Man möge glauben, dass ich nichts zutun habe. Der junge ist ja nur noch im Urlaub. Doch ganz so ist es nicht. Der Junge arbeitet viel. Bloß bekommt man in seinem Blog darüber nicht viel zu lesen.
Die Hitze tendiert immer mehr zur Dauerhaftigkeit und steigt zu dem noch an. Das arbeiten in der Pinat Chai, ist wie Baden. Das Wasser läuft an einem herunter und drängt den so trockenen, kalkhaltigen Boden Israels. Die Tierfarm KfarTikva´s vergrößert sich durch den Einsatz der Volontäre und soll auch noch in Zukunft, viel von uns geschenkt bekommen. Aber um dies zu bewältigen muss man fit sein. Das bedeutet immer auf Abwechslung achten und auch die Interessen, die des weiteren für einen jeden anliegen, Befriedigung zu schenken. Das Gewissen muss besänftigt werden, so gut es geht. Das bedeutet in Kurzform: Immer wieder Urlaub nehmen, um so viel zu sehen wie möglich. Ein Jahr ist absolut nicht viel Zeit, wenn man nebenbei arbeitet, um ein Land kennen zu lernen.
Ganz davon abgesehen, sind zwar darauf folgende Erzählungen, über das Auslandsjahr, bestimmt für den ein oder anderen interessant und bereichernd, jedoch können sich wohl die wenigsten ein Bild davon machen, was man erzählt, wenn man es nicht einmal selber wenigstens für Kurzzeit unter die Lupe genommen hat. Diesen Punkt könnte man als positiven Nebeneffekt sehen, wenn ein Freund aus Deutschland zu Besuch kommt, um wenigstens mal 11 Tage in das meinige Leben hineinzuschauen. Das Gehalt für Volontäre im Ausland ist nicht derart großzügig, dass man sich von Hotel zu Hotel fahren lassen kann, aber wir als jugendliche, junge Spunde, finden auch auf anderen Wege, vielleicht auch noch eine angemessener Möglichkeit Länder zu bereisen, deren Nahrungspreise zum Teil das doppelte darstellen, wie in Deutschland (und dann auch noch Kosher). Richtig Robert kommt nach Israel
Am 6. Mai des noch aktuell geschriebenem Jahres, verschwitzte ich die Erde Israels in 9h Arbeit ausreichend, um anschließend ohne schlechtem Gewissen in den Urlaub fahren zu können. Doch der Urlaub, beginnt für mich wo anders, als für Robert. Verständlich, denn wir leben in 2 unterschiedlichen Ländern. Sogar unterschiedlichen Kontinenten. Während er wohl begann sich auf den Weg zu machen, um nach Berlin zu fahren, saß ich noch im Krankenhaus, um einen Member Medizinisch versorgen zu lassen und dabei die erforderliche Obhut zu geben, damit alles Ordnungsgerecht abläuft.
Aber kurze Zeit darauf 23Uhr israelischer Zeit, startete auch ich meine Tour in Richtung Tel Aviv. Jedoch hab ich ca. 6h Zeit zu überbrücken, die nur dadurch zustande kommen, da der Bus sehr früh, die letzte Runde dreht. Also ein kleiner Stopp am Strand. Ein paar Fotos von komisch aufeinandergeordneten Steinen,
ein Bierchen und letztendlich eine nette Unterhaltung mit einem orthodoxen Juden, bis auf einmal die Zeit verstrichen war.
5:30Uhr (Freitag 7. Mai) bekam ich das erste und einzigste mir bekannte Gesicht aus der elektronisch bewegten Tür der Empfangshalle des Tel Aviv Air Ports zu sehen. Robert war heil und sicher mit10min Verspätung auf israelischen Teritorium gelandet und ich konnte ihn mit voller Freude und einem festen umarmen als erster deutscher Besucher, von mir, in Israel herzlich Willkommen heißen.
Für uns stand fest, dass diese Nacht kein Schlaf mehr zu finden sein sollte. Und das geschah auch. Immerhin hatten wir nicht viel Zeit und eine kurze Gemüdserholung sollte uns aufgrund des darauf folgendem Shabbats eine große erschwerliche Zeit hervorrufen. Zur Begrüßung, auch wenn es nicht die richtige Zeit war, wurde
mit einem hebräischen Bier angestoßen. Wir zögerten unsere Tour gar nicht weit heraus. Und starteten anschließend gleich mit einer kleinen Einführungstour in KfarTikva wo Robert mein reguläres Arbeitsleben einsehen durfte und meinen geliebten Hund Nala kennen lernen konnte, sowie das essen in der Chader Ochel.

Anschließend begannen wir mit der Stadtbesichtigung in Haifa. Wo? Am Strand. Das Wetter verlangte es uns ab. Was sich eigentlich als Schwierigkeit herausstellen sollte, der Shabbat, zwang uns zu unserem Glück. Da zum Shabbat keine Busse fahren und der Weg zum Strand unmöglich zu Fuß zu bewältigen ist, stellten wir uns an den Straßenrand und versuchten es per Tramp. In kürze waren wir in Haifa. Dort ist der Busverkehr trotz Shabbat noch am laufen und so konnten wir eine Gesamtstrecke von ungefähr 30 km für einen Personenpreis von 1€. Wenn man an tagen, wo alle Busse fahren die komplette Strecke hinterlegt sind es pro Person 2,50€. Wir genossen die Sonne, das Wasser, den Sand,
die Musik und erholten uns ein wenig, von der Schlaflosen Nacht. Als wir aufbrechen wollten bekamen wir den letzten Bus, der schon gar nicht mehr in unsere eigentliche Richtung fuhr auf den Carmel. Von der Bushaltestelle aus führte uns ein arabisches Kind, dem ich so gut es ging, auf hebräisch unser Wunschziel erläuterte, zur Masadastreet. Die „kleine Neustadt“ Haifa´s. Die Straße wurde mit ein paar Fotos und einem
Zeitaufwand von 20min als 2tes Ziel abgelegt. Anschließend begaben wir uns zum Checkpost. Eine bedeutende Kreuzung für den Verkehrsverlauf von Haifa, sowie auch für uns. Nicht als Besichtigungsziel. Diese Kreuzung bietet nichts interessantes, außer ein paar arabische Läden, denen der Shabbat aufgrund ihrer Religion egal ist und somit trotzdem offen haben, sowie einer Brücke, deren Verkehrswege, die zweite von Norden ausgehende
Auffahrtsmöglichkeit bietet, um Verkehrsfahrzeuge auf den Carmel zu bringen. Doch für uns stand ganz allein im Vordergrund von dort aus, aus Haifa wieder heraus zu gelangen, in Richtung Tivon, unsere aktuelle Heimatstelle (für mich schon seit 10 Monaten). Ein Taxifahrer fragte uns und bot uns wahrhaftig einen günstigen Preis an. Wir lehnten ab. Ein Busfahrer hielt an (arabisches Busunternehmen) und konnte uns für 2€ pro Person nachhause bringen – Wir lehnten ab. Der stolz, bis jetzt so günstig durch Haifa gefahren zu sein, forderte von uns, weiter mit dem bis dahinstehendem Ergeiz zu arbeiten kein Geld sinnlos auszugeben. Die Müdigkeit hätte uns ohne weiteres in den Bus einsteigen lassen können, aber der Urlaub begann erst und es war Obhut über unser Budget zu halten. Nach geraumer Zeit fanden wir den Heimweg über 2 verschieden Privatfahrzeuge, von dem der letzte so „happy“ war, da er gerade Vatergeworden ist, dass er uns direkt vor die Haustür gefahren hat. Wir kochten ein sehr sehr leckeres Pastagericht aus den einfachen Mitteln, die uns zur Verfügung standen und anschließend begaben wir uns zur Reiterstature im Wadi (Tal). Es war Dunkel. Wir genossen den Ausblick über Israel und setzten die schon über den ganzen Tag andauernden Gespräche über Geschehnisse, Erlebnisse, Erkenntnisse, usw fort. Anschließend begaben wir uns zu Bett.
8.Mai Samstag und immer noch Shabbat
Kein Bus wenig Möglichkeiten. Doch wie wir schon festgestellt haben, verwenden die Araber den Shabbat um den Umsatz der Woche herauszuholen. Auch arabische Busse fahren. Jedoch fahren diese nur in bestimmte Regionen, wie Nazareth,
welches sich aber dennoch als Besuchsziel durchaus eignet. Eine Falafel leitete den Tag ein. Ein Spaziergang über den Schuk (arabischer Straßenmarkt) setzte ihn fort und verlief in eine Wanderung auf den Berg, an dem Nazareth anliegt, ein. Oben angekommen genossen wir lange die Aussicht nach Norden
, sowie auch mit einer 180Grad Drehung nach Süden. Die Moshe, keine 20 Meter hinter uns, begann ihre Gebetsaufforderung, und mehrere Moscheen im Tal stimmten darauf ein. Innerhalb von 2 min war ganz Galilei in einem kompletten Tonmantel von arabischen Gebetsgesängen eingehüllt. Beeindruckend beim Abstieg war, ebenso wie auch beim aufsteigen, dass Beobachten der Unterschiedlichen Kultur und Lebensweise. Der Verkehr, der doch etwas „lockerer“ stattfindet, die Hausbauten, die Ordnung,… zu guter letzt bestiegen wir einen kleinen Hügel gegenüber,
des großen Berges, an dem Nazareth liegt und besichtigten die Zugepflasterte Bergesseite, welche Nazareth darstellt.
Am Abend unternahmen wir was mit den anderen Volontären von Kfar Tikva mit denen wir zusammen wieder ins Wadi stiegen und uns an einem gemütlichen Plätzchen mit eine Shisha in der Runde nett unterhielten.
Sonntag der 8.Mai 2010
Wir packten alle unsere Sachen, tranken einen arabischen Kaffe und begannen uns auf den Weg nach Haifa zu machen. Die Busse fuhren wieder, der Shabbat war vorbei. Dennoch stellten wir uns aus Kostengründen an die Straße und brauchten ca. 30minum eine kostenlose Mitfahrgelegenheit nach Haifa zu kommen. Ziel war der Strand. Ausruhen, Sonne tanken,
baden und darüber nachdenken, wo wir denn eigentlich diese Nacht schlafen. Wir waren daran, nach dem Strandbesuch nach Jerusalem zufahren, jedoch hatten wir noch keine Unterkunft sicher, bis mich ein Volontär aus Jerusalem anrief und sagte, dass wir bei ihm schlafen könnten. Kurzdarauf saßen wir in einem mit blauer Innenbeleuchtung schwach beleuchteten Reisebus, dessen Endstation Tachana Merkasit ba Jerusalem hieß. 43 Scheckel (8€ 70cent pro Person) kostete uns die Fahrt über 140km.Als wir ankamen wurden wir herzlichst empfangen. Aber nicht von unserem Freund (Fabian) sondern von den Soldaten, die am Checkpoint standen, Reisepass sehen wollten, unsere Taschen röntgen und uns selbst durchfilzten, bis wir letztendlich noch durch den Metalldetektor gehen mussten. Nach dieser Prozedur, war es uns erlaubt das Gebäude der Central Busstation zu betreten. Vor uns ein McKosher. Ich glaubte meinen Augen nicht. Ein Mcdonalds in blauer Farbe, der voll und ganz Kosher war.
Ich verstehe nur den Unterschied nicht zum normalen Mc Donalds, denn auch der ist Kosher in Israel (Kein Käse auf dem Burger). Hier gleich noch mal eine Anregung zum nachdenken, da ich mich schon lange mit dieser Frage beschäftige. Warum kann man in Israel einen Cheeseburger bestellen, wenn da gar kein Käse drauf ist? Mir leuchtet das nicht ein.
Wir nahmen den richtigen Bus. Jedoch in die falsche Richtung. Somit wurden wir vom Busfahrer auf eine einstündige, rasante und adrenalinreiche Stadtrundfahrt unfreiwillig eingeladen. Egal ob Schnellstraße, Hauptstraße oder Seitengasse eines Wohngebietes. Die Geschwindigkeitsanzeige sank nur unter 60 wenn er anhalten musste. Der Busfahrer fuhr wie ein gestörter. Um Kurven, wo niemals einen Unfall hätte verhindert werden können, wenn Gegenverkehr gekommen wäre, oder gar ein Kind über die Straße gelaufen wäre. Einfach auf gut glück mit 70km/h im Wohngebiet bis kurz vor die Ampel und dann voll auf die „Klötzer“. 23 Uhr sind wir letztendlich trotzdem ohne Schaden und allem Reisegepäck da angekommen, wo unsere Ruhestädte sich befinden sollte. Ein Bierchen und Gespräche mit Fabian unter dem Vordach eines verlassenen Kiosks verlängerten den Abend noch bis 3Uhr.
Montag verbrachten wir den Vormittag in der Altstadt von Israel und besichtigten die Klagemauer,
die Gebetskirche, den Schuck und diverse andere Dinge. Nach der mittaglichen Falafel mitten auf der Straße, besuchten wir das St Paulushaus des DVHL
um vom Dach direkt auf die Altstadt zu schauen. Wir verspürten eine immer stärker anfallende Trägheit in den Beinen. Es war nicht möglich aufzustehen und weiterzulaufen. So verweilten wir eine ganze Weile auf dem Dach mit Chlorhaltigem Wasser aus der Leitung und einem starkem Wind um unseren Kopf. Diese Trägheit wurde wohl durch das Wetter auch stark beeinflusst. Die Wüstenwinde der Sahara, Sinai und Negev wehten durch Israel und brachten eine unangenehme schwüle Luft, mit extrem hohen Staubfaktor hevor. Die Altstadt konnte man sehen, doch weiter war es nicht möglich, da ganz Jerusalem in einem weißen Staubmantel umhüllt war.
Letztendlich entschlossen wir uns alle Kraft zu sammeln und den Weg zum Ölberg anzutreten. Von der Ostmauer liefen wir um die Altstadt bis zur Südmauer, wo wir uns dann auf den Ölberg begaben. Ein kurzer Abstecher im Garten Gezemaneh und dann weiter bis auf die Aussichtsplattform
, von wo an sich uns ein fabelhafter Blick über die Altstadt von Jerusalem bot. Auf dem Rückweg hielten wir bei einem kleinem arabischen Strßencafé und kauften uns ein Eis und einen Kaffee zur Stärkung und Belohnung, des langen absolviertem Fußmarsches. Der Tag endete in seinen Erlebnissen hier. Wir aßen Abendbrot in unserer Unterkunft und hingen noch ein wenig aufm Spielplatz ab, denn der Folgetag, sollte mit vielen Eindrücken bestückt sein, für die man Munter sein sollte um alles aufzunehmen, was geht.

10.Mai 2010 – Erkundung der Konflikgebiete des Palästina-territorium und Siedlungsbau
Laut Teilungsplan sollte direkt an Jerusalem die Grenze sein. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Die Israelies erobern stück für Stück Land um ihr Heiligtum, in irgendeiner Form,
wiederzubekommen. Hinzu kommt die Kontrolle des Palästinagebietes in Zonen, wo die IDF (israelie defence force) eigentlich gar nichts zu suchen hat. Wie dem auch sei. Tatsache ist, dass ob Siedlungsbau oder nicht, die israelichen Extremisten mit den arabischen Extremisten nicht gerne Kirschen essen gehen. Kirschen gibt es hier sowieso nicht. Eine Hochburg der Hamas und Hisbollah befindet sich in Hebron, unweit von Jerusalem. Wir wollten uns Einblick gewähren und schauen, was es Bedeutet, wenn man von der Kategorisierung Zone A spricht. Viele denen es bewusst war, dass wir an diesen Platz fahren warnten uns zuvor und gaben uns mit auf den Weg, dass wir Achtsam sein sollten.
Wie wir dahin kommen? Mit einem israelischen Bus. So paradox das klingt, aber neben Hebron und auch zum Teil in Hebron, drücken auch die Israelies ihre Siedlungen durch. Ich fragte mich, wie ein Bus in ein solches gefährliches Konfliktgebiet der Feinde fahren kann. Aber diese Frage beantwortete sich von selbst, als der Bus angefahren kam. Die Scheinwerfer waren mit Metallkäfigen bestückt, die Seitenwände des Busses doppelt so dick, wie bei herkömmlichen Bussen und die Frontscheibe sowie Seitenscheiben komplett gepanzert. Wir stiegen ein, zahlten jeder ungefähr 6€ und zogen unsere Jacken an, um uns an der Klimaanlage nicht zu erkälten. Der Bus fuhr los, auf dem kürzesten Wege in Richtung Osten aus Jerusalem hinaus in die Wüste.
10Minuten an der Mauer entlang bis hin zum Kontrollpunkt. Der Bus hält an. Die Vordertür geht auf und 2 Soldaten steigen mit ernster Mine in den Bus. Die Vordertür geht wieder zu. Die Soldaten laufen langsam durch den Bus und töden jeden einzelnen Businsassen mit ihren Blicken. Am Ende angekommen, geht die Hintertür auf und sie steigen wieder aus. Anschließend wird der Grenzgang zur Durchquerung geöffnet und unserer Weiterfahrt steht nichts mehr im Wege.
In Hebron angekommen steigen wir aus und der Bus macht sich auf dem schnellsten Wege wieder aus dem Territorium heraus. 3 Deutsche stehen nun in einer nahezu Geisterstadt. Hinter uns erklingen Hebräische Probagandalieder aus einem Megafon. Darunter ca. 5 Vollgepanzerte Soldaten, die Wache schieben. Hinter ihnen Sperrzäune zum arabischen Viertel von Hebron. Ein etwa 20 jähriger Araber spricht auf uns in Englisch ein: „Kommt mit mir, ich zeige euch was Hebron bedeutet. Ich führe euch durch das arabische Viertel und zeige euch, was die Israelies mit uns machen und wie wir deswegen leben müssen. Habt keine Angst, euch passiert nichts….“ Wir lehnten dankend ab und sahen, wie ein kleines vielleicht 12 jähriges Kind von einem Soldaten aufgefordert wird, seine Hände vom Sperrzaun zu nehmen. Der Soldat wird Handgreiflich und reist ihm die Hände vom Zaun weg. Aber das arabische Kind versteht nicht, warum es sich jetzt auch noch vom Zaun entfernen soll. Der Soldat stellt sich wie eine Mauer auf Körpernähe vor den jungen und nimmt seine Hände auf bedrohliche Weise an sein Maschienengewehr. Nach langen bösen Blicken schreitet der junge gezwungener Maßen ein paar Schritte zurück, bis er sich letztendlich umdreht und mit dem Araber, der uns eine Tour anbot weggeht. Wir gingen in eine Synagoge, die zweigeteilt ist. In diesem wohl einzigartigen Haus befindet sich eine Synagoge und eine Moschee zusammen. Das der Synagogenteil ursprünglich auch mal Moschee war, ist an den arabischen Schriften auf den Fließen zu erkennen, die immer noch die Wände und Torbögen verzieren. Wir gingen wieder raus auf die Straße, in die unerträgliche Hitze. Die Probagandamusik läuft immer noch. Ich beginne ein wenig auf der Straße entlang zu laufen. Hebron ist schon Tod. Kein Mensch zu sehen. Alte, total in
sich zusammenfallende Häuser. Mauer an Mauer. Auf dem gegenüberliegendem Hügel sieht man die gelben und grünen Flaken der Hisbollah und Hamas. Einzelne Schüsse Fallen. Die Straßen sind leergefegt. Außer Dreck, der durch den Wind herumgewirbelt wird ist nichts zu sehen. Aller 5min im Wechsel kamen 2 Soldaten vorbeigejoggt oder ein Militärsfahrzeug vorbeigefahren. Eine Frau mit Kopftuch läuft über die Straße und biegt in der nächsten Gasse schnell wieder ab. Ich entdecke eine Treppe, die auf das Dach eines verlassenen Hauses führt. Die Angst war in den Beinen zu spüren, aber der Drang zu wissen was da oben ist, trieb mich an. Auf dem Dach angekommen, sah ich eine Treppe, die in das Haus hineinführte. Wieder dachte ich kurz nach. Letztendlich tat ich auch diesen Schritt und stieg die ersten Stufen herab. Doch nicht weit und ich hielt an. Ein widerlicher Geruch stieg aus dem Haus heraus. Ich nahm mein T-Shirt und zog es mir über die Nase, sonst hätte ich mich durch den Geruch nach Verwesung übergeben müssen. Ich stieg den nächsten Absatz herunter. Vor mir noch ein paar Stufen bis zum ersten Raum. Der Geruch wurde immer intensiver und ich begann durch den Mund zu atmen um es nicht zu riechen. Ein kurzer Blick um die Ecke und dann hielt mich nichts mehr an diesem Ort und ich ging so schnell es ging wieder Treppen aufwärts an die frische Luft. Ich sah einen total ausgebrannten Raum. Auf dem Boden ein haufen Müll und mehrere Magazine einer Waffe. Der Grund warum ich raus rannte, war der Geruch – ich konnte es nicht mehr aushalten. Ich registrierte ihn zwar nicht, da ich durch den Mund atmete, aber mir ist so schlecht geworden, dass ich raus musste. Ich dachte mir: Genug gesehen. Auf dem Rückweg sah ich auf einer Nebenstraße 2 Soldaten, so vollgepackt, wie ich sie nur aus amerikanischen Kriegsfilmen kannte, auf einem Haus stehen und wie sie 2 arabische Bauarbeiter dabei Beobachteten, wie diese die Mauer neuer Häuser hochziehen sollten. Wir gingen zurück zu dem gebiet, wo die Israelischen Soldaten standen. Dort waren auch 3 kleine Geschäfte, wo Araber versuchten an Besucher ihren Schwarzmarktkram loszuwerden. Wir fragten nach einem Kaffee. Der Ladenbesitzer zögerte nicht. Innerhalb von 2 min, stand ein kleiner Tisch, für jeden ein Hocker und ein Kaffe bereit. Wir unterhielten uns sehr nett über Sprachen. Verbindungen zwischen Hebräisch und Arabisch und über Deutschland und viele, viele andere Sachen.
Ende verabschiedeten wir uns von dem Gastfreundschaftlichen Herren und gaben ihm ein großzügiges Trinkgeld. Wir liefen zum Bus, der uns nach Kiryat Arba bringen sollte. Ein israelisches Siedlungsgebiet, direkt an Hebron angrenzend.
Vor dem Siedlungsbau gehörte es sogar mal zu Hebron. Als wir aus dem Bus ausstiegen schien uns der größte Kontrapunkt vor Augen zu stehen. Kleine Geschäfte, Familien auf den Straßen, Kinder, die fröhlich lachend auf der Straße herumfuhren. Die Straßen – alle voll betoniert mit Blumen und Palmen auf dem Mittelstreifen. Die meisten Wohnungen in einem sehr guten Zustand. Ein Schulzentrum gab es auch. Wir kauften uns zuersteinmal ein Eis, um die Innentemperatur wieder ein wenig herunter zu schrauben. Wir setzten uns auf eine Bank. Hinter uns Maschendrahtzaun mit Bewegungssensoren. Sobald jemand den Zaun anfasst, kommt das Militär angefahren. Nach unserer kleinen Gemütserholung liefen wir an dem Zaun entlang bis wir letztendlich uns in einer Gegend befanden, wo es uns nicht geheuer war. Die Häuser von Kiryat Arba verschwanden hinter dem Hügel und wir sahen nur Häuser auf der arabischen Seite, vom Zaun. Keine 5 Meter von uns entfernt. Man hörte Stimmen, aber man konnte niemanden sehen.
Ein jeder von uns schaute jedes Fenster der Häuser doppelt ab. Das Herz schlug so stark, dass ich es mehr hörte wie die Vögel, die im Hintergrund zwitscherten. Wir gingen zügig, um so schnell wie möglich, aus dieser Gefahrenzone zu entrinnen. Am Schluss befanden wir uns auf einem Sportplatz und um uns herum begannen unzählige Muizime die Luft mit ihrem Gesang zu füllen. Wir liefen die Runde noch bis zur Bushaltestelle und fragten uns oft, ob dies nun gerecht, oder ungerecht ist. Ob es gerechtfertigt ist oder nicht. Wir fuhren mit allen Eindrücken voll gestopft nachhause zu unserer Unterkunft und erholten uns zu erst ein wenig. Der Tag sollte noch mehr bringen. Abends liefen wir in die German Colony von Jerusalem. Dort kannte ich drei Volontäre, die wir besuchten und mit denen wir den Abend in der Neustadt fortleben wollten. Wir tranken dort ein Bier und liefen anschließend in die Altstadt. Dort trafen wir weitere Volontäre, die in einer Bar gerade Geburtstag feierten. Als wir auch nach diesem Stopp weiterliefen, ist unsere Gruppe von Anfangs mal 3 Leuten auf 8 gestiegen. Noch ein kleiner Stopp im Sirra (meine Lieblingsbar) jeder kurz getanzt und noch ein Bier getrunken, liefen wir mittlerweile zu neunt weiter in Richtung Altstadtmauer. Ich schrieb schon in dem Artikel, als ich im St. Charles arbeitete, dass ich einen Aufgang auf die Stadtmauer kenne, wo man nichts zahlen muss. Ich führte unsere kleine Gruppe an den Platz. Auf dem Wege sahen wir vor dem Jaffa Gate eine rießen Gruppe orthodoxer Juden im Greis tanzen und laut Lieder singen.
Wir liefen weiter bis an den richtigen Platz und stiegen alle zusammen auf die Mauer. Ich und Robert machten noch einen kleinen Spaziergang auf der Mauer, bis wir letztendlich vor einem Zaun standen. Unter uns konnten wir das Blaulicht der Polizei sehen und dachten, dass diese vielleicht wegen uns gekommen sei. Also überlegten wir nicht lange und kletterten über den Stacheldrahtzaun um den Mauerverlauf zu folgen,
bis zum nächsten Abgang. Auf dem Wege, sahen wir wie die Polizei zu einer Gruppe jugendlicher fuhr und somit waren unsere schlechten Gedanken in Luft aufgelöst. Dennoch verlangte die Uhrzeit, dass wir schnellstmöglich das Bett aufsuchen sollten. Den nächsten Tag schliefen wir aus und machten uns anschließend auf den Weg zur Central Bus Station um dort mit dem Bus weiter ans Tode Meer zu fahren.
Alles war perfekt. Wir fuhren mit dem Bus zur Central Bus Station und aßen dort erst einmal Mittag. Während Robert und Fabian uns allen ein Kaffe bestellten, versuchte ich in Erkundung zu bringen, wann denn der nächste Bus fährt. Hier entstand ein kleines Missverständnis, welches uns viel Zeit kostete. Ich bekam zwar die richtigen Zeiten des Busses, welcher am Toden Meer (en Gedi) anhält und dann weiterfährt nach Eilat, jedoch nicht für die Busse, welche nur bis zum En Gedi fuhren. Somit stellten wir 13:05 Uhr fest, das der letzte Bus 13:00Uhr gefahren ist und der nächste 15:40Uhr fährt. Also hatten wir diesen Zeitraum zu überbrücken. Aber das war nicht das Problem, sondern das große Problem bestand darin, dass die Ankunft am En Gedi um etwa 17 Uhr stattfinden sollte und der letzte Bus nach Eilat (welches unser nächstes Schlafziel war) vom En Gedi aus 18:30Uhr abfuhr. Nun gut. So verbrachten wir die 2 Stunden auf einer Bank mit schönem Ausblick und einer Bankfiliale von „Discount“ wo es ein Kaffeeautomaten gab zum kostenlosen Preis. Direkt vor uns, das Gebäude des höchsten Gerichtes in Israel. Wir verabschiedeten uns an dieser Stelle von Fabian und dankten ihm für die freundschaftliche Aufnahme in seinem trautem Heim (Danke Fabian Schmidtmeier). Nun hatten wir nach einer Aussichtsvollen Busfahrt eine Stunde zum Baden. Aber mal ganz ehrlich – in diesem Salzsirup, reicht das auch vollkommen aus, denn alles andere wird irgendwann unangenehm für die Haut, Augen und Mund. Aber dennoch, die Tatsache wirklich auf dem Wasser zu schwimmen ist famos. Es war sehr warm, dass Wasser. Und die Lufttemperatur stand bei 36Grad Celsius. Dennoch mussten wir an diesem Ort die Freude mit einem Bier besiegeln.
Schließlich hatten Wir Ferien und waren an einem der schönsten Naturereignisse, die ich je kennen gelernt habe. Pünktlich zur Abreise, standen wir an der Bushaltestelle, damit uns der letzte Bus auch ja nicht durch die Lappen ging. Der Busfahrer, erkannte schnell, dass wir deutsch sind und begann mit uns zu reden, da er früher jedes Jahr Deutschland besucht hat. Mit vorliebe Berlin. Aber er wr un schon seit 7 Jahren nicht mehr dort. Er meinte in 2 Wochen, fährt er aber wieder mit seiner Frau hin. Anschließend kam ein Schaffner, zum Fahrkarten kontrollieren, der ebenfalls feststellte, dass wir deutsche sind und uns fragte, was dunkel bedeutet. Weil er in einem Lied von Ramstein immer „dunkle Haut“ gehört hätte. Dann erzählte er noch wie er diese Band liebt und mit seinem Sohn zusammen sogar nach Tschechien zu einem Konzert gefahren wäre, bis er letztendlich unsere Fahrkarten sehen wollte. Auch diese Busfahrt bot uns ein schönen Ausblick in die Negevwüste bei Sonnendämmerung
mit 2 Pausen bis hin zur Ankunft in Eilat um 20:15Uhr an der Central Busstation.
Wir liefen zur Wg meiner israelischen Freundinnen. Die Treppen aufgestiegen, stehen wir nun vor der Tür, klopfen höflich an und öffnen langsam die Tür. Dahinter schon Stimmen zu hören. Wir schauten in 5 überraschte Gesichter. Da gab es wohl mal wieder Absprachenmissverständnisse. Es war aber nicht weiter schlimm. Die Mädels hatten nur ein meeting mit freunden und Chef von der Arbeit. Somit waren wir allein in der Wohnung, genossen die Ruhe bei einem Bier, machten uns frisch und gingen noch einmal raus, um einen Spaziergang in der südlichsten Spitze Israels zu machen.
Wir ließen nicht lange auf uns warten. Am nächsten Tage zogen wir nach dem aufstehen sofort durch die Hitze Eilats zum Strand. Im Gepäck ein paar Bier und Schnorchelequipment zur Besichtigung der Unterwasserwelt im Roten Meer. Ca 2h tauchten wir bis zum totalen Erschlaffen des Körpers. Neben uns Windsurfer, Wasserskifahrer, Taucher und normale Badegäste. Vor uns das Rote Meer und die Kulisse der Jordanischen Gebirge.
Anschließend genossen wir die Sonne an diesem Ort. Auf dem Heimweg kauften wir ein paar Nahrungsmittel ein und kochen für uns, die Mädels und einem weiteren Besuchergast der Mädels. Am Abend zogen wir wieder durch die Stadt und besuchten Einkaufspassagen, ein Hafen und landeten letzt endlich wieder am Strand. Dort saßen auch noch andere jugendliche, die uns zu heranwinkten. Ca. 2Uhr saßen wir wieder zuhause und stellten uns langsam auf ins Bett gehen ein. Plötzlich fand ich eine Gitarre, dessen Seiten, die ich begann zu zupfen, viel Freude in mir hervor ruften. Ich konnte nicht widerstehen. Ich wollte unbedingt auf die Straße und anderen Leuten eine Freude bereiten, indem ich ihnen meine Gitarrenkünste (die ungefähr bei null oder noch weniger liegen) kostenlos präsentiere. Gesagt getan. Ein Spätshop, in dem der Verkäufer sehr gelangweilt drinstand, bekam das erste Ständchen. Er hatte viel Freude und belustigte sich stark an unseren Liedern und Texten. Als wir weiter zogen, wünschte er uns noch viel Erfolg und gab uns den Tipp vor der Polizei aufzupassen. Eine Gruppe von Arbeitern, Straßenkehrer, eine Frau im Park, Die Security vorm Airport und noch 2 weitere Spätshops bekamen ebenfalls ein paar Ständchen. Auch die Polizei kam. Wahrscheinlich nicht wegen uns, aber wir zogen es trotzdem vor die Mülltonne als Sichtschutz und Deckung vor Ärger zu nutzen.


7:20Uhr fanden wir dann Ruhe in unserem Quartier und noch Heute lachen wir über den so außergewöhnlichen Abschluss des Urlaubs.
Was bleibt noch zu sagen:
Wie ich es schon so oft versucht habe zu sagen. Es gibt Dinge, die kann man nicht schreiben, die kann man auch nicht erzählen, sondern die muss man einfach erlebt haben.