachen, Schlafsack, kurze wie warme lange Sachen, Reiseführer, Badesachen, Taucherbrille, Kompass, Kartenmaterial, Taschenmesser, Pepperspray, Reisepass und der gleichen, schnallte sich ihn auf und dann ging es schon ab zum Bus in Richtung erstes Reiseziel. Und wer von euch weis wo es hingeht, wenn wir denn gen Süden reisen?

Montag der 07.12.09

in Jerusalem 9 Uhr Frühstück. Ich fühlte mich etwas schwach auf den Beinen, da der Vorabend noch etwas meine Innereien beschäftigte. Ein Stadtrundführung für unseren deutschen Freund bei windigen 12 Grad mit dicken Wolken und einzelnen Regentropfen, führte uns auf den Tempelberg, an die Klagemauer, durch die Grabeskirche sowie auch in das getümmel auf dem arabischen Markt (shuck), wo zum dritten Mal, die letzten Sachen gekauft wurden, die für eine Hickingtour durch die Wüste unabdinglich waren. 16Uhr Central Bus Station in Jerusalem. Taschenröntgenkontrolle, Metalldetektor und Reisepasskontrolle

ermöglichten uns den Eintritt an Station 5, von der wir mit dem Bus in Richtung Negevwüste tuggerten um, gute 2h später am Naturpark Ein Gedi wieder auszusteigen. Eine angenehme Warme Luft. Ein leichtes Windchen. Vielleicht 20 Grad. Hinter uns Felsenketten und Wüstensand. Vor uns, dass Tode Meer und die jordanische Küste, über der sich gewaltig  schwarze Wolken aufgebaut haben. Auf dem Campingplatz bauten wir unser Zelt auf, ca. 20 Meter vor dem Toden Meer. Der Gaskocher erhitzte uns eine Brühe, die wir mit dünnen Nudeln etwas verdickten. Dazu noch ein gutes Brot (hab ich in Jerusalem gefunden). Anschließend ein Bierschen am 24h Imbiss, mit interessanten Gesprächen auf Englisch mit dem angestellten des Imbisses. Die Nacht war warm, der Schlafsack blieb verpackt. Eine normale decke und mein Pullover als Kopfkissen, brachten mir eine äußerst angenehme Nacht am Toden Meer. Auch die Luft tut gut. Mehr als das – sie ist fabelhaft.

Dienstag – 08.12.09

8Uhr standen wir auf. Noch nicht einmal den Schlafsand aus den Augen gerieben, lagen wir schon im Wasser des Toden Meeres. Liegen? Ja. Man hätte ohne bedenken wieder einschlafen können. Die Tatsache, dass man im Toden Meer nicht unter gehen kann ist schön zu wissen, aber selbst einmal drin zu stehen und sich einfach umkippen zu lassen, ist sensationell. Unklar wie das funktioniert. Das Wasser ist eigentlich eher Öl. Und es brennt an jeder unreinen Hautstelle, als würde man sich puren Alkohol in offene Wunden schütten. Leg dich ins Wasser, stell dich ins Wasser (ohne den Meeresboden zu berühren) leg dich auf die seite, was auch immer du willst. Es geht alles und du gehst nicht unter. Wenn du schwimmen willst, dann am besten nur mit Armen, denn die Beine schweben in der Luft, damit strampelst du nur sinnlos herum.

9:30Uhr Wir stehen am Eingang von Ein Gedi: Ja, alles was toll ist, ob Natur oder Frezeitbeschäftigung. Hier wird überall Geld abgezockt. Allerdings gibt’s für uns einen Volontärspreis und der ist bezahlbar. Was kann man zur Natur schon sagen. An solchen Stellen, wo man sogar Geld bezahlt ist es einfach nur Traumhaft. Baden in einem Wasserfall mitten in der Wüste. Und klettern klettern klettern, bis wir auf ca. 450 Meter Höhe eine kleine Pause machen wollten um die Aussicht zu genießen, Wasser zu trinken um dann letztendlich noch auf die maximalen 600 Meter weiter zu klettern. Doch was ist dort, in der Ferne? Sieht aus wie ein Mensch. Mitten in der Wüste? Irgendwo aufm Berg? Ja, dass ist ein Mensch. Moment… das ist eine Frau. Mhhh die kommt da einfach mal zu uns gelaufen. Ja, sie kommt wirklich zu uns. Eine israelische Volontärin unseres Alters. Sie arbeitet in der Field school (das erklär ich jetzt nicht – ist uninteressant) und ist Wächterin in Ein Gedi. Sie fragt uns wo wir denn hin wollen: „ We want to go on the top of Ein Gedi“ Die Antwort lautete: „ No, thats not possible. You are to late to climb up on the top. You have to come earlier” So diskutierten wir herum, aber die hübsche Dame wollte uns nicht gehen lassen. Sie legte sich etwas abseits von uns in die Sonne an einen Steinfels und begann zu lesen. Wir hingegen packten unseren Gaskocher aus, setzten wieder unseren Topf drauf und kochten erst einmal Kaffee und überlegten was wir jetzt machen sollten. Neben uns regte es sich. Das Mädel stand auf um mit ihrem Fernglas ein Kontrollblick über die Schlucht, welche links neben uns war zu werfen. Ich fragte sie, ob sie denn auch eine Tasse möchte. Ein langes Kaffeetrinken mit einer von unserer speziellen Nudelbrühe, bei fantastischem Ausblick vertiefte das Gespräch mit der Wächterin. Sie versuchte für uns den Weg zu ermöglichen doch auf den höchsten Punkt zu klettern, um dort nach unserem geäußerten Wunsch zu übernachten (um dem Weg im dunklen nicht wieder runter gehen zu müssen, was sich als äußerst gefährlich erweist). Auch wenn es zwischendurch sehr gut dafür aussah. Dieser Weg blieb uns verschlossen und muss zu einem späteren Zeitpunkt unbedingt nachgeholt werden.

Wir machten uns auf den Weg zu dem nahe liegendem Kibuzz, um dort Nahrung und trinken aufzufüllen. Anschließend, standen wir an der Straße und trampten zum nächsten Punkt. – Massada Höhe

Mittwoch der 09.12.09

Auf dem Campingplatz ca. 1km vor Massada übernachteten wir nach einer interessanten Unterhaltung mit einem Lehrer und dessen Schülern von Jerusalem. 5 Uhr mit Headlight bewaffnet begannen wir im dunklem unser Zelt abzubauen und unsere Sachen zu packen. Anschließend starteten wir den Fußweg zu Massada und auf die Massadaplattform hoch, um von dort aus zu beobachten, wie sich die Sonne hinter den Gebirgszügen von Jordanien in die Höhe streckt. Ein Sonnenaufgang war schön. Bis zu einem später folgendem Punkt, der diesem in allem das Wasser reicht. Anschließend besichtigten wir den historisch wichtigen Ort.An dem zu früherer Zeit viele Juden lebten, die eines Tages von den Römern überfallen wurden und sich alle samt, das Leben nahmen, in dem sie sich die Klippe hinunter stürzten. Heute muss an diesem Ort jeder Elite Soldat seinen Eid leisten, sein Leben niemals, durch den durch Feinde ausgesetzten Druck, selbst zu nehmen.

Anschließend folgte eine Hygienemaßnahme, der besonderen Art und Weise. Ein öffentliches Klo bot uns Wasser zum Trinkflaschen auffüllen und sauber machen. Oberteil ausziehen, waschen neues Oberteil anziehen. Hinter uns reinigte zu dieser Zeit eine Putzkraft die Toiletten. Zähneputzen, Geschirr spülen. In einer Hickingtour muss man halt spartanisch leben. Es sollte ja auch nur noch für diesen Tag reichen.

Canyontour:

Von der sowie auch Ein Gedie 600 Meter Hohen Plattform, sahen wir einen Canyon in der Wüste, der direkt an der Straße Richtung Eilat enden zu schien. Als wir diesen sahen, dachten wir uns: „Warum stur die Straße lang laufen, wenn es doch solch schöne Wege in der Wüste gibt?“ Und schon ging es auf. Allerdings nicht lang. Ein Felsvorsprung im Canyon reizte uns der Art, dass wir nicht widerstehen konnten herauf zu klettern. Gesagt getan. Kaum da oben gewesen holten wir ein weiteres mal unseren Gaskocher heraus und veranstalteten eine kleine Kaffeepause mit Kuchen aus dem Supermarkt des Kibuzzes bei Ein Gedie. Unterhaltungen über Religionen und srael zogen das eigentlich 20 minütig geplante Kaffeetrinken zu 1 1/2 h hin. Anschließend durchquerten wir den Canyon bis zum ende, welches tatsächlich die richtige Straße aufweiste. Die Road 36. Ca 10 min standen wir bis uns unser deutscher Freund Timo schon zum 2ten mal in Rekordzeit ein Auto heran gewunken hatte. Ab nach irgendwo. Er meinte hier könnt ihr warten. Da kommt schon was. Und da kam wirklich was. Ein Bus Richtung Eilat. 3h später befanden wir uns in der südlichsten Stadt Israels.

Erster Gang war zum Geldautomaten. Denn Nahrung in der Wüste zu kaufen und vor allem Wasser, ist nicht das günstigste. Aufgepeppt mit Geld ging’s zum Mc Donalds zum Mittagessen. Fleisch! Lang ersehnt. Ist auf einer Wüstentour nicht mit sich zu tragen, denn das wird in Binnen kurzer Zeit schlecht. Aber das wisst ihr ja selbst. Anschließend genossen wir die Zeit am Strand von Eilat. Zum ersten mal Rotes Meer.

Lange Zeit bevor wir unseren Urlaub starteten:

Es war noch warm, nein heiß und ich arbeitete gerade in der Pinat Chai, als eine der beiden israelischen Volontärinnen, die in Kfar Tikva arbeiteten, mit einer Freundin aus Eilat vorbeikamen. Ich bot beiden ein Kaffee an und sie setzten sich zu mir. Wir unterhielten uns über alles Mögliche, bis hin zu meinem geplanten Urlaub, wo ich von ihr das Angebot bekam, sie doch zu besuchen, wenn ich in Eilat bin. Einige Zeit darauf sprach ich die israelische Volontärin darauf an, ob ich denn sie Besuchen kann, womöglich mit 2 Kumpanen und evtl. sogar dort übernachten könnte. Da meinte sie so was wie, ist wohl eher schlecht, die ist zu diesem Zeitpunkt nicht da. Aber ich hab ne andere Übernachtungsmöglichkeit für dich….

Zurück in die Zeit des Urlaubs:

Anschließend gingen wir zu der Wg, in der wir angeblich übernachten durften. Tatsächlich. Wir wurden herzlichst empfangen. Von 5 Mädchen, die selbst aus Tivon kommen und in Eilat ein Volontariat machen. Eine Dusche!!!!! WOw, dass hab ich schon seit 4 Tagen nicht mehr gesehen (außer die Stranddusche nach dem Toden Meer und der kurz – Hygiene- Action aufm öffentlichen Klo) Endlich mal warm, mit ausreichend Shampoo und hinter verschlossener Tür duschen. Ein besonderes Erlebnis. Aber gut, wir sind ja selber Schuld. Anschließend beendeten wir den Abend mit allen 5 Mädel in einer gemütlichen Kneipe.

Donnerstag 10.12.2009

Den nächsten Morgen ausgeschlafen und gut gefrühstückt, zog es uns mit vollem Gepäck zurück in die Berge von Eilat. Allerdings nur für kurze Zeit. Es gab ein paar gesundheitliche beschwerden bei Timo, die sich soweit ausbreiteten, dass die geplante Übernachtung in den Bergen unmöglich war. Ja sogar das Zurückgehen war nicht einmal mehr richtig Möglich. So dumm das klingen mag, aber als wir bei der vierten Pause innerhalb einer Stunde waren, kamen nicht wirklich 2 Reisebusse aus der Wüste gefahren, welche Schulklassen transportierten, die gerade auf einer Art Exkursion waren.. Der erste fuhr an uns vorbei, wie zu erwarten. Der zweite jedoch hielt an und winkte uns herein. So kamen wir kostenlos mit dem Bus aus der Wüste wieder nach Eilat Zentrum, und von dort aus nahmen wir ein Taxi zum Krankenhaus. Und hier endet der Tag auch schon. Nach einer kurzen Untersuchung, die jedoch 3 Stunden warten bedeutete verurteilte man Timo zu Antipiotika-konsum und 5 Tage Bettruhe. Roman und Timo nahmen sich ein Hostel und ich schlief kostenhalber wieder bei den Mädels in der Wg. Den nächsten Tag wollten wir dann Nach Ägypten gehen. Und das taten wir auch…

Freitag 11.12.2009

Ich traf mich mit Timo und Roman an der Central Busstation in Eilat zum Weiterreisen an die Grenze zu Ägypten. Als ich dort ankam, sah ich Roman stehen und Timo liegend. Schmerzen und Krämpfe prägten seinen Aufenthalt auf der Sitzbank, welcher er zum schlafen nutzte. Nach ewiger Wartezeit kam unser Bus. 15 min später, die Ankunft an der Grenze. Erste Kontrollen schon hinter uns. Vor mir eine Menschenschlange und hinter mir steht Roman und Timo liegt wieder. Macht das Sinn? Nicht wirklich. Zumindest nicht für Timo. Also auf zur Polizeistation der israelischen Grenzpolizei und eine Bescheinigung holen, dass Timo ohne Gebühren wieder aus dem Grenzgebiet heraus darf. Roman und ich blickten nach vorn und durchquerten die Grenze. Timo mietete sich wieder ein Zimmer im Hostel, wo er Ruhe hatte und schlafen konnte und ein Klo zur Verfügung stand, welches er oftmals sehr intensiv nutzte. Wir wurden noch x-mal Kontrolliert, bis wir endlich in Taba standen. Mit dem Taxi ging es dann in Richtung Dahab. Nach 5min Fahrtwurden wir von einem Grenzposten von der Straße angehalten. Jeder sollte 75 Pfund zahlen, oder die Reise sollte für denjenigen, der es nicht zahlt, hier beendet sein. Wir zahlten, denn an dieser Stelle war nun absolut nichts zu finden, außer Dreck, Kamele und Beduinenhütten.

In Dahab angekommen:

Ein sehr herzlichster und unkomplizierter Empfang, des Chefs vom 7 Heaven Hotel machte uns glücklich. Genauso wie die Preise und die Umgebung. Wahnsinnig idyllisch. Eine angenehme Geräuschkulisse bestehend aus Brandungsgeräuchen, angetrunkenen Jugendlichen, die Vikingerschach spielten, Musik aus der Bar und Vogelgezwitscher machten die neue Umgebung ebenso schön. 3 Euro die Nacht und dafür wirklich angenehme Betten.

Das Klo lass ich jetzt mal außen vor. Es war schlicht gehalten.

Wir gingen essen. 2 Bier, ein Wasser (1,5 Liter), Vorspeise, Hauptgang, Nachspeise, noch mal eine Pizza und ein Ägyptischer Tee, sowie eine Shisha, kosteten pro Person umgerechnet 13€. Allerdings sollte man aufpassen, was man bestellt. Die Araber haben es nicht so mit korrekter Fleischhaltung, oder Fisch. Da kann man sich schnell den Magen verderben.

Samstag 13.12.2009

Gut 12h geschlafen, standen wir 10Uhr auf und standen in einer Bullen Hitze, die durch das breite Spektrum der Sonnenstrahlen, in Form von Radiowellen, Gammastrahlen, Röntgenstrahlen und Farbstrahlen, sowie viele mehr, auf die Erde transportiert werden. Ein Kaffe und anschließend ein Rundgang durch die Straße, die direkt am Strand entlang führt und voll mit Läden ist. Ein Araber kommt auf uns zu: „You want to drive Quadbike? I make you an good price.“ Diesen Satz hört man ca 5 mal in der Minute. Genauso wie: “ Hey my friend! Come in my shop! I have beutifull things and i make you a good price!” Aber den Preis mach ich mir lieber selber. Den Handeln kann man in Ägypten wahnsinnig gut. Im Grunde genommen, geht man schon weiter, weil man sowieso weis, dass die Marktverkäufer versuchen einen als Tourist übern Tisch zu ziehen. Aber Quad wollten wir fahren.Und das taten wir auch. Es war der Hammer. Durch die Wüste, bei vollem Sonnenschein und durchgedrücktem Gashebel, zwischen den Felsen entlang. Ein kleiner Sprung über eine Bodenwelle, hinein in den Treibsand, mit einem Linksdrift an den Kamelen vorbei bis hin zu einem Beduinendorf in dem wir eine Kleine Pause bei Tee machten. Dann mit Volltempo runter zum Strand, über ein „Waschbrett“. Um uns herum nur Meer. Wir befinden uns auf einer schmalen Landzunge. 2 Stunden Spaß und Adrenalin pur.

Sonntag der 14.12.2009

Wir schliefen aus und machten nichts. Mal kurz ins Wasser springen, ein wenig in der Stadt herumlaufen und Rumsitzen bis letztendlich ein bekanntes Gesicht vor mir Stand. Genau. Timo war nachgekommen. Wir machten den ganzen Tag nichts. Für den Abend war unsere Sinaitour angesetzt und dafür schonten wir unsere Beine. Um 23Uhr stiegen wir in das Taxi ein. 2h fahrt, gefüllt von mindestens 4 Straßenkontrollen irgendwelcher unseriösen Polizisten, brachte uns an unser Ziel. 1500 Meter Höhe. Und von dort aus hieß es laufen und klettern bis hoch auf 2700 Meter Höhe. Ca. 4 Uhr waren wir da. Temperatur: -2 Grad Celsius

Wir packten unseren Gaskocher aus und machten Kaffee und Nudelsuppe. – Kurz Frühstück.

Dann begann es langsam heller zu werden.

6:15Uhr erhob sich der Sonnenball über den Horizont. Und es wurde Schlagartig wärmer (War aber trotzdem Kalt) Hier können Bilder besser erzählen, als ich….

Letztendlich das herunterklettern und nachhausefahren, brachte uns 12Uhr Mittags exakt total erledigt ins Bett. Aber nur 2h, dann hieß es wieder Quadbike fahren. Timo sollte es auch erleben.

Dienstag 15.12.2009

Nun hieß es Sachen packen und ab nach Eilat. Warum? Geld war alle. Wir hatten die letzten Pfund und Überbleibsel von Schekel zusammengekratzt um die Reise nach Tivon zu bezahlen. In EIlat, hatten wir noch 12h Aufenthalt, bis letztendlich unser Nachtbus nach Haifa fuhr. In der Katzenelson angekommen. 6:20 begrüßten wir unsere Wg Mitbewohner, die sich gerade auf den Weg zur Arbeit machten.

Nun, was bleibt letztendlich zu sagen. Das gleiche Wie immer. Schön dass ich euch schreibe was ich mach. Aber was ich erlebt hab ist doch immer noch was anderes, wie der Text. Manches klingt unspektakulär. Aber da müsst ihr mir dann halt vertrauen – Es war ein Hammer Urlaub.

Published in: on 22. Dezember 2009 at 21:55  Kommentare (2)  

Schon wieder Jerusalem…

Ja sie ist immer noch wunderschön und noch nicht annähernd gut genug erkundet. Die „Möchtegernhauptstadt“ Israels.

Ich zögerte lange, mit der eilenden Entscheidung, ob ich mit nach Jerusalem fahre, oder das Wochenende in Tivon verbringe. Ein Grund, warum so lange Funkstille in meinem Blog herrschte war, dass ich wohl die ganze Zeit nichts anderes machte, als arbeiten, und am Wochenende sozusagen nur „Standart“ in die Stadt gehen angesagt war. Warum fällt mir dass dann so schwer ja zu sagen? Weil nächste Woche mein Urlaub beginnt, wo ich zum ersten auch unter anderem in Jerusalem bin und zum zweiten ich mir dachte: ein wenig ruhe schont Geldbeutel und Nerven, was beides für meinen Urlaub zusprechen würde. Und dennoch sagte ich ja. Ein nein zu Jerusalem ist wohl eher nur durch ein Synapsenfehler oder durch einen Versprecher heraus zu bringen.

Samstag früh 8 Uhr startete die diesmal für mich kostenlose Fahrt.

Grund dafür, dass Jonna, Roman und ich kostenlos nach Jerusalem fahren konnten war ebenso mit ein Grund, für meine Entscheidung, mitzufahren und lag zu einem bei dem bevorstehendem Weihnachtsmarkt und der darauf geplanten Ein-Tages-Wüstenwanderung zur Vorbereitung auf meinen und Romans Urlaub (incl. Eines Freundes von Roman, der aus Deutschland zu Besuch kommt).  Monika nahm uns drei mit ihrem Auto mit zum Weihnachtsmarkt.

Ja. Ein Weihnachtsmarkt sollte es in Israel eigentlich nicht geben, jedoch stellt die Anzahl deutscher Besucher, sowie deutscher Volontäre und Angestellten in Jerusalem genug Publikum dar, um einen kleinen deutschen traditionellen Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Und zwar in dem Kreuzgang der evgl. Erlöserkirche.

Also das heißt sozusagen für mich arbeiten. Denn Kfar Tikva hat auch einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt, wo Produkte der Behinderten verkauft wurden und Kfar Tikva selbst präsentiert wurde. Nebenbei auch Stände anderer sozialen Einrichtungen, sowie Glühweinverkauf und Weihnachtsüßigkeitenstand, rundeten den viereckigen, 2 etagigen Kreuzgang ab und füllten ihn mit schönen Angeboten. Ich habe noch nie so intensiev Glühwein genossen, wie dieses mal. Denn es war wohl die einzigste Möglichkeit, einen Glühwein zu trinken. Außer ich finde Glühweingewürze.

Der Weihnachtsmarkt ist zwar absolut nicht mit dem zu vergleichen, was man unter einem deutschen Weihnachtsmarkt eigentlich versteht, aber das wird auch durch naturelle Gegebenheiten etwas schwierig. Damit meine ich vor allem klimatische Bedingungen. Aber auch einfach das Umfeld, die Stadt, die Häuser, die Muizimtürme und der arabische Markt, den wir zwischendurch besichtigten, passt da enfach nicht rein.

Den Tag beendeten wir in einer rießen großen Volontärsrunde, mit allen, die in der Umgebung arbeiten, Zeit hatten, Roman und ich.

Der Folgetag: Sonntag, der 29.11.2009

Die Natur packte uns, sowie die Unwissenheit über alles das, was hinter der Grenze zur Westbank liegt trieb uns an, einen Tagesausflug zu starten, dessen Ziel das Fwadi Quelt (gesprochen: kelt) mit der Stadt Jericho war. Also fuhren wir nach einem sehr gutem Frühstück im St. Paulushaus mit einem arabischen Bus über die Grenze ins Palästinaland. Wir fuhren zuerst nach keine Ahnung und stiegen dort in ein Sherut um, welches uns circa 5km vor Jericho mitten auf der Straße absetzte. Nein, wir haben dem Fahrer nicht zu wenig Geld gegeben, was ihn dazu veranlasste (eher hat er zuviel bekommen), sondern unser unermüdlicher Naturdrang führte uns zu der Entscheidung nach Jericho zu laufen. Vielleicht auch verständlich, wenn man mal betrachtet, in welcher wunderschönen, landschaftlichen Pracht wir uns befanden.

Ein Vorgeschmack auf den Urlaub, sollte uns einwärmen. Dieser Tagestrip heitzte so an, dass ich absolut keine Geduld mehr aufbringen kann, bis Freitag zu warten, um letztendlich die 2Wochen – Wüstenwanderung zu starten, in der noch einiges mehr ansteht, als dass, was wir hier zu Gesicht bekamen.

Man sollte sich versuchen Vorzustellen, in einer solchen Landschaft zu stehen.

-         Kein einziger Mensch (außer Roman neben mir)

-         Keine Autos

-         Keine Stadtgeräuche

Lediglich totenstille, die nur durch leichte Windgeräusche, Bergziegen oder Adler aufgehoben wird. Man hört sich selbst über Sand und Stein laufen. An manchen Stellen, nahe des Aquädukts,  welches sich durch die Wüste zieht, hört man das beruhigenste Wasserblätschern, was man sich vorstellen kann.

Und doch sind wir nicht ganz allein…

Vor uns ein Felsvorsprung. Die Schlucht macht wieder mal eine linkskurve. Nichts besonderes. Aber als wir immer näher an den Scheitel der Kurve Vordringen, werden die Naturgeräusche lauter. Und als uns die Sicht und vor uns in etwa 70 Meter tiefe erkennt man eine kleine Siedlung. Ein Turm. Glockengeleut ertönt. Wir sehen eine Gruppe von ca 5 Menschen die Pflasterstraße vor dem Gebäudekomplexes, welches sich an der linken Felswand hochzieht, vorbeilaufen. Das St. Georges Kloster.

Dieses Kloster ist eines der ältesten Klosters von Israel und wurde im 5. und 6. Jahrhundert erbaut. Aber warum in der Wüste? Da kommt doch keiner hin (außer wir). Weil das Kloster direkt an dem Höhleneingang gebaut ist, in dem sich der Prophet Elijah vor dem König Ahlab versteckte (Buch der Könige 17-19)

Dieses Kloster steht unter der griechisch orthodoxen Patriarchates von Jerusalem ( ja ich hab das Wort Patriarchates gegoogelt).

Jericho ist ein bisschen kurz gekommen, denn nach 5 Stunden Adrenalinklettern und Todesängsten,

sowie der Traumhaften Aussicht und dem ganzen Impressionen,

wurde uns klar, dass wir noch nach Jerusalem zurück müssen, um von dort aus nachhause zu fahren. Und bei dem Heimweg wird man ebenso schlimmen Ängsten ausgesetzt, wie beim Klettern in 50Meter Höhe.

Ein Sherut im Palästina ist noch circa 10mal so schlimm, wie in Israel selbst. Ja die haben Straßen. Aber im Notfall ist das uninteressant. Sobald es mal kurz nicht weitergeht, kann man links von sich die Straße anschauen, solange man bei dem geholber auf unebenem Wüstenboden noch was erkennen kann. Araber, die sich anschreien, weil sie sich gegenseitig im Straßenverkehr behindern und Fahrgäste, die schon aussteigen um das ganze mit der Hand zu beenden sind Erlebnisse, die einen wirklich mal zeigen, wie gut es einem in Deutschland mit der StVo gehen kann. Abgesehen davon, dass selbst Tel Aviv sauber ist, im Gegensatz zu palästinensischen Gebieten. Ja sogar Tierhaltungen. Mitten auf der Straße ein kleiner Zoo, von Tieren, die dem Tode nicht mehr fern stehen. Eine Automauer am Straßenrand, welche als Spielplatz für Kinder dient. Flaschen und Müll, überall da, wo kein Haus steht (wenn man das Häuser bezeichnen kann). In der Ferne schwarze Rauchwolken. Müllverbrennung – mitten in der Stadt (wahrscheinlich auf der Straße). Ich höre auf. Bilder gibt es keine. Hab ich in den Augenblicken gerade zu vergessen.

Blick von Jericho aus, auf die zurückgelegte Strecke durchs Fwadi Quelt

Es war ein Wochenende welches so voll mit Impressionen gestopft war, dass ich wahrscheinlich die Hälfte im Schlaf zwischen Jerusalem und Haifa verloren hab.

Aber es wird nicht das letzte mal gewesen sein

Published in: on 30. November 2009 at 21:29  Kommentare (1)  

Abwechslung

Genau! Hab ich genug in Kfar Tikva. Aber Israel hat doch so viel mehr zu bieten, als nur den Norden, der ja im Großen und Ganzen, der westlichen Welt schon sehr nahe steht.

Hier ist es unendlich schön im Norden.. Alle haben sich Lieb (außer den Libanon und Syrien). Aber Zwischenmenschlich läuft das doch ganz gut hier oben. Haifa, eine Stadt, deren Dreckheitsgrad an Tel Aviv herankommt, aber dennoch eher an westlichen Richtlinien angrenzt, als an orientalischen oder israelischen. Dann waren wir in Nazareth. Das kam der ganzen Sache schon etwas näher. Und jetzt?

Der Höhepunkt aller Städte:

Kfar Tikva hat gute Partnerschaften, mit anderen Volontärsstellen, allround Israel. Unter anderem auch das Hospize St. Charles. Ein Kloster, deren Aufrechterhaltung durch Schwestern erledigt wird. Diese allein, allerdings wären doch durchaus damit überfordert ein Kloster mit großem Garden im Stande zu halten und vor allem noch nebenbei das Hospize zu führen, durch das, die finanziellen Mittel für die Instandhaltung, ins Hause „gelaufen“ kommen.

Jetzt noch Kurz die Erklärung für Hospize: Damit es keine Missverständnisse gibt. Das ist eine Art Hotel im schlichten Format, für deutsch (oder auch anderssprachige) Menschen, die einen Aufenthalt in Israel erwünschen, hierzu aber auf eine Unterkunft angewiesen sind. In diesem Falle, sind es Pilgergruppen und Einzelpersonen (die manchmal auch pilgern).

Diese Einrichtung verzeichnete in den letzten Wochen viele Besucher. Somit war es den Schwestern, sowie auch den Volontären, die dort angestellt sind, nicht möglich, alles das zu erledigen, was für diesen Zeitraum anstand. Also wird in Kfar Tikva nach Unterstützung angefragt. Nun fahren jeweils ein Volontär für 2 Wochen ins St. Charles, immer dann, wenn es viel zu tun gibt.

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Und Herr Eichler meldete sich freiwillig als zweiter.

19. Oktober 2009

Nach dem ich noch 2 Tage krank im Bett gelegen hab, ohne mich bewegen zu können, weil mein Körper die Kräfte nicht aufbringen konnte, packte ich meine Sachen und stieg in ein Sherut, nach Haifa, in den Bus 960 von Haifa nach Jerusalem und zu guter letzt noch in die 21 zur German Colony. 1 1/2h Fußmarsch mehrmals durch die komplette German Colony (ein Stadtteil) und 3 Runden um das St. Charles (in Unwissenheit) bereiteten meinen Magen auf das gute deutsch Essen vor.

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Der nächste Tag begann mit 2-3 h Abwaschen, des Geschirrs aller Gäste. Mittag essen und anschließend wieder abwaschen. Bis 18 Uhr schlafen und wieder Abwaschen.

Ich nenne es: Abwechslung pur. Ok, ein paar Gartenaktionen (für die Totengedenkfeier)

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und Wäsche zusammenlegen waren kleinerer Bestandteil zwischen durch. Dafür waren Personal und Schwestern um so netter und auch für motivieende Scherze bereit.

Bei diesem Arbeitsrythmuss bleibt einem fast nichts anderes übrig als in der Nacht nach Jerusalem zu gehen. Funktioniert dafür umso besser, wenn man den ganzen morgen nur stur rumsteht und sich maximal vom Waschbecken zur Spülmaschiene bewegen muss.

Aber man hat ja auch freie Tage, in den 2 Wochen.

Es bedauert ein wenig Zeit, herauszufinden, wie man in der Altstadt an sein gewünschtes Ziel gelangt. Die schmalen Gassen, die zu unzähligen in quer und längs, sowie mal diagonal und U-Form Infrastrucktur bilden, ergeben einfach nur noch ein Gassensalat. Ja und an Läden orientieren, sollte sich auch als schwierig herausstellen, da sie gleich aussehen und alle das gleiche verkaufen. Tücher, Teller, Shishas, Schwarzmarktware (insbesondere kopierte Klamotten und Schuhe), bis hin zu in Tagestemperatur Vorgekochtes Fleisch. Auch das laufen ist nicht ungefährlich. Denn die durch die tausenden Besucher (täglich), abgelaufenen Steine, die den Untergrund bilden und dadurch sehr rutschig sind, sowie die in unregelmäßig, aber ständig wiederkommenden einzelnen Stufen, die man beim durch Läden besichtigen auch gerne mal vergisst, zu beachten, als auch die Knochenstückchen, die mal kurz aus der Fleischerei, welche vergammeltes Fleisch verkauft, auf die andere Straßenseite fliegen und deinen Schädel (wenn’s dumm kommt) dabei kurz mit aufsuchen, bilden die Risiken beim Einkaufsbummel in der Altstadt von Jerusalem.  ***neuer krankester Satz***

Trotz dieser ganzen Schwierigkeiten, gelang es mir beim 2. Anlauf, die

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Klagemauer aufzusuchen. Dort war es durchaus auch mal noch etwas gefährlicher, da ca. 2h zuvor eine Steinschmeisserei zwischen 2 religiösen Parteien begann, die nur durch sehr, sehr starkes Polizei und Militäraufgebot gestoppt werden konnte.

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Ich hab nichts abbekommen.

Auch nur mit Hilfe von Roman, der mich auch an die Mauer brachte, konnte mich durch das merkwürdige Gassensystem der Altstadt zur Grabkirche führen.

*** break ***

Dieser Teil folgt zu Ostern. Aber vorsichtshalber mich noch mal daran erinnern

Zur Beweisstellung das ich da war ein kleines Bild

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Kehren wir zurück, zu den nächtlichen Aktionen unter der Woche, sowie auch an Feiertagen.

Ja, hier ist wohl zu viel passier um alles zu erzählen. Das gilt auch für die Altstadt, würde euch aber eher Langweilen, da man es einfach selbst sehen sollte. Und auch das Bildmaterial fehlt mir, denn den Akku den ich mit hatte (ohne Ladegerät) ist Großteils in der Grabkirche drauf gegangen.

Zu einem erklärte mir ein orthodoxer Jude wie man auf die Stadtmauer der Altstadt klettern kann, ohne Geld auszugeben.

Als ich in einer nächtlichen Aktion, diese Aktion in die Tat umsetzen wollte traf ich wieder orthodoxe Juden, die es auf einen anderen Weg wie ich versuchten.

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Mit einem Kletterseil, was einer von oben herunter gelassen hat, kletterten anschließend so ca 5 weitere schwarz gekleidete Jungen Herren mit Hut und silbernen „KlimmBimm“ an den Hosen (kurz: orthodoxe Juden) an der Mauer hoch. 10 Meter weiter rechts, war dann die nächste Überwachungskamera, die sich dennoch als unbedrohlich erwies (in die falsche Richtung ausgerichtet) – Letztendlich belohnte sich das Klettern mit einer wundervollen Aussicht (Kameraakku war leer).

Eine weitere nächtliche Aktion, führte mich über einen Mitvolontär vom St. Charles zu dem Vizekonsul von Österreich. War ein lustiger Abend

Dieser wiederum führte mich zur Konsul-Feier, des österreichischen Nationalfeiertages. Das war wohl auch der anstrengenste Abend in Jerusalem. Die Kopfschmerzen am Folgetag, waren auf den gemischten Weinkonsum zu beziehen. Aber ihr könnt mir glauben, bei dem Wein ist es wirklich schwer „Nein!“ zu sagen.

In dieser Nacht gab es noch das Erlebnis zu verzeichnen, wie das aussieht, klingt und sich anfühlt, wenn früh 4:10Uhr alle unzähligen Muiziemtürme (keine Ahnung wie man das schreibt) in Israel zeitgleich unterschiedliche Gebetsgesänge arabischer Religion über das Land zu verkünden. Irgendwie ein sehr interessanter Klang, welcher aber dennoch mit der (auch wenn eine eher herabwürdigende) Art und Weise am einfachsten zu bezeichnen ist: ein durcheinander gewürfeltes Geheule“

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Ich stand außerhalb der Altstadt und hörte mindestens 5 Türme mit einmal. Es klingt eher Negativ? Die das denken, sollten wissen: Ich bin in Israel. Und das ist Israel. Und es hat was schönes, orientalisches, wie auch alles andere was mit der Altstadt in Verbindung gebracht werden kann.

Nochmal zurück zu der Altstadt und meiner Beschreibung. Es gibt 4 verschiedene Viertel, deren Aussehen sich voneinander Unterscheiden. Der stärkste Unterschied liegt wohl zwischen dem beschriebenem arabischen Viertel und dem wohl gepflegtestem Viertel der Juden, wo auch, die Gassen etwas breiter sind, die Läden sich vom Aussehen sowie auch von den Preisen sehr stark unterscheiden. Die Juden besitzen hier die schönen Läden, deren Preise bis ins Ultrahoch gehen.

Ich vermisse die Stadt jetzt schon. Und es wird nicht lange dauern, bis es mich wieder da hin verschlägt. – Denn es gibt noch viel mehr zu sehen und zu erleben.

Published in: on 2. November 2009 at 21:48  Hinterlasse einen Kommentar  

Sie sind herzlich Eingeladen…

…sollte die Einladung zumindest aussagen, auch wenn es so nicht drauf steht. Zum Tag der deutschen Vereinigung, auch wenn es eigentlich ein anderer Tag war. Sei es drum, ich bin hingegangen und zwar mit allen Volies aus Kfar Tikva.

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17:45 Uhr wurden wir von einem Fahrer aus Kfar Tikva abgeholt. In einem Kleinbus mit exakt einem Platz zu wenig, fuhren nun 13, statt 12 erlaubte, Fahrgäste mit in Richtung Tel Aviv. 95 km in 1 ¼ h, gleich der Zeit, mit der ich zu meinem Geburtstag fuhr, allerdings mit dem entscheidendem Unterschied, dass es diesmal keine Klimaanlage gab. Nein nicht dass es immer noch so Heiß hier ist, aber bei einer Überbesetzung auf so engem Raum, da kann es doch mal knapp werden mit der Luft. Und Fenster auf, auf der Autobahn? Fand die Fensterreihe nicht so toll.

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Schlussfolgerung: Ein ewiges hin und her.

Auf der Botschaftsparty angekommen, gab es als erstes mal die Freude über deutsches Bier (kostenlos) und anschließend die Freude über deutsches Essen (nichtkoscher). DSC03872Das Abendprogramm bestand darin, dass ein eher schlechtes Blechbläsertrio versucht hat, die deutsche Nationalhymne zu spielen und ein etwas sehr stark aufgeregter, wahrscheinlich Politikwissenschaften studierender Student des dritten Semesters kläglich versuchte eine Einleitung auf die folgenden kurzen Reden, einer deutschen Vertretungsperson und einer der Israelichen Vertretungsperson einzuleiten. Ja, ich hab nichts verstanden, da seine Stimme etwas zitterte und er jeden Satz um die Hälfte wiederholte. Das klang wie bei einem Mega-Echo. Was in den Reden gesagt wurde kann ich leider nicht mehr aufrufen.

Nein ich war noch nüchtern. Aber es ist mittlerweile 2 Wochen her.

Außer vielleicht, dass mir die israelische Ansprache etwas skeptisch vorkam, da es eher um israelische Nachbarländer ging, anstatt um Deutschland.

An diesem Abend, lernte ich viele weitere Volontäre kennen, die in anderen Stationen untergebracht sind und ich (wie ich jetzt schon dazu sagen kann) zum Teil auch in Jerusalem wieder getroffen habe.

Im Laufe der Zeit wurde das Essensbuffet leider sehr knapp bis hin zum völligen versiegen, der Nahrungsmittel. Ja, dann blieb uns ja gar nichts anderes übrig, als zum Alkoholbuffet zu gehen.DSC03889 Wo wir 19 Uhr da ankamen, konnte man schon den ein oder anderen ca. 50 Jährigen „sonst was – Beamten“ beobachten, wie er etwas unlogisch komplizierte Umwege durch den Garten lief, wo er doch hätte auch einfach nur gerade aus hätte gehen können.

Zu guter letzt, kam unser Rückfahrgelegenheit um ca. 1 ½ h zu spät, weil er gerade beim schlafen war. Auch nicht schlecht, so hatten wir noch Zeit etwas lustig vor der Botschaft rum zu turnen.

Weitere Botschaftergeschichten im nächsten Artikel.

Published in: on 2. November 2009 at 18:37  Kommentare (1)  

Ein ganz normal ungewöhnlicher Tag

Richtig.

Ungewöhnlich, wie immer. Unplanbar, wie immer. Planmäßig 12Uhr Schluss und tatsächlich erst 16:15Uhr zuhause. Warum auch immer. Großgteils wegen der Arbeit und warum das so ist, dass könnt ihr in den nächsten Artikeln lesen.

Wie dem auch sei.

Darum geht es hier nicht in erster Linie, denn die außergewöhnliche Ungewöhnlichkeit kam durch ein besonderes Erlebnis bei der Arbeit in der Pinat Chai, wo ich heute, eine Schlange in der Hand halten durfte.

Die fassen sich mal echt krass an. Die ersten 2 Sekunden voll ungewohnt und dann will man sie nie wieder los lassen:

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Published in: on 12. Oktober 2009 at 19:13  Hinterlasse einen Kommentar  

Ein unvergessliches Wochenende – ein unvergesslicher Geburtstag

Wo soll ich anfangen? Was war denn der Geburtstag? Und wie war er? Der 20. Geburtstag des Autors dieser Seite, des Menschen der doch immer behauptete, niemals Heimweh zu bekommen und dabei auf seine 2,  außerhalb des Elternhauses, verlebten Jahre plaudierte, wo er doch auch allein war. Der jenige, der wohl den längsten 20 jährigen Geburtstag gefeiert hat und wohl auch den teuersten.

Ich machte schon eine Anspielung im letzten Kommentar darüber, dass ich meinen Geburtstag in Tel Aviv verbringen wollte. Wer mich kennt, würde auch sagen: „Verständlich! Der Herr Eichler, der nie genug feiern kann. Unermüdlich bis durch die Nacht, draußen rum rennt, ohne nur an das Schlafen zu denken.“

Ja genau, dass ist er.

Der Freitag begann nach 5 Stunden schlaf mit einem relativ sehr kurzen und Angenehmen Arbeitstag, der mit dem Mittagessen beendet wurde. Anschließend, schnappten wir, also ich und Roman, unsere am Vortag gepackten Rucksäcke und stiegen in ein Sherut (ein Sammeltaxi) in Richtung Tel Aviv. Schon lang geplant, war diese Tour, die auf meinem Misst gewachsen ist, da ich mir wünschte, dass wenn ich schon einmal im Ausland Geburtstag feiere, der auch richtig gut werden soll. Es ist ja immerhin auch noch der 20te und der ist auch noch rund. Wo kann man besser feiern, als in Tel Aviv? Die Hauptstadt israelischen Bodens, die mit 3 Millionen Einwohnern von insgesamt 7 Millionen, die gute Hälfte, der Bevölkerung fasst. Eine Überwältigende Skyline prägt die Stadt wohl am stärksten im Kopf eines jeden, der diese Stadt besucht. Ja manche wollen auch nur da bleiben und betrachten Tel Aviv als eine rundum schöne ansehenswerte Stadt. Ansehenswert ist sie allemal. Genauso wie schön. Doch sollte man sich vor Augen halten, dass diese Stadt im Schatten der Skyline auch sehr dreckige Ecken verbirgt. Slums, deren Ansehen einem Mitleid für die da wohnende Bevölkerungsschicht hervorruft.IMG_1726 Jede Ecke, hat ihren eigenen Charakter, der vor allem durch widerliche Gerüche durch Müll, Urin, Katzen, verbrannten Gegenständen und allem anderem geprägt ist. Es gibt nur einen Mülleimer. Und in dem baut man Häuser und Straßen, und in dem leben 3 Millionen Menschen, die es absolut nicht interessiert, wie es wo riecht.

Aber, was ist so schön an der Stadt? Man fühlt sich am Strand wie in Miami. Palmen, Strandsand, so fein wie Mehl, warmes Wasser, hinter einem, die immer größer werdenden Hotels, die sich über die komplette Länge Tel Aviv´s erstrecken. In der Stadt fühlt man sich wie in New York. Die Sonne scheint, das merkt man schon an der Wärme. Doch man sieht sie nicht vor Hochhäusern, in denen sich Konzerne breit gemacht haben, wie Microsoft, Google, Yahoo, oder gar Einkaufshäuser. Straßen mit Mittelstreifen, auf denen Palmen stehen und zusammen mit der Wiese darunter, das wohl einzigste Grün in der Stadt darstellen.

In Tel Aviv angekommen  und das Zimmer, des Reut Hospitals bezogen, in dem wir die erste Nacht verbrachten, zogen wir los. Quer durch die Stadt, bis hin zu einem Restaurant in dem unser erster Wunsch für das Geburtstagwochenende erfüllt werden sollte. Sehr Nobel eingerichtet. Wir betraten das Burgerhaus. Die Besonderheit, dieses Restaurants, war, gleich wie der Wunsch von mir und Roman, dass es da trotz Standort Israel IMG_1735nichtkoschere Burger gab. 250 Gramm Fleisch und regelrecht provokant darüber eine dicke Scheibe Käse. Salat, Kartoffeln zierten und füllten den Teller. Und am Ende sogar auch den Magen. Eine Salatplatte wärmte unseren Magen, genauso köstlichIMG_1736 wie auch der Burger, ein. Sehr teuer. Aber es gab noch ein kleines Special dazu, DSC03744welches wohl die Deutschen am besten verstehen unter dem neumodischen Wort: „Bierflatrate“. Nach gut 2 Stunden, war es dann doch gar nicht mehr so teuer, im Verhältnis zur Dienstleistung.

Anschließend eine Stadtbesichtigung für die keine Worte nötig sind:

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Eine Disco suchen in Tel Aviv, ist nicht annähernd so schwer, wie sich dafür zu entscheiden, in welche man jetzt reingeht. Der „Riesenmülleimer“ wird in der Nacht zusätzlich noch zu einer Riesendisco. Genau der Grund, warum Herr Eichler da feiern wollte. Ob auf der Straße, oder in den unzähligen Discotheken, die sich in einer Reihe durch die Stadt ziehen, bis hin zum Strand, wo sich der Rest aller Leute trifft, um den Abend mit Tanzen in Strandbars und Nachtbaden füllen. Wir haben uns unfreiwillig für die Straße entschieden, da in Tel Aviv die Discotheken erst ab 27 Jahre zugänglich sind. Aber dennoch ist es auch für Leute, wie uns möglich, in Discotheken reinzukommen. Aber nicht in dieser Nacht, die um 6Uhr mit dem Sonnenaufgang über der Stadt, vom Krankenhausdach aus für uns beendet wurde. Der Samstag wurde zur Erholung am Strand genutzt. Schlafen im Sand, Baden im Meer und Israelis kennen lernen, die mir einen Eintrag auf der VIP Liste einer Discothek machten, für den Folgeabend, der zum reinfeiern in den Geburtstag genutzt werden sollte. Als ich an der 20 Meterwarteschlange meinen Personalausweis vorzeigte um kostenlos reinzukommen, verwies man mich mit dem Satz: „i can´t find your name on the List.“ Zur Seite. Nicht das mich die Israelis verarscht hätten. Aber bei einer Telefonübertragung meines komplizierten Namens von Englisch auf Häbreisch, kann sehr viel Falschlaufen, so dass mein Name nicht mehr gefunden wird. Immerhin musste ich nicht anstehen und wurde mit meinen Leuten (trotz Alters) sofort reingelassen. Allerdings ermöglichten uns die Preise, der Bar gerade mal 2 ½ Stunden feiern. Umgerechnet 5 Euro fürs Bier (0,33Liter) und dem Satz: „Service not includet“ verliert man in dieser Bar sehr schnell sein Geld. Ja, Bar und trotzdem Disco. Ca vier Bartheken und unmassen an Tischen. Keine Tanzfläche? Doch. Auf den Bars und auf den Tischen. In den Gängen und neben dem DJ. Eine sehr schöne Location, in der das feiern, durch ihre Aufbauweise, noch mehr zum feiern wird. Mein letzter Wunsch für das Geburtstagswochenende, war die Nacht am Strand zu schlafen.272207696_2b8a67c8a0 Ein unvergesslicher Morgen, wenn man aufwacht, mit dem Gedanken Geburtstag zu haben (im Oktober) und hinter einem rauscht das Meer und vor einem strecken sich die Hotels in die Höhe. Roman machte mir ein Geburtstagsgeschenk in dem er mich zu Kentucky Fried Chicken einlud. Ein Eimer frittierte Chickenwings und eine Box frittierter Kartoffelbälle bildeten unser Frühstück bis zum letzten Chickenwings, welches übrig blieb, weil wir uns mit überfüllten Magen sofort wieder in den Schlaf zurückzogen. Als wir dann 12 Uhr wieder aufwachten, waren wir noch ein letztes mal Baden, bis wir unsere Sachen packten um dann die Heimreise nach Tivon wieder anzutreten. Auf der Fahrt wurde mir klar, dass doch trotz meines fernem Elternhauses, der letzten 2 Geburtstage, trotzdem immer Familie vertreten war, welche an diesem wunderschönen Geburtstag fehlte. Ja eine regelrechte Sehnsucht packte mich und drohte mir den schönen Geburtstag kaputt zu machen. Zuhause angekommen, verschwand dieses Problem schlagartig. 13 Volontäre, die mit Geburtstagskuchen auf mich warteten, hatten meine Wohnung so stark gefüllt, dass der Platz für Sorgen gefehlt hat. Ein Anruf, der noch fehlenden Volies, in dem mir ein Geburtstagsständchen gesungen wurde (die übrigens vorher auch noch ein wildfremder Israelie bekommen hatt, da sich die Anrufer beim ersten Versuch verwählt hatten). Ich ging schnell in den Einkaufsmarkt und kaufte 2 Flaschen Wein zum Anstoßen. Und so verbrachten wir in Volie-Runde den Geburtstag bis nach 12 Uhr, wo es dann zu Ende ging. Auch die unendlichen Glückwünsche, die meinen elektronischen Postkasten füllten, brachten mir unendlich viel Freude. Das Freudengefühl wollte selbst heute nicht zu Ende gehen. Ich pfeifte Lieder beim Arbeiten. Und diese Freudengefühle wurden zur Mittagspause noch verstärkt, durch einen Brief mit vielen Glückwünschen, von allen Familienmitgliedern. Mitunter, ein 3 – Seitenbrief, von meiner Mutter, die besten Glückwünsche von Omas und Opas, sowie einem visuellem Geburtstagsständchen, meiner Schwester. Mit Kuchen und Blumen. Einer schönen Karte und ebenso schönen Glückwünschen meines Neffen, Schwager und Schwester Maria. Und einer finanziellen Spritze, die das Kostenintensive Wochenende decken wird. Diese Kostenintensivität wurde übrigens auch durch ein von mir selbstDSC03793 geschenktem Geburtstagsgeschenk geprägt. Der kauf neuer Laufschuhe, um das joggen nicht verlernen zu können, bereicherte meinen Geburtstagstisch. Auch der Brief, vom Kfar mit Glückwünschen auf häbreisch, die ich beim besten Willen nicht entziffern kann, werden mir den Geburtstag immer in Erinnerung halten.

Published in: on 5. Oktober 2009 at 19:43  Hinterlasse einen Kommentar  

Feiertage in Israel

Nein, ich werde jetzt nicht jeden Feiertag aufzählen und den in seiner Bedeutung erklären, oder erzählen, was man da macht. Lediglich wird in diesem kleinem Artikel erklärt, was Roscherschana ist und was Jom Kippur ist.

Das ist auch schon genug, denn Roscherschana, stellt sich mit dem deutschen entsprechendem, vergleichbaren Fest wohl  als der größte Unterschied, der Traditionen dar, und Jom Kippur wohl in seiner Bedeutung, als das am „krassesten“ eingehaltene Fest dar.

Zu Roscherschana gibt’s nicht viel zu sagen, da ich den Sinn letztes mal schon erklärte. Richtig: In Deutschland als Silvester bekannt. Aber vom Raketen abschießen haben die Israelis wahrhaftig genug. So was muss man hier nicht zum Jahreswechsel auch noch machen. Hier muss man sowieso noch unterscheiden zwischen der Feier der Atheisten/ der Gläubigen die trotzdem „Feiern“ wollen und dem heiligem Feste, welches jeder nahezu gezwungen ist mit zu feiern nur auf eine Art entfliehen können. Warum? Nein nicht weil er sonst verachtet wird oder ähnliches, sondern, weil er nicht wirklich viele Optionen hat, wenn die ganze Stadt stillsteht. Kein Bus, keine offenen Läden, keine Menschen, lediglich Katzen auf der Straße. Man könnte ein Spaziergang durch die Straßen machen, wenn man unbedingt Schwitzen möchte. Das ist wohl auch der Grund, warum man hier nie Israelis auf der Straße laufen sieht, außer maximal Kurzstrecken zum nächsten „Tante-Emma“ Laden. Wohl setzten sich diese Leute eher in ihr Auto und fahren in arabische Gebiete, wo häbreische Feiertage soviel Wert sind, wie wild herumlaufende Katzen in Israel. Diese Möglichkeit, bleibt einem dennoch nur an diesem Feiertag, von den beiden, die ich vorstelle. Zuvor aber noch zu der wichtigsten Tradition an diesem Tag. In Deutschland schießen wir Raketen in die Luft. In Israel, bleibt man ein wenig sparsamer, indem man lediglich ritueller Weise einen Apfel in Honig taucht und diesen isst.DSC03423Und natürlich der Gottesdienst ist zumindest für die orthodoxen unentbehrlich. Das mit dem Apfel hab ich gemacht. Schmeckt gar nicht so schlecht. Die Symbolik von dem in Honig getauchten Apfel, soll darstellen, dass man sich selber und mit der Hilfe Gottes, das Jahr (den Apfel) versüßt (der Honig) und somit in so wenig wie möglich schlechte, negativ beeinflussende und Menschenschadende Situationen wie möglich kommt. Der Feiertag, sowie jeder andere ist nach dem Mondkalender gerichtet und geht somit ebenfalls wie jeder andere von einem Sonnenuntergang, bis zum nächsten. Ja, nun noch der angefangene Punkt zur Überleitung, des nächsten Festes namens Jom Kippur. Keine Autos? Richtig. Aber nicht weil die Autos durch besondere Kräfte außer Kraft gesetzt werden, sondern, weil es absolut nicht geduldet ist zu diesem Fest mit dem zu Auto fahren. In Deutschland niemals durchsetzbar, aber hier funktioniert es. Es ist mir sogar zu Ohren getragen wurden, dass, wenn du mit dem Auto auf der Straße fährst zu diesem heiligen Feiertag, du nicht die Gewissheit hast, dass dein Auto in dem Zustand bleibt. Angeblich könntest du in einen Steinhagel hineinfahren, der leichte Lackkratzer bis hin zu schweren Dellen und kaputten Scheiben führen kann. Garantiert nicht legal, aber das ist den Hochgläubigen dann auch egal. Es ist allerdings auch schön zu genießen, keine Stadtgeräusche zu haben. 24h. An diesem Tage machen lediglich Kinder lärm, die den Kreisverkehr als Rennstrecke mit dem Fahrrad nutzen. Und alles in weiß. Jeder Bürger hat ein weißes Oberteil an. Weiß ist die „Feierfarbe“, die zu jedem Fest getragen wird (So wie Schwarz zu Trauertagen in Deutschland). Was aber bedeutet das Fest. Gar nicht schwer. Dies ist der Tag, an dem Gott jedem Menschen der Reue zeigt, ihn von seinen Sünden befreit. Die Traditionen hier legen wohl mehr oder weniger zu einem beim 24h Fasten und soviel beten wie möglich.

Für mich war das ein normaler Arbeitstag, für den ich dafür ein Urlaubstag mehr gutgeschrieben bekomm.

Ich wünsche meinem Neffen Levi Elias, dass er wieder gesund wird, so schnell wie möglich und das er mich nicht vergisst, so das er mich immer noch so dolle mag wie bevor ich gegangen bin. Nachträglich noch alles gute zur Taufe. Auf dass dir, zum Jom Kippur, nicht zu viel vergeben werden muss.

Liebe Grüße an alle in Deutschland, die mich kennen und hier lesen, die auch viele Grüße an die Weitertragen können, die hier nicht lesen.

Da dieser Artikel etwas trocken ist, nutz ich hier den Platz, um einfach mal  ein paar Bilder ohne Großartigen Text einfügen – quasie eine Galerie im digitalem Miniformat:

BILD0018DSC03180DSC03193DSC03153DSC03150DSC03262IMG_8675DSC02161DSC01937BILD0018DSC02288DSC02622IMG_8781DSC03175DSC02794DSC02142DSC02296

Published in: on 1. Oktober 2009 at 22:03  Kommentare (2)  

Wir gingen in die Stadt aus der, der Herr gekommen war

Jesus von Nazaret nannte man ihn. Und heute hieß es, wenn man nach mir fragte: „ Jeremias in Nazaret.“

Und noch zwischen durch eine kleine Frage nach Deutschland: Was ist so bei euch diese Wochenende los? Ich wünsche euch hiermit zuerst einmal shana towa. Das zweite Wort „tow“ kennt ihr ja schon. Und in dieser Kombo heißt es so viel wie: „Ich wünsche euch ein gesundes neues Jahr.“ In Israel ist dieses Wochenende das roscherchana – Fest, was auf Deutsch soviel wie Silvester heißt. Wird hier aber anders gefeiert. Dazu der nächste Artikel.

Beginnend mit einer ¾ h auf den Bus warten, DSC03537starteten wir heute den Ausflug in die bekannte, sowie sehr schöne Stadt Nazaret. Die Stadt ist nicht nur schön, sie zeigt quasi ein anderes Land. Israel ist nicht Israel. Und Nazaret zeigt durch seinen sehr hohen Araberanteil ein anderes Land in Israel. Heute ist, wie auch ausnahmslos jeder andere in Deutschland als Samstag bekannter Tag Sabbat. Was auch ausnahmslos für häbreische Gebiete bedeutet, dass die Stadt nahezu Tod erscheint. In Deutschland geht man Samstags shoppen. In Israel darf man wählen. Sabbat machen oder in arabische Gebiete reisen und da, dass bunteste Leben auf den Straßen erleben, was man sich vorstellen kann. Wir entschieden uns für Variante 2. In Nazaret angekommen und nach einer kleinen Stärkung durch einen Döner liefen wir los. Auf das sich so hervorhebende große Gebäude, welches den Namen „Verkündigungskirche“ trägt. Schultern müssen abgedeckt sein, sonst geht’s nicht rein. DSC03544Als ich im Kirchengelände stand, musst ich an meine Mutter denken, die sich gern Kirchen anschaut und musste feststellen, dass meine liebste Mutter, in dieser Kirche glaub gleich eingezogen wäre. Ja selbst mich hat sie über eine Stunde lang gefesselt. Eingravierungen von biblisch DSC03562autoritären Personen. Sogar mit „Passfoto“, jegliche Zeichen und nicht zu wenig, das Kreuz und Jesus selbst. Unzählige Altare, wo man nicht mehr unterscheiden kann, welcher denn der wichtigste ist. Die Kirche ist in 2 Teile unterteilt. Der untere Teil, stellt die Grotte dar, in der auch ein sehr großer Altar ist und alte Steinreste von dem originalem Grundgemäuer mit integriert sind, auf dem vor wahrscheinlich nicht alt zu langer Zeit das Gebäude neu erbaut wurde, in dem letztendlich in einer 2. Etage die richtige Kirche zu besichtigen ist. Prächtig, königlich verziert und aber doch schlicht. Skulpturen, Wandgemälde, eiserne Kreuze und Fließenbilder auf dem Boden machen den Raum zur Anbetungsstädte. DSC03567DSC03572Über dem Altar, der Grotte, in der zu unserer Aufenthaltszeit ein Gottesdienst im kleinen Rahmen stattfand verbindet ein Loch in der Decke, die Grotte und Kirche zu einem gesamten. Auch in der Kirche selbst, kann man jedes Wort des Priesters unter sich verstehen, sofern man häbreisch kann. Nein ich habe nichts verstanden.

Geht man wieder raus aus der Kirche und der Ruhe gelangt man direkt auf arabische Märkte, die sich um die Kirche schlängeln und steht somit in mitten von tausenden Menschen, die mit Nahrung, Sachen und Souveniere um sich schmeißen und mit Käufern mal lautstark und mal in einem normalem Ton verhandeln. Leben nenne ich das. Nicht zu vergessen, das permanente Autogehupe, weil es nicht voran geht. Der richtige Ort um viel Geld loszuwerden. Immer Bergauf steiler als irgend ein Berg in Deutschland sein kann. Straßen werden schmaler und auch die Menschenmassen weniger. Treppen, Gassen, teilweise schon fast über Häuserdächer führt uns der Weg mit nur einmal verlaufen bis hoch auf die Kuppel, wo wieder 2 weitere Kirchen zu finden sind. Ja, die Kirchen, die wir auf dem Wege gesehen haben, hab ich jetzt mal ausgelassen. Sind zum Teil auch einfach nur moslemische Gebetsräume. Ein Blick, für den sich der sehr anstrengende Weg, vor allem bei den Temperaturen gelohnt hat.DSC03623
Man ist König von Israel, wenn man hinunterschaut. Man glaubt es zumindest. Ein kleines Eis und 2/3 Fotos und dann der einfachere Part wieder abwärts, bei dem man Dinge sieht, die einem niemand glauben würde, wenn man sie nicht Fotografieren kann. Woe sollte man auch nur auf den Gedanken kommen, dass in dieser Gegend Wassermangel herrscht, wenn doch den ganzen Tag lang Millionen Liter von Wasser von sonst woher sich gen Tal bewegen und keiner weiß warum. Wir wissen nur, das wir Probleme hatten, die Straße entlang zu gehen ohne uns total einzumatschen. Ein Ordnungsamt ist hier wirklich sinnlos. Es hätte zwar mehr als genug zu tun, aber Erfolg würde man in Israel nicht erzielen können. Da muss man erst mal die Menschen zur Ordnung bringen. Noch vielDSC03643Glücklicher wie wir es waren, waren ein paar arabische Kinder, als sie meine Kamera sahen und ich sie fotografierte. So große Kameras kommen nicht jeden Tag vorbei. Und zum Abschluss unseres Ausfluges durften wir noch Zeuge werden, wie es aussieht, wenn sich eine Stadt von einer Sekunde auf die andere total freut. Der Handel wurde kurz unterbrochen und ein Freudengejubel brach unter den Menschenmassen aus, als es zum ersten mal in diesem Jahr begann, über Nazaret zu regenen. Kinder sprangen auf die Straße und schrieen laut vor freute. Ich als deutscher Bürger war kurzzeitig etwas irritiert, denn wir bekommen da eher schlechte Laune und suchen uns schnell ein Dach. Diesmal nicht. Die Sachen trocknen ja so schnell wie auch der Regenschauer wieder zu Ende war. Only 5min Regen. Aber für den Freudenausbruch reichte es aus.

Nun sitze ich zuhause und esse Abendbrot. Nebenbei wird geplant, wie wir denn am besten den „Silvesterabend“ verbringen könnten. Wahrscheinlich mit einem Treffen mit den israelischen Freunden, die wir über die Zeit hier in Tivon kennen gelernt haben und ein wenig feiern. Oder für mich heißt es dann eher mal wieder, durch Praxisanwendung, Englisch lernen

Eref Tow (einen schönen Abend euch noch)

Achso, ganz vergessen. Für meine Familie, die schon ganz sehnsüchtig auf ein Foto wartet. OK – überedet hier gibts mal 2 Fotos

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Published in: on 19. September 2009 at 17:19  Hinterlasse einen Kommentar  

Ulpan

ani lomed iwrit ba Ulpan jachad volontärs.

…mhhh, was könnte das nur heißen? Also nehmen wir das mal auseinander. Welche Vokabeln könnten denn halbwegs bekannt sein? Naja, zum Beispiel wäre da die Vokabel: “iwrit”, die ja auch im Englischen vorkommt und volontärs klingt sogar schon fast deutsch. Naja für die, die Englisch nicht können sage ich mal das iwrit übersetzt häbreisch heißt. So, und häbreisch ist wohl auch ne Sprache. Und der letzte Tipp liegt wohl in dem ganzen Anfang dieses Artikels. Sozusagen könnte man ja davon ausgehen, dass wenn, der Jeremias hier einfach mal so en Satz auf ner Sprache raushaut, die er rein theoretisch und auch praktisch (wenn man seine Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch betrachtet) gar nicht beherrschen dürfte, könnte man zu der Schlussfolgerung gelangen, dass ULPAN vielleicht mit der deutschen Wortkombination Sprachunterricht ersetzt werden könnte. Ja ich weis, die Schule ist ja eigentlich vorbei. Aber, dass ist ja in mancher hinsicht gar net so schlecht, wenn man sich hier 2 mal die Woche für a 1 1/2 Stunden trifft. Den so eine Lehrerin kann einem schon um einiges den Arbeitsaufwand für das beherrschen einer neuen Sprache minimieren.DSC02909

Oder etwa nicht? Das ist wohl auch ein wenig von den Vorkenntnissen der einzelnen Volontäre abhängig. Im Unterricht herrscht zumindest von jedem Schüler aus vollste Konsentration, die maximal durch versprecher oder einsetzen falscher Vokabeln mal mit einem herzlichstem lachen unterbrochen wird.

Ja stellt euch vor – der erste Satz dieses Artikels beweist es. Auch bei mir bleibt etwas hängen. Ich erspar euch die Einzelheiten aller Vokabeln die ich schon kann (naja ok es ist noch überschaubar). Vielmehr dürftet ihr euch mit dem Fakt eine Vorstellung machen können, wenn ich euch sage, dass ich nun schon dass komplette AlefBet kann und somit die Fähigkeit besitze, rein theoretisch (und hier bleibts auch nur bei der theorie) jedes häbreische Wort lesen und übersetzen kann. In der Praxis bedeutet es halt dann pro Wort ca 10 minütigen Aufwand, um es zu übersetzen. Da heißt es dann halt “üben üben üben”. Und das ganze, nach 2 Tagen Ulpan. Eigentlich 3, aber bei einer Stunde war ich verhindert, da jemand die neu angekommenenden Volontäre vom Flughafen abholen musste.

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Ich lerne sehr viel bei dem Unterricht. Vielleicht sogar mehr wie alle anderen. Das klingt toll, hat aber eher einen negatieven Hintergrund. Denn die Masse an Wiessen die ich aufnehme, liegt hier nicht an der talentierten Lehrerin, sondern daran, dass ich häbreisch und englisch zugleich lerne. DSC02910Unserere Lehrerin kommuniziert mit uns nur auf häbreisch und englisch, da sie den Deutschunterricht in Israel noch nicht gefunden hat, oder es fehlt ihr an Zeit, was auch verständlich ist, wenn man so eine Gruppe wie uns unterrichten muss. Ein in der Buchhandlung bestelltes Wörterbuch wird diese Woche ankommen und für mich bereit liegen, sobald ich der Verkäuferin 55Schekel in die Hand drücke. Das sollte nun auch kein Problem sein und mir ist es das Geld alle mal wert. Das sollte ungemein helfen.

Published in: on 6. September 2009 at 21:26  Kommentare (1)  

Katzenelson: eine „schöne“ Straße verläuft durch Kiryiat Tivon

Ich steh in Kfar Tikva, was als Dorf zu Kiryiat Tivon gehört, sowie auf einem Hügel DSC02148liegt und schau auf der einen Seite direkt auf den nächsten Berg von Tivon und auf der anderen Seite direkt ins Tal. Ein Weitblick bis ins unendliche. Die Landschaft verschwindet durch die Erdwölbung und einem leichten darauf liegendem Staubnebel der trockenen Aggrarfelder. Es hupt ein Auto. Der Transit, eine vom Dorf finanzierte Mitfahrgelegenheit für alle Volontäre und Member, die außerhalb des Kfar´s wohnen, dient dieser dazu den 30 minütigen Fußmarsch ins Tal und dann auf den anderen Berg hinauf, um einige Minuten zu verkürzen.

„Shalom.“ Sage ich zu dem Transitfahrer, während ich den ersten Fuß ins Auto stelle, um einzusteigen. Die Klimaanlage auf hochtour und der Fahrer, gut gelaunt wie immer, singt mit leichter Stimmenschieflage den gerade im Radio laufenden Titel mit. Wieder mit den Worten: „Toda, Shalom“ (Danke schön, …) setze ich nun, nach 10 minuten fahrt, total unterkühlt, den ersten Fuß wieder nach draußen, auf die Katzenelson. DSC02802Hinter mir befindet sich ein Einkaufsmarkt, direkt an der Kreuzung. Davor drei Bänke auf denen sich die einen oder anderen Renter bequem machen, Zeitungen von der Straße sammeln und lesen, mit anderen Rentnern tratschen oder Autofahrer die hupend vorbeifahren anschreien. Ich steh immer noch vor der Haltestelle. Vor mir eine Treppe, die auf einen Parkplatz führt. In meinem Blickfeld befinfen sich gerade ca. 5 Katzen. Hinter dem Parkplatz noch ein paar einzelne Stufen und ich stehe vor dem Eingang der Katzenelson 21. Nach nicht mal ganz 50 Metern Fußweg und 3 wietern Katzen bin ich da, wo ich hinwollte. DSC02806Der Eingang zu meinem Heim. Keine Tür. Nur ein Eingang. Dahinter, sehr dunkel das Treppenhaus zu erkennen. Auf der Kellertreppe liegt eine Bettmatratze. Die Wände sind dreckig, zumindest da, wo noch Putz an den Wänden ist und es riecht nach Urin. Über mir ein Meer von Spinnen und deren „Häuser“. Ich taste mich in den 2. Stock. Licht gibt es nicht. 2 Türen stehen mir zur auswahl. Fast nicht zu erkennen, steht auf der linken Tür etwas in häbreischen Buchstaben. Wahrscheinlich soll das ein Namensschild sein. Auf der rechten Tür ein Zettel mit 4 Namen in latainischen Lettern. Schon vor der Tür, ja sogar schon im ganzen Treppenhaus ist ein regelmäßiges Wummern zu hören. Ich öffne die Tür und das Wummern wird klarer dazu kommen rythmisch gut hineinpassende Melodiesegmente, die sich aller 4 Takte immer wieder wiederholen. DSC02808Ich erkenne sofort, dass ich in der richtigen Wohnung bin. Ein Mülleimer, eine zumindest gewisse Grundordnung und wenn ich aus dem Fenster schau, liegt unter mir kein Müll, so wie bei allen anderen Fenstern. Ich gehe in die Küche und schau aus dem Fenster. Ich sehe den Einkaufsmarkt, Katzen und Lukas, ein Mitbewohner der WG, wie er die Straße überquert und in richtung Wohnung läuft. Kurz darauf öffnet sich die Tür und Lukas steht vor mir. „Heut Abend kommen Sophia, Judith, Micha und Markus zu uns. Wir wollen ein Film schauen.“ Sagte er zu mir. Ich Antwortete: „Cool, dann könnten wir eigentlich auch gleich alle zusammen Kochen und essen.“ 4 Kurze Anrufe und ein kleiner Einkaufsweg auf die andere Straßenseite ermöglichte uns, diese Planung in die Tat umzusetzen. 15 Bierflaschen, 1Kg Nudeln, 1Kg Tomatenmark, Gewürze, Zwiebeln und Wasser brachten uns ein fabelhaftes essen. Anschließend wurde mit überfülltem Magen noch ein wenig geredet bis wir schließlich 21Uhr begannen einen Film anzuschauen. Der Abend endete ungefähr 1Uhr, nachdem wir den gröbsten Dreck wieder beseitigt hatten. Wir waren alle sehr zufrieden mit dem Abend und auch mit der Wohnung. Für deutsche ein wenig unklar, aber so wie das Haus aussieht, sehen die meisten Häuser aus. Der Mittelstand bewohnt solche Blöcke. Wer mit deutschen ansprüchen denkt hier als Voöuntär leben zu können, der wird wohl nicht glücklich werden. Kiryiat Tivon ist allerdingas noch eher eine Bonzenstadt, wie es der Weg vom Kfar zur Wohnung zeigt. Eine Villa an der anderen. Eine größer wie die nächste. Der  Wohlstand für Mittelständler/ Ärmere/Volontäre hier, besteht darin eine Klimaanlage zu haben und überhaupt etwas über dem Kopf zu haben, was in der Regenzeit dein Haupt trocken hält. Eine Wohnung bezeichne ich es nur, damit ihr wisst, was ich meine. Eigentlich trifft einfach nur symetrisch angeordnete Mauern, eher zu als Haus oder Wohnung. Wie nützlich die Mauern sein können, dürfen wir bald wissen. Die Sonne wird schwächer, es treten häufiger Wolken auf und das Schweisbad wird weniger. Mitte September bis Anfang Oktober, wird es dann beginnen mit Regengüssen, deren Ausmaß für deutsch nicht vorstellbar sein soll. Ich bin gespannt.

Ich grüße alle mir bekannten und wichtigen Häuser mit Wärmedämmung und ohne Müll vor den Fenstern (soweit ich mich noch errinern kann) und natürlich noch viel mehr deren Bewoner.

Published in: on 28. August 2009 at 15:52  Kommentare (2)  

Die Geschichten des jungen Eichlers – Die Rückkehr der Abenteuerstorys

Vor langer langer Zeit schrieb einmal ein junger Mann über seine Erlebnisse, die er während seines Auslandaufenthaltes erlebt hatte. Sein Name war Jeremias Eichler. Lange lange Zeit hörte man nichts mehr von ihm, als wäre er verschollen. Und nun, vollkommen unerwartet, schmeißt er er einen vollkommen neuen Fließtext, mit neuem „Stoff“ ins Netz….

Shalom. Manischma? (weiß nicht obs richtig geschrieben ist – heißt aber: Hallo, wie geht’s dir?

Nun ist die erste, definitiv lange, anstrenende Woche vorbei. Die Arbeit geht in die Routine – allerdings immer wieder mit neuen Aufgaben. Aber man kennt die Leute ein wenig mehr und der Großteil des Tages bleibt gleich. In meinem Falle die Pinat Chai, ein kleiner Zoo, der täglich 3 Stunden Arbeit (mehr oder weniger) in anspruch nimmt. Manchmal mehr, manchmal weniger. Ja ich könnt jetzt schon sehr viel über die Arbeit schreiben. Jedoch soll dies ein extra Artikel werden, der zu späteren Zeit, wenn noch ein paar Erfahrungen hinzugekommen sind, ein paar Geschichten, wie sie auch schon diese Woche vorgekommen sind und so wie die, die den ersten Arbeitstag untermalt hat, etwas interessanter gestalten können(kranker Satz). Heute gibt’s noch ein kleines Abenteuer, welches sich eher mit meiner Freizeit beschäftigt, als mit der Arbeit. Allerdings begann es schon während der Arbeitswoche. Der Donnerstag begann Standartmäßig 6:30Uhr mit aufstehen und Arbeiten. Was undtybisch für den normalen Donnerstag war, war die mittlerweile 2. Abschiedsfeier alter Volontäre. Unteranderem eines Volontärs, der schon 2 jahre hier ist und nun irgendwo in Israel eine Wohnung mietet, in der er mit seiner( hier kennengelernten) Freundin einzieht. Eigentlich gibt’s da nicht viel zu berichten, außer dem sehr leckeren Essen (mit viel Fleisch) und der ungewöhnlichen Bettgehzeit. Es war ein sehr lustiger Abend, der auch zur festigung zwischenmenschlicher Beziehungen zu den neuen Voluntären diente.IMGP0708 Im großen und ganzen, kann ich jetzt sagen, dass man mit den neuen Voluntären eine sehr zuversichtliche Perspektive für dieses Jahr einschlagen kann. Aber es kommen ja noch zwei im September. Wir saßen wieder am Feuer, unterhielten uns, hatten Spaß am Gruppenfotos machen und tranken, das ein oder andere Bier/ Wein/ Schnaps

Der Abend endete für mich ca. 4 Uhr früh  mit folgenden 3 Stunden schlaf bis zum nächsten Arbeitstagbeginn. Meine Eltern fragen sich jetzt vielleicht, wie ich aufeinmal so aufstehen kann, nach so kurzer zeit, wo ich früher nie genug schlafen konnte. Hier die Antwort: Die Hitze. Da hilft nichts und niemand. Ein nicht ganz so tief-fester Schlaf, wie in Deutschland, prägt jede einzelne Nacht hier in Israel meinen Aufenthalt. Freitags gab es erstmal auch nicht viel mehr Schlaf. Die etwas spontane Idee in die Disco (CityHall) zu gehen, raubte mir diesmal den angeblich gesünderen Schlaf vor 24Uhr. Aber es hat sich gelohnt. Eine Art Funky – Jazzband, namens „the apples“ gestaltete auf ihre Art und weise mit 2 DJ´s, Schlagzeugern, Saxofon, Trompete, Posaune und Kontrabass den Abend. Dieser Abend endete 5 Uhr morgens mit einem Gefühl der Müdigkeit, dass ich selbst noch nicht kennen gelernt habe. So war von vorn herein klar, dass der nächste Tag etwas ruhiger gestaltet werden musste. Die Wärme ermöglichte mir circa 7 Stunden Schlaf, der dennoch sehr viel geholfen hat, um wieder in ein halbwegs normales Wohlbefinden zurückzukehren. Also ein spätes Frühstück, bestehend aus 2 Joghurt und 2 Weißbrotschnitten mit Humos. Anschließend der wohl beste Trampgang zum Strand. Selbst mit dem Bus fährt man bis zum Haifa Karmel (beach) ca. 1 1/2h(Der fährt aber immer noch nicht zum Sabbat). Eine Tramptour über 2 Autos ermöglichte uns diese Streck um ca. eine Stunde zu verkürzen. Wir wurden von dem ersten Auto an einer Kreuzung rausgeschmissen und während wir beim Aussteigen waren, hupte ein junger Mann in seinem Volvo und winkte uns heran, so dass wir nicht wirklich am Straßenrand standen. So ein Glück hätten wir beim Sonntagsausflug auch gebraucht. Eine alte Volontärin hatte dieses Wochenende besuch von zwei noch älteren Volontären, mit denen wir einen komplett getrampten Ausflug in die Golanhöhen gemacht hatten, in einen Naturpark. Die Fotos, werden euch nicht annäherungsweise deutlich machen, welchen Spaß und Abendteuerlichen Tag wir da verbrachten. Aber man kann es ja versuchen. DSC02712Eine Schlucht, umgeben von verdürrtem Graß und Steinen, ca 120m tief – ein Bach der hindurchfließt und somit die Schlucht vollkommen zum Urwald macht und paradisiche  Bademöglichkeiten bietet,bot uns ein ganzes 5 Stunden Bade-Kletter-Wandererlebniss, welches viel viel Kraft beanspruchte, die wie ich glaubte, mein Körper, nach den Vortagen nicht mir aufbringen vermochte. Aber in solchen Gebieten ist es nahezu unmöglich aufgrund von müdigkeit zu sagen: „Ich geb auf!“, denn jeder Stein, der erklimmt wird, bitete ein Erlebnis für sich. Jeder Teich brachte die Gefahr hineinzufallen oder, gar, dass die elektronische Ausrüstung kaputt geht (Ich konnte die Kamera nicht zu Hause lassen, bei dem Gedanken, dort Fotots machen zu können). Ja letztendlich sogar die Situation, mit allen Sachen (Rucksack, trinken, Handtuch, Kamera, Trinken, Essen) durch einen vollgelaufene Schluchtstelle zu schwimmen, brachte kein zurück, was hier die einzigste Alternative war. Blastetüten und Müllsäcke machten den schweren Rucksack zum Amphibienrucksack. Alles ganz geblieben und auch trocken. Aber es war ein komisches Gefühl, den Müllsack mit alem Inhalt ins Wasser zu legen und darauf zu hoffen, dass man wirklich gründlich, wasserdicht verpackt hatt.DSC02670 Es war einfach nur der Wahnsinn. Vielleicht noch zur Anregung: Im Wasserfall sitzen und das Wasser auf den Rücken prasseln lassen oder doch von Felsvorsprüngen aus 10 meter höhe ins Wasser springen. Manche klettern lieber, die Felswände hoch, andere laufen durch Gestrüb und den Fluss, sowie auch über Steinberge. Woran man beim hinunterklettern nicht gedacht hatte, war, dass man auch irgendwann mal wieder hochklettern muss. DSC02646Das war einfach nur KRASS. Naja. Heut war nun auch schon wieder der erste Arbeitstag und das Wochenende/ die letzten Tage befahlen mir gestern sehr zeitig ins Bett zu gehen, was ich auch tat. Zu den Fragen, die so bei mir ankommen: Sind deine Erlebnisse und die Arbeit auch wirklich die einzigen Gründe, dass die regelmäßige Aktualisierung deines Blogs? Ja, aber auch, das Gefühl einfach mal keine Kraft und Motivation für einen Artikel zu schreiben kommt noch dazu. Wie es mir geht? Es geht mir bestens und es ist immer noch wahnsinnig toll und Ereignissreich. Aber es geschieht eindeutig zu viel um von allem berichten zu können. Man muss ausselegtieren. Warum keine Bilder von mir drinne sind? Weil ich immer hinter der Kamera stehe ich schick euch bald eins.. Ps.: Zeit zum schreiben: Ich komm nicht mal mit Fotos sortieren hinterher. Ich möchte hier persönlich an meine Familie mich bedanken. Es ist wirklich schön von euch immer wieder was zu hören. Besonders, der persönliche Brief meines Opas hat mich sehr erfreut – Dankeschön. Auch die Ereignisse, die bei euch so passieren, machen mich jetzt schon neugierig auf den Anblick neuer Wohnungen und Renovierungen, sowie vor allem auch der Nachwuchs sich immer mehr zu einem Manne entwickelt und das Leben mit zurückgekehrten Familienmitgliedern, die nun fast alle wieder zuhause sind. Ich versuche die Vertretung in Stuttgart wieder zu verstärken, wenn ich wiederkomme.

Teilt euch den Text ein. Ich versuche so schnell wie möglich wieder zu schreiben. Es liegt definitiv nicht am Material. Zu heute darf ich noch kurz bemerken, dass ich endlich aus dem Caravan raus bin und in einer Wohnung wohne (happyhappyhappy) die Zustände sind zwar trotzdem sehr schlecht, aber immer noch besser wie auf einem Klappbett (ich fühl mich sehr wohl in der Wohnung). Aber über israelische Wohnverhältnisse kommt auch noch mal ein extra Artikel.

Published in: on 24. August 2009 at 20:06  Hinterlasse einen Kommentar  

Kennt ihr das Spiel von Katz und Maus?

Ich denke schon. Aber Ihr kennt garantiert nicht das Katz-, Maus und Hund Spiel. Aber mit kurzer logischer Verknüpfung bekommt man auch heraus, was das sein könnte. Wir benötigen dazu mind. 1Katze, 1Maus und ein Hund. Und genau diese Konstelation kam gestern an mir vorbeigelaufen/ -gerannt / -gehuscht. Ich hab in der Haltestelle für den Transit (ein halbstündig fahrender Shuttlebus, der auf Kosten der Einrichtung jeden Member, Angestellten oder Voluntär mit in die nächste Stadt fährt. Ich verfasste den letzten Text auf meinem Netbook und auf einmal lief eine Katze gemütlich an mir vorbei. Ist ja hier in Israel nichts Weltbewegendes, weil hier gibt es Katzen, wie Sand am Meer. Ja und vielleicht ne halbe Stunde später rannte eine Ratte (in dem Sinne die Maus) an mir vorbei, als würde ihr Leben auf dem Spiel stehen. Wer das Spiel kennt, weis, dass das auch der Fall ist. Die Katze im Volltempo hinter her. Eine heiße Jagd um Leben oder Tod. Auf den Baum und wieder runter. Wieder auf den Baum und wieder runter. Die Ratte hatte schon ein paar Tatzenschläge der Katze einstecken müssen, aber sie gab nicht auf. Letztendlich verschanzte sich die Ratte so auf dem Baum, dass die Katze sie nicht sehen konnte. Und hier kam der Hund ins Spiel. Der sah die Katze und fing an Laut zu bellen. Beide Geschöpfe (also Katze und Ratte) das die Katze wegrannte und die Ratte wohl mal wieder (ich hab nicht mehr mitgezählt wie oft ihr das passierte) vom Baum viel. Der Hund rannte weiter, weil in der ferne andere Hunde bellten. Und die Katze schnappte sich die Ratte zum zweiten mal. Jedoch, wie Katzen halt so sind, wollte die Katze mit der bis zum Tode spielen/ sie quälen lassen.Katz und Maus Und die Ratte, erblickte den kurzen Augenblick, als die Katze wegschaute und rannte über die Straße in ein Gebüsch, wo die Katze nicht reinkam. Jeder de das hier liest, kann jetzt für sich entscheiden, ob die Geschichte jetzt happy end hat, oder auch nicht.

Warum ich das erzähle? Eigentlich nur, weil ich es voll interessant fand, dass sich das ganze vor mir abgespielt hat und ich sogar das Foto schießen konnte (danach war der Akku leer). Ich glaubte am Anfang, dass das an der Flasche Bier lag, aber das Foto lügt glücklicherweise nicht.

Published in: on 16. August 2009 at 16:29  Kommentare (3)  

15. August Sabbat und ein freier Tag für mich

Ich erwähnte es glaub schon gestern, dass wir heut trotz der „Nullverbindung“ von öffentlichen Verkehrsmitteln nach Haifa an den Strand fahren wollten. Wenn wir das sagen machen wir das auch. Aber zunächst hab ich heut erstmal ausgeschlafen (bis ca. 10Uhr). Anschließend ein wenig „chillen“ vor der Komuna (eine Art WG für Voluntäre). 12Uhr Mittagessen und anschließend „chillen“ runde 2 aber diesmal mit Vokabeln lernen. Um 15:30Uhr haben wir uns auf den Weg gemacht und haben nach 2min schon in einem Auto gesessen in Richtung Tivon. Dort wurden wir mitten auf der Kreuzung raus gelassen. So wollten wir es auch, weil wir uns mit einem Voluntär dort verabredet haben, der mit kommen wollte. Nun waren wir zu fünft – eine äußerst ungünstige Anzahl an Menschen zum Trampen, weil wir ja schon ein Auto für uns benötigen würden und sozusagen den Fahrer dann am Rand stehen lassen müssten. Also machten wir uns ein Treffpunkt aus und teilten uns in 2 Trampergruppen, die jeweils in ca. 100 Metern Abstand am Straßenrand bei gut 40 Grad lang stiefelten um einen fahrbaren Untersatz zu bekommen. (Haifa ist ca. ne halbe Autostunde von uns entfernt). Gruppe 1 (Lukas und Veronika) brauchte ca. 2 Minuten. Gruppe 2 (Naemi, Ich und Gregor) zusätzliche 15 Minuten. Allerdings gab es ein paar obligatorische Schwierigkeiten beim Treffen, da Gruppe 1 direkt zum Strand gefahren ist und wir dann vom Treffpunkt aus mit einem falschen Sammeltaxi erstmal ne kleine Stadtrundfahrt erlebt haben, bis wir dann ca 1 ½ h später auch am Strand waren. Allerdings konnten wir dabei feststellen, dass Haifa zwar irgendwie eine schöne Stadt ist (zumind. Von der Lage her)DSC01994 aber Gebäudeteschnich sehr heruntergekommen aussieht. Der Strand holt dafür alles wieder raus. Das Baden war wiedermal fantastisch. Wellengang, total warm und einen wunderschönen Sonnenuntergang direkt über der Meeresoberfläche. Der Sonnenuntergang ist allerdings um einiges kürzer als ihr es in Deutschland gewohnt seit.Und auch der Zeitpunkt ist um einiges nach vorn geschoben. Von ca. 19:30Uhr bis 20Uhr verschwindet hier die Sonne (pauschal im Kopf gedacht – ist eher ein Näherungswert). Noch viel schöner aber war das Trommelorchester unausgelasteter Straßenmusiker, die sich nun am Strand austobten und so lange trommelten bis eine rießen Menschenmasse um sie herum zum stehen und staunen gekommen ist. Ja selbst mich haben sie dazu gebracht, mich aus meinem bequemen DSC02044Stuhle zu erheben und in voller Trägheit zu ihnen zu schlendern, um ein paar Fotos zDSC02090u machen.DSC02121 Es ist wirklich ein tolles Gefühl an solchen Tagen am Strand zu sitzen und zu wissen, dass man das jetzt nach belieben immer wieder wiederholen kann – ein ganzes Jahr lang. Die Rückfahrt ist glücklicherweise nicht so auf Glück angewiesen gewesen, wie es beim Trampen der Fall ist. Ab 17Uhr (wieder ein Schätzungswert) fahren hier wieder die Busse, denn der Shabbat ist dann vorbei. Wenn sich jetzt jemand fragt was bei den Häbreern abgeht, weil die ma einfach so 2 halbe Tage zum Feiertag machen, dann sei denen gesagt, das der Shabbat von einem Sonnenuntergang bis zum nächsten geht. Von der religiösen Seite her, kann ich das euch jetzt nicht erklären, aber im endeffekt ist das ja auch Jacke wie Hose.DSC02053 Oder besser noch Shabbat wie Sonntag. Hauptsache 24 h Ruhe zum rühmen des Herren. Achja, Gottesdienst ist hier auch Freitag. Das hat die Bewandtnis, dass der Gottesdienst den Ruhe-24Stundenüber2TageTag (kurz Shabbat) einleutet. So hab ich das zumindest aufgefasst. Naja zuletzt bleibt noch zu sagen: das ich mir im Supermarkt was zu essen und ein Abendbier inklusive Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 45 für 129 Neue israelische Schekel gekauft habe. 129 Schekel / 5,33 (mein Wechselkurs) ergibt 24,21€ (gerundet) und heist so viel wie: Es ist schweine teuer, wenn man hier Fleisch oder Käse kaufen will. Richtiges Brot gibt es gar nicht. Nur so Weißbrot was aussieht, als wäre es der letzte zusammengekehrte Rest aus der Mühle. Ich glaub ich bleib bei Pida und Humos. Schmeckt ja jetzt auch nicht schlecht, macht aber ewig nicht satt. Ich hab das Glück morgen wieder frei zu haben. Und was ich da machen werde ist ja wohl jetzt allen klar: Richtig. Baden in Haifa. Wenn ihr euch fragt wann ich mal ne Stadtbesichtigung mache (also ohne Taxi), dann kann ich euch nur sagen: weiß ich nicht. Is gar nicht so leicht bei den Temperaturen. Aber wenn Stadtbesichtigung, dann als erstes Jerusalem oder Tel Aviv.

Ab Montag geht’s dann knallhart weiter mit arbeiten. Und damit wird dann auch die Zeit/ der Stoff zum schreiben etwas weniger werden. Aber ich werd euch über das wichtigste natürlich immer treu weiter berichten.

Grüße aus dem 7 Millionen Einwohnerland

Published in: on 16. August 2009 at 15:40  Hinterlasse einen Kommentar  

Ich und mein Glück – Der erste Arbeitstag

Shalom.

Vielleicht zuvor noch von dem gestrigen Tag. Martin (Voluntär der jetzt in einem Monat fertig ist) hat mich gestern in meine heutigen Arbeitsbereiche eingewiesen. Somit wusste ich heute wen ich wann wecken, waschen, anziehen und zum Frühstück begleiten msste, was nach dem Frühstück au dem Plan stand und wie ich das ganze am besten angehe. Martin

Das ist Martin

Das ist Martin

selber ist ein sehr netter Voluntär und es ist auch irgendwie Schade zu wissen, dass diese Leute bald gehen. Naja, zumindest wollte ich meinen Arbeitstag (so wie es mir zugewiesen wurde) beginnen, indem ich Andres wecke, dusche und rasiere (also duschen tun die selber, aber man muss halt aufpassen, dass die es auch wirklich machen). Was man mir nicht sagte, war, dass Andres, so was wie der „Härtefall in dieser Einrichtung“, wie ich auch schon schnell mitbekam. Andres war schon draußen vor dem Essensraum und erwartete mich ungeduldig und Empfing mich mit den Sätzen: „Ahhh Shalom…. (irgendwas auf häbreisch)…. I love you.“ Man könnte ja denken, wie praktisch, dass er schon angezogen vor dem Essensraum sitzt, da hat man ja gar nix mehr zu tun. Allerdings weis ich ja auch wie solche leute so abgehen, wenn mir schon gesagt wird, dass ich aufpassen muss, dass er sich wirklich duscht. Also hab ich in mir gepackt und bin mit ihm zu seiner Wohnung gelaufen. Auf diesem Wege wurde mir klar, dass das „I love you“ nicht ganz unecht war, er wollte sich ständig bei mir einhängen (also Hand in Hand). Fand ich nicht so gut und zu meiner erleichterung merkte ich, dass er so was allgemein gerne macht (auch bei anderen). Auf jeden Fall kam ein nicht ganz unbekannter Geruch vor seiner Tür mir in die Nase geweht. Als ich die Tür öffnete, schien sich der Geruch enorm zu intensivieren. Ich war nicht mehr groß überrascht, denn der Geruch war eindeutig zu indendifizieren und tritt immer dann hervor, wenn gewisse Exkremente nicht da landen, wo sie eigentlich hingehören. In diesem Fall, könnte ich braune Muster auf dem Bett erkennen und nasse Flecken vor dem Bett. Andres war so nett schon Vorarbeit zu leisten. Er hat versucht das ganze zu beseitigen, indem er es mit Handtüchern breit geschmiert hatte und die Flüssigkeiten aufm Boden in der kompletten Wohnung verteilt hat. An die reinigung von sich selber hat er nicht gedacht. Er meinte wohl, wenn ich Sachen an habe sieht es keiner. Ab unter die Dusche. Hier muss man noch sagen, dass die Dusche keinen Duschvorhang hatte (so wie meine). Hat Andres beim letzten mal kaputt gemacht. Ich lies die Tür auf um beimWohnung reinigen immer mal zu schauen, ob er sich auch wirklich duscht. Als ich an der Tür vorbeikam hat er mich geduscht. Aber volle Kanne in die Wohnung. Auf seine Kleider, die ich ihm frisch rausgelegt hatte, über den Schrank von seinem Zimmerkumpamen und den Bodenbereich. Ja ich weis gar net wo ich weiter machen soll. Es passierte ein Malheur nach dem anderen. Es ging bis dahin, dass ich auf schlechtem Englisch ein „Anschiss“ der Sozialarbeiterin (totale Colerigerin) bekam, das wiederum bekam Martin mit, meldete es meiner Chefin, die wiederum hat dann die Sozialarbeiterin rund gemacht und zum Mittagessen bekam ich dann auf schlechtem Englisch eine Entschuldigung. Das hat mal mega gestresst. Anschließend musste ich mit einer total aufdringlichen und einem mega faulen Member  Pferdeäbbel wegmachen und den Tieren Futter und Wasser geben. War auch net so das gelbe vom Ei. Viele der Voluntäre vom letzten Jahr meinten, dass ich ab jetzt wohl das härteste überstanden hab.

Feierabend:

Für die, die sich mit Israel und Religion nicht so auskennen, die sollten wissen, das ab ca. 15/ 16Uhr heut der Shabbat beginnt. Anders wie in Deutschland der Sonntag, ist hier kommplett finish. Kein Bus, kein Laden, keine Tankstelle. Das Leben bleibt regelrecht stehen. Da ich jetzt 2 Tage frei hab, wollten wir was machen. Die nächste Stadt ist aber ein ganzes Stück weg. Also Trampen. Das geht hier sehr gut. Ca. 5min und wir hatten einen fahrbaren Untersatz. War ein netter Abend mit anderen Voluntären in Wohnungen in denen ich hoffentlich auch bald einziehen kann. Der Caravan macht kein Spaß. Ich schlaf direkt neben der Klimaanlage, die mega laut ist und ausläuft. Den Rest hab ich ja schon geschildert. Morgen kommen 2 neue Voluntäre. Am Montag noch mal 5. Ich bin gespannt, wer so das Jahr mit mir verbringen wird. Morgen gehe ich wieder nach Haifa mit Martin und noch ein paar anderen Volies. Baden und Feiern. Aber wir müssen wieder Trampen, weil die Busse erst ab 17Uhr fahren.

Fazit:

Ich wusste doch, dass an dem Voluntariat irgendwas faul sein muss. Denn es gibt nie was perfecktes (fast nie). Aber ich bin keines Wegs irgendwie abgeschreckt vor der Arbeit. Irgendwie war es ein interessantes Erlebnis, selber sich zu sehen, wie man improvisatorisch sich durch so eine Situation durchboxt. Fest steht, dass ich unbedingt die Sprache lernen muss. Dann wird’s das nächste mal schon um einiges leichter. Und die kommende Woche hab ich Andres zum Glück erstmal nicht.

Ich grüße (mit einer Aufnahme von Haifa) und freue mich auch mal über ein paar Fragen oder Meinungen. Ich schreib nur, weil mir die Aufrufstatistik meiner Blogseite sagt, dass irgendjemand die SeiteDSC01994 aufschlägt.

Published in: on 14. August 2009 at 21:58  Kommentare (2)  

Anreise und Eindrücke

An und für sich war die Anreise sehr unkompliziert, was aber nicht bedeuten soll, dass es nicht anstrengend war. Die Reise begann 5:39 Uhr deutscher Zeit und endete 23:40Uhr israelischer Zeit. Über eine Stunde Sicherheitscheck und unzählbare Fragen (warum will ich nach Israel; Wieso gleich solang; wie komme ich darauf Freiwillig in Israel arbeiten zu wollen; Habe ich Bekannte/ Familie in Israel; Führe ich Geschenke mit mir…etc). Man fühlt sich bei dem Sicherheitscheck nicht wirklich sicher, wenn von  allen Seiten bewaffnete Polizisten stehen.DSC01927

In Israel angekommen: Ein Flughafen, der auch gut als rießen Kühlschrank fungieren könnte. Klimaanlagen die die Israelis, wie ich im Nachhinein noch öfters feststellen musste, auf extreme Art und weise nutzen. Ja sogar Züge und Busse, sowie Wohnwaagen und sämtliche Wohnungen. Nach einer halben Stunde haben wir unsere Empfangsperson getroffen (Lora). Sie war selber Voluntärin und ist nun in den Abreisestunden. Mit ihr verbrachten wir den Rest des Abends am Bahnhof (1Stunde warten), im Zug (2Stunden), im Taxi (20min mit allem Gebäck aufm Schoß und ohne Sicherheitsgurt. Eine echt krasse Fahrt. Polizisten, die uns gesehen haben, interessiert so etwas relativ wenig. Die “Bullen” sind ziemlich chillig. Ich glaub die gehen eher nach dem Prinzip: “jedes Auto was ich anhalte, bedeutet für mich mehr Schreibkram”. Wir haben sogar ein …naja ich bezeichne es mal als Auto (total durchgerostet und definitiv nivht mehr TÜV-fähig) gesehen, welches alle Plätze mit arabern/ israelies besetzt war und zusätzlich noch 3 kleine Kinder hinten im Kofferraum hatte.

In Kfar Tikva angekommen:

Wir wurden von Lora schon darauf hingewiesen, dass wir uns das Leben selber leichter machen würden, wenn wir spontan, ohne Ansprüche und flexibel sind. Ja von wegen WG – Wohnung. Da sind grad Ratten eingezogen und alle anderen Wohnungen sind belegt. Schlussfolgerung – wir dürfen in den alten Caravan.

DSC01975DSC01973

Ohne Schrank, mit einer leeren Küchenzeile, zwei Klappbetten und einer Dusche ohne Duschvorhang (Jeder Duschvorgang ist Großreinigung vom kompletten Bad). Kurzzeitig gigen bei mir echt alle Lichter aus. Alle Lust war vorbei und ich dachte mir nur, wie soll das nur ein Jahr lang gut gehen… Aber die Frustration verzog sich schnell. Das lag wohl daran, dass ich einfach nur ins Bett gegangen bin.

Der erste Morgen:

Das aufstehen und anziehen war ähnlich wie in Deutschland. Als ich die Tür öffnete, schien mir sofort mein Kopf zu verbrennen. Also 8Uhr morgens 25grad sind sehr ungewöhnlich (über Höchsttemperaturen reden wir jetzt lieber nicht) Der Frühstückstisch am Nachbar-Caravan bestand aus einer Shisha in der mitte, Pida (eine Art Dönerbrot) Humos (Kichererbsenbrei), Waffeln und Schattenmorellen. Ja außergewöhnlich, aber sehr lustig. Hier hat auch der erste Kontakt mit Behinderten stattgefunden. Irgendwie sind die voll lustig. Wir haben zumindest viel gelacht und… na ja… wenig gegessen. Dann gabs einweisung in die Arbeit und bekanntmachung und von Zeit zu Zeit öffnete sich mein Herz in vielen hinsichten für die Einrichtung und ich kann mit Freuden morgen an meinen ersten Arbeitstag gehen. Zum Ausklingen wollten wir uns heut im Meer an der Küste von Haifa erfrischen. Hahahaha – erfrischen ist gut. Das war wie ne warme Badewanne (halt bloß en bissel größer). Also mindestens 25Grad Wassertemperatur und rießen Wellen.

DSC02007

Fazit der Ankunft:

Ich kenn noch nicht viel und ich habe keine Ahnung davon wie schwer die Arbeit mit den members (Einwohner unserer Einrichtung, also die Behinderten) werden kann. Vor allem wenn man ihre Sprache nicht spricht. Aber die Eindrücke und Impressionen, die man innerhalb dieser kurzen Zeit hier bekommen hatt, lassen deutlich Schlussfolgern, dass es eine Mega-Geile Zeit wird. Ich grüße euch und hoffe, dass ihr es halbwegs nachvollziehen könnt.

Jeremias (oder wie die Israelis sagen: Jeremiao)

Published in: on 13. August 2009 at 21:18  Kommentare (3)  

Hinweise

Hallo liebe Familie, Freunde und andere Leser,

zuerst ein paar kleine Hinweise zu meinem Blog:

1. Es gilt meine eigene Rechtschreibereform. diese ist von der zur Verfuegung stehenden Zeit, sowie von meinem Wohlbefinden abhaengig.

2. Wenn ich an einem festen Rechner schreibe (von der Organisation), dann gibt es nur oe, ae, ue und nicht die in Deutschland ueblich genutzten Buchstaben.

3. Gross – und Kleinschreibung spielen keine Rolle (ihr kennt mich ja^^)

Published in: on 13. August 2009 at 10:08  Hinterlasse einen Kommentar  

Hallo liebe Besucher

Sie befinden sich gerade im Blog der in der Seitenspalte aufgelisteten Voluntäre. Jeder Voluntär kann (muss aber nich) hier seine erlebten Ereignisse reinposten und die Besucher können es lesen,  sich erkundigen und Fragen (Kommentare) stellen.

Es grüßt der Admin:

Jeremias Eichler

Published in: Allgemein on 18. Juli 2009 at 15:34  Kommentare (3)  
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